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Veröffentlicht am 28.06.2018

Die Seuche

Cat & Cole 1: Die letzte Generation
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Seit zwei Jahren lebt Cat alleine in der Wildnis. Ihr Vater wurde gefangen genommen. Die Menschheit steht am Rande eines Abgrunds. Wehrlos gegen ein Virus, dass den Einzelnen zu einem Monster werden lässt, ...

Seit zwei Jahren lebt Cat alleine in der Wildnis. Ihr Vater wurde gefangen genommen. Die Menschheit steht am Rande eines Abgrunds. Wehrlos gegen ein Virus, dass den Einzelnen zu einem Monster werden lässt, bevor er im Tode für seine Umgebung zur größten Gefahr wird. Da nutzt die schönen neue Technik nichts mit ihren Panels, Apps, Heiltechs oder Genkits. Ausgerechnet Cat verträgt die meisten Apps nicht, so dass ihr Leben natürlicher ist als das der meisten anderen. Doch so fehlt ihr auch ein gewisser Schutz und nur knapp kann sie großer Gefahr entkommen. Sie will den Kampf gegen das Virus aufnehmen. Gemeinsam mit dem Soldaten Cole.

Tja, ist es nun eine schöne neue Welt, in der man sich nach Wunsch verändern kann, in der man alles hat, außer seiner Freiheit, in der alles reglementiert hat und vieles verboten. Oder ist das ohne die Bequemlichkeit vorzuziehen, in der an jeder Ecke die Gefahr der Ansteckung lauert, der Infizierung mit einem tödlichen Virus, der ein grauenhaftes Ende bringt. Cat lebt in der Gefahr, doch die Infizierten werden immer mehr und man kann ihnen kaum noch ausweichen. Als Cole daher mit einer Nachricht ihres inzwischen verstorbenen Vaters auftaucht, versucht Cat alles, um eine Möglichkeit zu finden, die Krankheit auszulöschen.

Zu Beginn, wenn man noch nicht durchschaut, in welche Richtung sich diese Dystopie entwickelt, überlegt man, ob man sich die Beschreibungen der Auswirkungen der Krankheit oder der wenigen ausgesprochen schwer erträglichen Schilderungen der wenigen Gegenmaßnahmen wirklich genehmigen muss. Doch je mehr Substanz die Geschichte im weiteren Verlauf bekommt, desto mehr wird man von der Handlung gepackt. Kleinigkeiten können vielleicht früh erahnt werden, doch jeder unerwartete Kniff und jede Überraschung führen dazu, dass man sich mehr und mehr in dieses Buch hinein versenkt und schließlich nach mehr gierend die letzte Seite mit einem - Schade, schon vorbei - umblättert.

Da muss doch noch was kommen! Hoffnung macht die Internetseite der Autorin, auf der für Herbst 2018 ein Folgeband angekündigt ist. Möge die Übersetzerin schon mal ihren Bleistift spitzen.

Veröffentlicht am 19.06.2018

Für die Bedürftigen

Die rote Frau
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Nein, so ist es kein schönes Leben. Rayonsinspektor August Emmerich lebt im Männerwohnheim, seine Kriegsverletzung schmerzt, oft nagt der Hunger und in der Dienststelle muss er Hilfsarbeiten leisten. Auch ...

Nein, so ist es kein schönes Leben. Rayonsinspektor August Emmerich lebt im Männerwohnheim, seine Kriegsverletzung schmerzt, oft nagt der Hunger und in der Dienststelle muss er Hilfsarbeiten leisten. Auch für die Bevölkerung Wiens bringt das Jahr 1920 nicht viel Gutes. Viele Menschen haben keine Arbeit, leiden Hunger, leben am Rande der Gesellschaft. Die Folgen des ersten Weltkrieges sind noch lange nicht überwunden. Als ein beliebter Politiker ermordet wird, möchte Emmerich an der Untersuchung beteiligt werden. Doch die Vorgesetzten lassen ihn und seinen Assistenten Winter außen vor. August Emmerich wäre aber nicht er selbst, wenn er sich davon entmutigen lassen würde.

Zwar hat es August Emmerich in seinem zweiten Fall zur Abteilung „Leib und Leben“ geschafft, seine Tätigkeit dort hätte er sich allerdings anders vorgestellt. Nicht viel mehr als Zuarbeiten darf er leisten. Dabei will er doch auf die Straße und ermitteln. In einer eher nebensächlichen Angelegenheit gelingt es ihm, ein schnelles Ergebnis abzuliefern. Und damit hat er seinem Chef das Versprechen abgerungen, in die Morduntersuchung einbezogen zu werden. Schnell allerdings ist ein Verdächtiger gefasst, einer der Ärmsten der Gesellschaft, und Emmerich hat nur wenig Zeit, dessen Unschuld zu beweisen.

Aufmüpfig, intelligent und pfiffig macht sich August Emmerich an die Arbeit. Wenn die Vorgesetzten nicht hinter ihm stehen, geht er eben auf eigene Faust los. Sein Kollege Winter ist dabei meist an seiner Seite und wirkt ausgleichend auf ihn ein. Der Mord an dem Politiker kommt wie ein simpler Fall daher, vielleicht ein mißglückter Raub. Doch bald schon ergeben sich Spuren, die auf eine wahrhaft menschenfeindliches Komplott hindeuten.

Sehr anschaulich schildert die Autorin das Dasein der einfachen Menschen im Wien des Jahres 1920. Ein hartes Leben, das viele Entbehrungen beinhaltet. Das kleine Glück scheint beinahe unerreichbar. Und die wenigen hilfreichen Menschen, die die Situation verbessern wollen, sehen sich ungeahnten Widerständen gegenüber. Über den Fall wird dazu noch eine geradezu perfide Menschensicht der damaligen Zeit, von der man nicht glauben sollte, dass sie völlig überwunden ist, dargestellt. Und ein zunächst unspektakulärer Fall bekommt eine große Tiefe. Man ist mitgerissen und entsetzt und hat doch immer in Gedanken, dass diese Vergangenheit nicht fern ist. Schön wäre es, wenn die Menschen menschlich blieben, Sicherheit gibt es leider nicht. Und die Wurzeln des Übels wurden vielleicht schon zu damaligen Zeiten gesät.

Ein herausragender historischer Kriminalroman, der seinem Vorgänger in Nichts nachsteht.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Märztot

Schlangengift
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In die Welt der Schmuggler und Schwarzhändler will US-Officer Mason Collins sich einschleusen lassen. Das geht jedoch fürchterlich schief, denn als nach Monaten der Vorbereitung die Kontaktaufnahme naht, ...

In die Welt der Schmuggler und Schwarzhändler will US-Officer Mason Collins sich einschleusen lassen. Das geht jedoch fürchterlich schief, denn als nach Monaten der Vorbereitung die Kontaktaufnahme naht, bricht eine Art Bandenkrieg los. Bei etlichen der Opfer handelt es sich um diejenigen, von denen Mason Informationen einholen wollte. Seine Operation ist geplatzt und bevor sich Mason wirklich von der Enttäuschung erholt hat, kommt es zu noch grausameren Todesfällen. Mit einem der Toten war Mason persönlich bekannt und dieser hatte ihn um Hilfe gebeten, da er sich in Gefahr sah. Wie recht hatte er mit seiner Vermutung und wie wenig konnte Mason tun.

Garmisch-Partenkirchen im Jahr 1946, eine Welt, die sich von den Strapazen des Krieges noch lange nicht erholt hat. Viel Geld zu verdienen gibt es nicht, viel Arbeit auch nicht, viel liegt noch in Trümmern. Nur der Schwarzmarkt floriert. Und amerikanische Soldaten, wenn nicht gar Offiziere, scheinen daran beteiligt zu sein. Wie so oft heißt es, Geld stinkt eben nicht. Mason Collins stemmt sich gegen diese Entwicklung. Ein ehrenhafter Offizier sollte doch nicht so tief sinken, passiert dies doch, so gehört die Sache durchermittelt und die Täter bestraft, ungeachtet ihrer Position und Herkunft. Mit seiner Meinung steht Collins allerdings relativ alleine da.

Der amerikanische Teil des besetzten Nachkriegsdeutschlands ist wahrlich ein spannender Schauplatz. Schmuggel, Schwarzmarkt, Liebe und Mord sind Zutaten, die vor dem Hintergrund des gerade erst zurecht verlorenen Krieges viel versprechen und neugierig machen. Doch der zweite Band der Reihe um den Militärermittler Mason Collins hält nicht ganz, was er verspricht. Eher hat man hier einen ganz normalen Thriller, der eben diese Kulisse hat. Das Verbrechen ist nicht aus der Geschichte heraus entwickelt, sondern es könnte auch in jeder anderen Zeit geschehen, in der Schmuggel und Schwarzmarkt blühen. So versuchen hier wenige Aufrechte, die Verstrickungen in den eigenen Reihen mit dem Verbrechen zu stoppen und gleichzeitig die Morde aufzuklären. Dabei gehen sie um der Aufklärung willen teilweise selbst recht rigoros vor.

Ein durchaus fesselnder Thriller, der wohlmöglich eine bessere Wirkung erzielt, wenn er unvoreingenommener angepackt wird.

Veröffentlicht am 16.06.2018

Eisnacht

Der Bote
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Es sieht nicht gut aus für Kommissar Fredrik Beier. Er erwacht in einem Krankenhaus, offensichtlich hat er sich mit Medikamenten vollgepumpt, erinnern kann er sich jedoch an nichts. Wollte er sich umbringen? ...

Es sieht nicht gut aus für Kommissar Fredrik Beier. Er erwacht in einem Krankenhaus, offensichtlich hat er sich mit Medikamenten vollgepumpt, erinnern kann er sich jedoch an nichts. Wollte er sich umbringen? Den Tod seines kleinen Sohnes, den er in seinen Augen mitverschuldet hat, kann er sich nicht vergeben. Doch viel Zeit hat er nicht, um sich Gedanken zu machen. Bald schon kommt er mit einem Fall in Verbindung, der seine ganzen Fähigkeiten als Ermittler fordert. Kafa Iqbal ist zum ersten Mal als leitende Ermittlerin eingesetzt und sie bekommt es gleich mit einem Toten zu tun, der eigentlich schon seit Jahren als tot gilt.

In seinem zweiten Fall droht Fredrik Beier abzustürzen, so scheint es jedenfalls. Nur die komplizierten Nachforschungen um die Geheimnisse der Toten lassen ihn die trüben Gedanken für eine Weile vergessen. Was oder wer steckt hinter den Taten? Je tiefer die Polizisten graben, desto ungereimter werden die Spuren zunächst. Nichts will richtig zusammen passen. Einige Hinweise deuten allerdings in die Vergangenheit. Eine Vergangenheit, in der die politische Lage noch eine andere war und es auch mal zu geheimen Militäreinsätzen kommen konnte.

Gefühlt besteht das Buch aus zwei Hälften oder auch zwei Fällen, von denen die erste bzw. der erste etwas behäbig erscheint, so dass die Lektüre nicht so richtig in Gang kommen will. In der zweiten Hälfte bzw. dem zweiten Fall, der natürlich mit dem ersten zusammenhängt, wird es dann plötzlich so spannend, dass man kaum noch von dem Buch lassen kann. Das Geschehen schraubt sich zu einem fulminanten Finale hoch, das einen erbeben lässt. Fredrik Beier und Kafa Iqbal erweisen sich als tolles Team, das nicht lockerlässt, wenn es gilt, ein Verbrechen aufzuklären. Widerstände werden ignoriert und stacheln eher an, noch tiefer zu blicken.

Gekonnt vorgetragen von Dietmar Wunder überzeugt dieser zweite Kriminalroman um Fredrik Beier noch mehr als sein erster Auftritt.

Veröffentlicht am 14.06.2018

Schüleraustausch - Traumland USA

California Dreaming
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Valentin freut sich sehr auf seine hundert Tage Amerika. Die Trennung von seiner Freundin ist noch nicht lange her, die Abwechslung wird ihm guttun. Doch bei seinen ersten Gasteltern fühlt er sich nicht ...

Valentin freut sich sehr auf seine hundert Tage Amerika. Die Trennung von seiner Freundin ist noch nicht lange her, die Abwechslung wird ihm guttun. Doch bei seinen ersten Gasteltern fühlt er sich nicht wohl und es scheint wie eine glückliche Fügung als er Conor am Strand von San Diego trifft. Valentin erzählt von seinen Problem und Conor lädt ihn spontan ein, zu ihm und seinen Eltern zu ziehen. Diese sind zwar überrascht, in ihrem großen Haus ist aber reichlich Platz und Conors Vater schafft es Valentin in der Schule seines Sohnes unterzubringen. Bald schon lernt Conor die hübsche Trinity kennen.

Ein Jugendroman über den Aufenthalt eines 17jährigen in San Diego. Irgendwie ist es doch eine fremde Welt, dieses Riesenland, diese Riesenstadt. Viele unterschiedliche Viertel, unterschiedliche Schulen, unterschiedliche Menschen. Mit dem Aufenthalt bei Conors Eltern scheint Valentin das große Los gezogen zu haben. Die Eltern sind sehr wohlhabend, berufstätig. Coner geht auf eine gute Schule. Doch zwischen Conor und seinen Eltern herrscht eine angespannte Stimmung. Die Eltern haben seine Zukunft genau geplant und Conor sieht da einiges anders als sie. Valentin schafft es seiner Freundin nicht mehr so sehr nachzutrauern, allerdings hat er die Aufmerksamkeit einer Mitschülerin erweckt, was ihm eher peinlich ist.

Ein deutsch-englisches Buch, eine sehr schöne Idee. Zwar großenteils auf Deutsch geschrieben, sind etliche englischsprachige Dialoge eingestreut, wodurch der Roman auch zu einer kleinen Lernhilfe wird. Per Links kann man einige Szenen aus dem Buch in You-Tube Video nacherleben. Zwar neigt man dazu nicht jedem Link zu folgen, weil es den Lesefluss stört, nach Beendigung der Lektüre bietet es sich an, sich in die szenischen Darstellungen zu vertiefen. Die Handlung des Romans ist manchmal etwas einfach gestrickt. Die Protagonisten wirken aber durchweg sympathisch und entwicklungsfähig. Etwas wirklichkeitsfern, aber schön zu lesen. Für Jugendliche, die von Amerika träumen, könnte dieser Roman ein Ansporn sein, es tatsächlich mal mit einem Austausch zu versuchen. Wegen der externen Links, eignet sich die Lektüre vielleicht am besten als ebook auf dem Tablet.