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Veröffentlicht am 14.07.2019

Der Vorort

Der Schrei des Engels
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Sie arbeitet in einem Vorort Stockholms, sie setzt sich für die ein, die in der Gesellschaft zu kurz kommen. Und gerade in diesem Vorort wird sie verschleppt und grausam zugerichtet. Doch es besteht die ...

Sie arbeitet in einem Vorort Stockholms, sie setzt sich für die ein, die in der Gesellschaft zu kurz kommen. Und gerade in diesem Vorort wird sie verschleppt und grausam zugerichtet. Doch es besteht die Hoffnung, dass sie noch lebt. Als die örtliche Polizei nicht weiterkommt, wird Zack Herry von der Sondereinsatzgruppe in den Vorort geschickt. Seine Zeit ist knapp, denn die Verletzungen der jungen Frau sind schwer und der Clanführer des Vororts gibt ihm nur 24 Stunden, dann wird Zack selbst der Gejagte sein.

Nach dem Tod seiner Freundin Mera hat sich Zack eigentlich nur oberflächlich wieder gefangen. Bis ins Letzte aufgeklärt ist der Mord noch nicht. Und nun muss er sich mitten hinein begeben in diesen Vorort, der der normalen Polizei nicht mehr zugänglich scheint. Die Straßen werden von teilweise rivalisierenden Gangs beherrscht. Und deren Mitglieder werden immer jünger. Für die junge Sozialarbeiterin Helene muss es wie ein Kampf gegen Windmühlen gewesen sein. Doch sie tat ihr möglichstes, dennoch ist sie es, die irgendwo gefangen gehalten wird. Zack kennt Helene aus seiner Kindheit. Sie teilen ein Geheimnis. Kann er überhaupt der Richtige sein, der sich zu ihrer Rettung aufmacht? Natürlich übernimmt Zack den Einsatz, um seine Jugendfreundin zu retten.

Es gibt diese Vororte nicht nur in Schweden und ihre Beschreibung kann nur deprimieren. Wie sooft fragt man sich, was falsch gelaufen ist und wie man es wieder auf die Reihe kriegt. Und man hat keine Antwort, was eigentlich das Schlimmste an der Sache ist. Auch Zack Herry kann das Problem der verlorenen Bewohner der Vorstädte nicht lösen. Er macht sich auf seine schwedische Freundin zu suchen. Hätte sei einen Migrationshintergrund, wäre dann solch ein Aufwand getrieben worden? Minutengenau und mit wechselnden Schauplätzen werden die ungefähr 24 Stunden geschildert, die Zack bleiben, um die junge Sozialarbeiterin zu finden. Brutal geht es zu in der Welt dieser Vorstadt, das muss man als Leser schon aushalten. Denn dem Autoren-Duo ist es gelungen, einen ausgesprochen spannenden und bitteren Kriminalroman zu schreiben, in dem Zack Herry vagen Spuren folgt und Hinweise findet, die seine eigene Welt berühren. Am meisten durchgerüttelt wird man allerdings von den düsteren Beschreibungen der Geschehnisse in einem Vorort, der wie ein fremdes Land wirkt. Eine packende Reihe, deren vierter Band mit einem fiesen Cliffhanger endet.


Veröffentlicht am 11.07.2019

Beach Boys

Mord in den Schären
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Nach dieser Sache in Göteborg will der Polizist Dennis Wilhelmson auf seiner Heimatinsel Smögen eine Auszeit nehmen. Schon kurz nach seiner Ankunft wird ein Toter in der Bucht gefunden und Evas Freund ...

Nach dieser Sache in Göteborg will der Polizist Dennis Wilhelmson auf seiner Heimatinsel Smögen eine Auszeit nehmen. Schon kurz nach seiner Ankunft wird ein Toter in der Bucht gefunden und Evas Freund verschwindet. Haben die beiden Vorfälle miteinander zu tun? Dennis kann nicht anders, als Nachforschungen anzustellen. Bei dem toten jungen Mann handelt es sich um Sebastian, der bei der Familie seiner Freundin nicht gut angesehen war. Es kommt der Verdacht auf, der verhinderte Schwiegervater Carl Hallgren könnte etwas mit dem Ableben des jungen Mannes zu tun gehabt haben. Und auch der verschwundene Åke arbeitet in Hallgrens Baufirma.

Dennis Wilhelmson hatte sich eigentlich auf einen ruhigen Sommer auf Smögen gefreut. Er hat einen alten Kutter gemietet, auf dem er wohnt und auf Schlagzeug spielen kann. Doch zum einen ist er, weil er Eva helfen will, sowieso an der Sache dran und zum anderen ist durch den Ausfall des Chefs der Polizeistation, ein Posten vertretungsweise zu besetzen. Seine Chefin fackelt nicht lange und Dennis’ Auszeit endet schneller als ihm lieb ist. Mit der Polizeianwärterin Sandra arbeitet er eng zusammen (nein, nicht so eng). Sandra mag Dennis als Chef, denn er behandelt sie nicht wie eine Auszubildende, die noch nichts zu melden hat, sondern wie eine echte verantwortungsvolle Kollegin.

Ein Sommerkrimi, in dem man sich wohlfühlen kann. Zwar sind die Szenenwechsel manchmal etwas sprunghaft und die Handlung braucht eine Weile ehe sie Fahrt aufnimmt, dafür verströmt dieser Kriminalroman tolles Mittsommerfeeling. In diesem ersten Band mit dem Team aus Dennis Wilhelmson und seiner Assistentin Sandra wird mit den sympathischen Ermittlern gepunktet. Interesse wecken auch die Einschübe aus der fernen Vergangenheit, wo sich die Autorin lange bedeckt hält, welches der Bezug zur Handlung ist, diesen aber auf überraschende Weise herstellt. Bei der Lösung des Falles wird akribisch nach Spuren und Hinweisen gesucht. Gerne schaut man den Beamten dabei über die Schultern und versucht selbst hinter die Zusammenhänge zu kommen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Enthüllung

Alle Vögel unter dem Himmel
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Schon als Kinder sind sie anders. Patricia, ist in der Natur zu hause. Einmal, meint sie mit Vögeln gesprochen zu haben, aber sie kann sich nicht mehr richtig daran erinnern. Und Laurence ist derjenige, ...

Schon als Kinder sind sie anders. Patricia, ist in der Natur zu hause. Einmal, meint sie mit Vögeln gesprochen zu haben, aber sie kann sich nicht mehr richtig daran erinnern. Und Laurence ist derjenige, der eine zwei Sekunden Zeitmaschine erfindet. Das klingt nach nichts, aber wenn im entscheidenden Moment irgendwo Luft ist, kann das sehr hilfreich sein. Während der Schulzeit kommt man besser klar, wenn man zu Zweit Außenseiter ist. Doch zwischen Patricia und Laurence wird ein Keil getrieben und erst als Erwachsene sehen sie sich wieder. Laurence hat eine wissenschaftliche Laufbahn begonnen und Patricia hat die geheimnisvolle Eltisley Maze Akademie abgeschlossen.

Der Wissenschaftler und die Hexe, gegensätzlicher könnten Patricia und Laurence kaum sein. Und doch haben sie etwas gemeinsam. Sie Beide genügen nicht den Wünschen, die ihre jeweiligen Eltern für sie gehabt hätten. Sie sind wie Gegenpole, er genial als Wissenschaftler und sie fast eins mit der Natur, was ihr ungeahnte Fähigkeiten verleiht. Doch gegenseitig bieten sie sich, was der andere nicht hat. Für eine Weile reicht das, um die Eltern zu besänftigen. Sind sich zwei einig, kommt häufig ein Dritter daher, der das Idyll stört oder sogar zerstört. Patricia und Laurence haben keine andere Wahl als ihre Wege getrennt voneinander fortzusetzen.

Es beginnt wie ein Fantasy-Märchen mit einem Schuss Tarrantino. Natürlich hinterfragt man, liest man ein Buch im englischen Original, immer seine Englischkenntnisse, dennoch wirkt der Mittelteil etwas schwergängig und überfrachtet. Wie eine dauernd stattfindende Apokalypse auf zwei Fronten. Man fragt sich allerdings, ob Technokraten und Inhaber von Naturkräften sich immer zu Gegnern entwickeln müssen. Letztlich geht ein Streit, der fast eine Art Krieg sein könnte, häufig zu Lasten der Welt wie sie ist. Wenn das Märchenhafte in die Geschichte zurückkehrt, kehrt auch der Zauber zurück. Man könnte meinen, diese Story schwächelt im Mittelteil, verzaubert dafür zu Beginn und versöhnt aufs Trefflichste am Schluss.

Veröffentlicht am 05.07.2019

Light Trees

Bell und Harry
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Grandpa ist zu den Kindern gezogen als seine Frau verstarb und seitdem wird Light Trees verpachtet. Die Londoner kommen in den Sommerferien ins nordenglische Yorkshire, um Ruhe zu finden. Sie haben allerdings ...

Grandpa ist zu den Kindern gezogen als seine Frau verstarb und seitdem wird Light Trees verpachtet. Die Londoner kommen in den Sommerferien ins nordenglische Yorkshire, um Ruhe zu finden. Sie haben allerdings nicht damit gerechnet, dass das Land bewirtschaftet wird und es dann schnell vorbei sein kann mit der Ruhe. Kleine Missverständnisse können zum Glück ausgeräumt werden. Und so werden aus den beiden Jungen Bell und Harry dicke Freunde. Mit der Zeit scheint es beinahe so als gehörten die Batemans aus London zur Familie.

Gerade für Harry sind die Aufenthalte in Yorkshire etwas Besonderes. Wann hätte er in London schon die Gelegenheit, die Berge zu erkunden, sich die alten Geistergeschichten erzählen zu lassen, mit dem Rad durch Berg und Tal zu fahren. Für ihn ist auf dem Land mehr los als in der Stadt. Als Einheimischer versteht Ben das nicht immer, aber so ist es halt. Selten weiß man zu schätzen, was man hat. Gemeinsam gehen Bell und Harry durch dick und dünn, begehen so manche Eselei und werden über die Jahre erwachsen.

Bereits im Jahr 1981 erschien die englische Erstausgabe dieses Buches und aus einigen Äußerungen lässt sich schließen, dass die Handlung Ende der 1960er bis Anfang der 1970er einsetzen muss. Die Autorin verfolgt den Weg ihrer Jungs bis in die späten 1990er und wagt damit einen prophetischen Blick in eine Zukunft, die so nicht eingetreten ist, die aber so hätte eintreten können. Unabhängig davon schafft sie es, einen leichten Sommerwind über die Felder wehen zu lassen, ebenso wie klirrende Kälte. Im Wechsel der Jahreszeiten erleben Bell und Harry ihre Kindheit und Jugend. Ihre Abenteuer sind manchmal typische Jungsabenteuer, bei denen sie von Glück reden können, wenn sie alles heil überstehen. Doch manchmal haben die Ereignisse eine Zartheit, mit der man nicht gerechnet hat. Die im deutschsprachigen Raum spät entdeckte Autorin schafft mit ihrem knapp zweihundertseitigen Sommerroman eine Möglichkeit aus dem Alltag in eine Sommerfrische abzutauchen und eine ähnliche Ruhe zu finden, wie die Londoner. Ein Buch, das man immer wieder lesen kann.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Die verlorenen Jungs

Mortal Engines - Der Grüne Sturm
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Sechszehn Jahre sind vergangen seit Anchorage an der Küste Amerikas gestrandet ist. Tom und Hester sind sesshaft geworden. Über ihre Tochter Wren sind sie überglücklich. Doch die junge Dame hat Lust auf ...

Sechszehn Jahre sind vergangen seit Anchorage an der Küste Amerikas gestrandet ist. Tom und Hester sind sesshaft geworden. Über ihre Tochter Wren sind sie überglücklich. Doch die junge Dame hat Lust auf Abenteuer, den Wert ihres ruhigen Lebens in Sicherheit weiß sie nicht wirklich zu schätzen. Sie ist schließlich eine Jugendliche und damit etwas rebellisch, wie fast alle jungen Leute. Als einige der verlorenen Jungs nach Anchorage kommen, um das Zinnbuch zu stehlen, mit dem man angeblich den Krieg gewinnen kann, ist Wren nicht abgeneigt, sich ihnen anzuschließen. Dann jedoch etwas unfreiwillig begibt sie sich auf eine Abenteuerfahrt.

Auch dieser dritte auf deutsch erschienene Band über die fahrenden Städte und ihre Bewohner sprüht vor Ideen. Trotz des relativ langen Zeitabstandes, mit dem die Handlung gegenüber dem Vorgängerband einsetzt, trifft man viele Bekannte wieder, sogar einige, mit denen man nicht gerechnet hätte. Wren ist eine sympathische, wenn auch etwas stürmische junge Frau, die mehr Abenteuer geboten bekommt als ihr letztlich lieb ist. Tom und Hester begeben sich auf die gefährliche Mission ihre augenscheinlich entführte Tochter heimzuholen und müssen sich dabei ihren eigenen Problemen stellen.

Wieder lebendig vorgetragen wird dieses Hörbuch von Robert Frank. Wie bereits in den vorherigen Bänden kann man sich nie ganz sicher sein, ob der vermeintliche Sympathieträger wirklich so liebenswert ist wie man meint, ebenso wie es sein kann, dass einige, die den Boshaftigkeitsstempel aufgedrückt bekamen, sich als nicht so verkehrt erweisen. Ob man diese Wechsel oder Unsicherheiten immer so gerne mitmacht, muss man sich selbst überlegen. Eine gewisse Würze bekommt das Buch dadurch gewiss. Und nicht nur einmal wird es knapp für die Helden, so dass jederzeit für Spannung gesorgt ist. Natürlich bleiben genug Fragen offen, um sich auf den wohl abschließenden vierten Band freuen zu können.