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Veröffentlicht am 09.01.2019

Zauberei

Die Schatten von New Orleans
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Die junge Cynthia Crane weiß nicht wie ihr geschieht. Eben noch wollte sie mit David van Buren durchbrennen und nun sitzt sie in New Yorks berüchtigten Gefängnis, das nur Rabennest genannt wird, eines ...

Die junge Cynthia Crane weiß nicht wie ihr geschieht. Eben noch wollte sie mit David van Buren durchbrennen und nun sitzt sie in New Yorks berüchtigten Gefängnis, das nur Rabennest genannt wird, eines Diebstahls bezichtigt, den sie nicht begangen hat. Allerdings ist es Ende des 19. Jahrhunderts nicht so leicht, eine faire Verhandlung zu bekommen. Entsetzt muss sie dann auch noch erfahren, dass Beamte und Richter bestochen waren und ihr Urteil schon gesprochen ist. Fast ein Segen ist es, dass ein Brand ausbricht und Cynthia und eine Mitgefangene fliehen können. Nun bleibt Cynthia nur ein Ziel, herauszufinden, weswegen sie im Gefängnis gelandet ist und den wahren Schuldigen einer Strafe zuzuführen.

New York, New Orleans, windige Geschäfte, Voodoo - eine vielfältige Mischung vor historischem Hintergrund. Die junge Cynthia ist arg gebeutelt vom Schicksal. Eigentlich war sie als Dienstmädchen in der Obhut ihrer Ziehtante Molly recht behütet. Doch mit dem Sohn dieses reichen Hauses anzubändeln, führte wohl doch nicht auf einen Weg ins Glück. Und schon bald kann sich auch Tante Molly nicht mehr um sie kümmern. Auch nach ihrer Flucht ist Cynthia verzweifelt, obwohl Kat ihr hilft, ist ihr neues Leben sehr gewöhnungsbedürftig.

Flott lässt sich dieser mit Voodoo-Elementen angehauchte historische Thriller lesen. Zwar wirken die Figuren manchmal etwas überzeichnet. Doch ist das Leben in den ärmeren Vierteln New Yorks sehr eindrucksvoll beschrieben. Auch wenn manche Wendung etwas konstruiert und auch etwas zu viel für ein einziges Schicksal wirken könnte, so ist der Verlauf der Handlung spannend und schlüssig. Die energische und für ihre Zeit emanzipierte Cynthia hat einfach verdient, dass ihr Schicksal eine positive Wendung nimmt.

Veröffentlicht am 08.01.2019

Heimkehr

Totenweg
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Nach Jahren kehrt die junge Polizistin Frida Paulsen an den elterlichen Apfelhof in der Nähe Hamburgs zurück. Ihr Vater wurde brutal zusammengeschlagen und noch ist nicht sicher, ob er seine schweren Verletzungen ...

Nach Jahren kehrt die junge Polizistin Frida Paulsen an den elterlichen Apfelhof in der Nähe Hamburgs zurück. Ihr Vater wurde brutal zusammengeschlagen und noch ist nicht sicher, ob er seine schweren Verletzungen übersteht. Frida ist besorgte Tochter, aber auch Polizistin und deshalb will sie herausfinden, wieso ihr Vater angegriffen wurde. Diesen Wunsch hegt auch Kommissar Haverkorn, der zuständige Beamte. Der Überfall auf Vater Paulsen bringt alte Erinnerungen wieder hoch, denn vor etlichen Jahren wurde Marit, Fridas beste Freundin umgebracht. Auch wenn die Erinnerungen wieder da sind, es ist doch unwahrscheinlich, dass ein Zusammenhang besteht, oder?

Der erste Fall von Frida Paulsen und Kommissar Bjarne Haverkorn führt die beiden zurück in die Vergangenheit. Auch wenn ihr Vater gerade erst angegriffen wurde, kommen die Gedanken an den Mord an ihrer besten Freundin Marit zurück, sowohl für Frida als auch für Haverkorn, der den Fall nie lösen konnte. Kommt mit dem neuen Ereignis möglicherweise auch Bewegung in den alten Fall? Zumindest wird er nochmal neu überdacht.

Dieses Hörbuch wird gelesen von Michael Mendl, dessen Stimm gut zu dem kurz vor der Pension stehenden Bjarne Haverkorn passt. Allerdings wäre es eine Überlegung wert gewesen, die Passagen, die sich mehr mit Frida Paulsen, die ja um einiges jünger ist, beschäftigen, von einer Frau lesen zu lassen. Insgesamt jedoch kommt durch die ruhige Vortragensweise die Stimmung in der Elbmarsch gut zur Geltung. Die Apfelhöfe, die zum Teil ums Überleben kämpfen, die ruhigen Einwohner, bei denen es doch manchmal unter der Oberfläche brodelt, der Nebel, der sich über die Felder legt.

Frida Paulsen und Kommissar Haverbeck, die sich in ihrem ersten Fall noch etwas zusammenraufen müssen, verbinden einen neuen Kriminalfall mit der Wiederaufnahme eines alten Falles zu einer bis zum Schluss packenden Story.

Veröffentlicht am 07.01.2019

Judy und Punch

Cherringham - Letzter Zug nach London
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Der Sommermarkt in Cherringham ist eine fröhliche Angelegenheit. Es werden Buden aufgebaut und viele Aktivitäten dienen einem guten Zweck. Sarah ist die Aufgabe zu gefallen, die Kokosnussbude zu betreuen. ...

Der Sommermarkt in Cherringham ist eine fröhliche Angelegenheit. Es werden Buden aufgebaut und viele Aktivitäten dienen einem guten Zweck. Sarah ist die Aufgabe zu gefallen, die Kokosnussbude zu betreuen. Dabei steht ihr Jack, der ehemalige Polizist aus Amerika, zur Seite, obwohl er diese britischen Traditionen noch nicht so recht versteht. Am meisten freuen sich die Kinder jedoch auf das alljährliche Kasperltheater, das Otto Brendl mit seinen Puppen aufführt. In diesem Jahr ist jedoch alles anders. Mr. Brendl wird tot in seiner Bude gefunden, augenscheinlich hatte er einen Herzinfarkt und alle Wiederbelebungsversuche können ihn nicht retten.

Eigentlich sollen Sarah und Jack nur die Puppen ins Haus von Brendl zurückbringen und ein paar Angaben zu 0ttos persönlichen Daten einholen, aber die Einbruchsspuren im Haus überzeugen die Beiden, dass man da doch etwas genauer hinschauen sollte. Wer aber sollte ein Interesse an alten Puppen haben, auch wenn sie einigen Wert besitzen.

Die Bücher dieser sympathischen Serie sind schnell gelesen, schließlich umfassen sie nur um die hundertzwanzig Seiten. Die Kriminalgeschichten um den englischen Ort Cherringham sind als Hörbuch oder ebook erhältlich. Wegen der Kürze ziemlich geradeaus und direkt ermitteln Sarah und Jack. Und immer kommen sie hinter das Geheimnis. Zum Glück sind sie als Hobby-Ermittler nicht so sehr an Regeln gebunden, auch wenn Jack als ehemaliger Polizist die Strukturen eigentlich kennt. Allerdings belasten sie ihn nicht besonderes, wenn es gilt der Gerechtigkeit zu Sieg zu verhelfen. Sarah und Jack finden auch in ihrem fünften Fall eine Lösung und eine Geschichte, die man in einem kleinen englischen Örtchen nicht erwarten würde.

Hier wird zwar leichte, aber auch sehr angenehme Unterhaltung mit einem sympathischen Ermittlerteam geboten.

Veröffentlicht am 06.01.2019

Schwestern

Dunkle Flut
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Vor vier Jahren verschwand Sarina die ältere Schwester von Kyra. Nun ist Kyra 19, genauso alt wie ihre Schwester damals, ebenfalls im Schulabschluss. Kyra weiß ganz genau, was sie will, auch wenn es den ...

Vor vier Jahren verschwand Sarina die ältere Schwester von Kyra. Nun ist Kyra 19, genauso alt wie ihre Schwester damals, ebenfalls im Schulabschluss. Kyra weiß ganz genau, was sie will, auch wenn es den Eltern nicht gefällt. Sie wird irgendwas mit Kriminalistik studieren, sie wird das Geheimnis um das Verschwinden ihrer Schwester aufklären. Als ihr Bruder zufällig dabei ist, wie ein offensichtlich erhängter Toter gefunden wird, ruft dieser Kyra hinzu. Mit einem Fall muss man schließlich anfangen zu üben. Kommissarin Maud Merten ist davon überhaupt nicht begeistert. Gewissenhaft beginnt sie den Spuren nachzugehen, immer auf der Hut Kyra nicht zu sehr in die Ermittlung einzubeziehen.

Sie sind schon kein Team, die junge Kyra, die Polizistin werden will, um dem Schicksal, das ihre Schwester erlitten hat, auf den Grund zu gehen, und die erwachsene Kommissarin, die von einer Schülerin gar keine Hilfe gebrauchen kann. Doch man sollte eine junge Frau, die in den Abschlussprüfungen steht, nicht unterschätzen. Auf ihre laienhafte Art, aber gemäß ihrem Berufswunsch, geht Kyra sehr methodisch vor. Mit manchen unkonventionellen Gedanken ist sie der Polizei in manchen Momenten voraus. Was allerdings nicht heißt, Mertens sei eine schlechte Ermittlerin, nein, auch sie ist zielstrebig und akribisch. Auch Mertens macht sich so ihre Gedanken.

Dieser erste Band einer bisher vierteiligen Reihe stellt die Kommissarin Maud Mertens und die Schulabsolventin Kyra Slagter vor. Ihre Charaktere werden vorgestellt und erste Schlagabtausche werden vorgenommen, wobei Kyra sich einiges an Respekt verschafft. Die Morduntersuchung ist spannend, wenn auch in Auflösung und Begründung etwas schwer nachzuvollziehen. Gelungen ist dagegen, wie dem Leser Kyras Wunsch nach der Aufklärung des Verschwindens ihrer Schwester nahegebracht wird. Einleuchtend auch ihr Wille, zur Polizei zu gehen. In Kyra kann man sich gut hineinversetzen, zwar fragt man sich, ob sie ohne große Ausbildung tatsächlich so gewitzt sein kann, aber ihre Hartnäckigkeit nimmt man ihr ab. Blasser ist dagegen Maud Mertens, obwohl sie auch mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Für einen ersten Band, in dem ein nicht geringer Akzent auf die Vorstellung der Personen gelegt wird, ist dieser Kriminalroman gerade in diesem Bereich sehr gelungen.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Die Zwei

Secret Fire 1. Die Entflammten
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Die 17jährige Taylor Montclair soll dem gleichaltrigen Sacha Nachhilfe in Englisch geben. Dieser arrogante Kerl hat aber keine Lust darauf, sich helfen zu lassen. Doch wenn Taylor in Oxford studieren möchte, ...

Die 17jährige Taylor Montclair soll dem gleichaltrigen Sacha Nachhilfe in Englisch geben. Dieser arrogante Kerl hat aber keine Lust darauf, sich helfen zu lassen. Doch wenn Taylor in Oxford studieren möchte, braucht sie die Punkte für ihr soziales Engagement. Mit einigem Nachdruck ermuntert sie Sacha, die Hilfe anzunehmen. Dieser hat jedoch ganz andere Gedanken im Kopf. Sein 18. Geburtstag naht heran und dann wird er sterben, wie jeder Erstgeborene einer Generation in seiner Familie seit Jahrhunderten. Bis dahin kann er allerdings überhaupt nicht sterben. Und so unternimmt er einige Stunts, um Geld für seine Mutter und seine Schwester zu bekommen, von dem sie leben kann, wenn er nicht mehr da ist.

Diese „Reihe“ hat tatsächlich nur zwei Teile, dieses ist der erste Teil, in dem Sacha und Taylor sich kennenlernen. Sacha weiß, dass ihm ein dramatisches Schicksal ereilen wird. Taylor erfährt erst, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Es scheint zum einen Kräfte zu geben, die ihrer beider Zusammentreffen fördern, aber auch solche, die eben dies verhindern wollen. Durch die Anbahnung der Nachhilfe ist die Bekanntschaft zum Glück unvermeidlich. Taylor und Sacha kommen gut miteinander aus und vertrauen sich ihre Geheimnisse an. Und sie versuchen, nach den Ursachen für ihre Andersartigkeit zu forschen.

Dies ist mal wieder ein Jugendbuch, an dem man auch als Erwachsener Freude findet. Spannend geschrieben, schlüssige Geschichte, ein wenig Herz, einige unheimliche Begegnungen und ein intensives Teilfinale, das eigentlich nur den Wunsch offen lässt, zu wissen. ob Sacha seinen 18. Geburtstag überleben wird. Jedenfalls hat die Zusammenarbeit des Autorenpaares zu einem lesenswerten Ergebnis geführt. Eine Welt, die sich nicht groß von unserer unterscheidet, birgt doch große Geheimnisse und alte Geheimnisse.