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Veröffentlicht am 30.12.2017

Take it or leave it

Department 19 - Das Gefecht
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Nach dem letzten Einsatz ist Larissa zu der Schwester-Organisation des Department 19 nach Amerika entsannt worden. Dort spricht jeder von einem geheimnisvollen Gefangenen, dessen Existenz von den Verantwortlichen ...

Nach dem letzten Einsatz ist Larissa zu der Schwester-Organisation des Department 19 nach Amerika entsannt worden. Dort spricht jeder von einem geheimnisvollen Gefangenen, dessen Existenz von den Verantwortlichen jedoch verleugnet wird. Die Lage der Organisationen wird erschwert. In vielen Ländern werden Gefangene aus Hochsicherheitsgefängnissen oder Einrichtungen für psychisch Kranke befreit und verwandelt. Diese neuen Vampire sind viel stärker als sie es so kurz nach ihrer Verwandlung sein dürften. Das geschwächte Department 19 bildet gerade wieder Ersatzteams aus und ist eigentlich nicht voll einsatzbereit. Es bleibt angesichts der außerordentlichen Bedrohung keine Wahl als sich den Gefahren zu stellen.

Die Stunde Null rückt näher, der wiedererweckte, aber noch geschwächte Graf Dracula gewinnt langsam an Stärke. Und das Department 19 setzt alles daran, ihn aufzuspüren und zu vernichten bevor er weiteres Unheil über die Menschheit bringen kann. Doch nicht jeder unterstützt die Einrichtung. Gefahren lauern überall, bedauerlicherweise auch im Inneren. Jamie und seine Freunde sehen zwar ein, dass ihre Kräfte aufgeteilt werden müssen, damit mehrere von ihren Erfahrungen profitieren können, ihre gemeinsamen Einsätze vermissen sie aber schmerzlich. Es wirkt als wäre es besser, sie könnten gemeinsam operieren.

In diesem dritten Band um das Department 19 finden einige grausame Kämpfe statt, er werden Hinweise gefunden, die hilfreich sein könnten, um gegen Dracula anzugehen. Fast wirkt es so als würden die die Mutigen in England zusammengezogen, um schließlich doch ein gemeinsames großes Gefecht zu führen. Ein wenig wirkt es so als sei ein paar Nebenschauplätzen zu viel Raum gegeben worden, um den Fortgang der Handlung zu verlangsamen. Soweit ersichtlich sind auf Englisch zwei weitere Bände der Reihe erschienen, von denen nicht bekannt ist, ob eine Übersetzung geplant ist. Wer also wissen möchte, ob es Jamie und den anderen Mitgliedern des Department 19, den Kampf um das Überleben der Menschheit zu gewinnen, wird sich an die englischsprachigen Originale halten müssen.

Dieser Band bietet wieder spannende Unterhaltung, obwohl man sich schon fragt, ob eine Straffung auf vielleicht drei oder vier Bände nicht mehr Action und rasantere Abläufe ergeben hätte.

Veröffentlicht am 28.12.2017

Das Verschwinden

Sakari lernt, durch Wände zu gehen
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Ein junger Mann steht nackt in einem Brunnen, mit einem Messer in der Hand. Die herbei gerufene Polizei soll die Situation entschärfen. Schließlich ist der junge Mann tot und weitere Polizisten müssen ...

Ein junger Mann steht nackt in einem Brunnen, mit einem Messer in der Hand. Die herbei gerufene Polizei soll die Situation entschärfen. Schließlich ist der junge Mann tot und weitere Polizisten müssen aufklären, wie es dazu kam. Kimmo Joeenta, der einen letzten Urlaubstag mit seiner neunjährigen Tochter Sanna und deren Freundinnen verbringen möchte, schaltet sich in die Untersuchung ein. War der Tote wirklich eine Bedrohung für sich oder andere? Und wer ist der Junge, der neben dem Brunnen stand? Von diesem berichtete Petri, der Polizist mit der Waffe. Der etwa zehnjährige Junge ist verschwunden, einfach davon gegangen.

Im August neigt sich in Finnland der Sommer dem Ende entgegen, die Hitze des Tages geht schon relativ früh in die Dunkelheit der Nacht über. Sanna und ihre Freundinnen genießen die Ferientage. Die Mutter des Toten erscheint seltsam unberührt, ihr Sohn hatte die Familie schon lange verlassen. Aufgrund einer psychischen Erkrankung lebte er in einer betreuten Wohngruppe. Die Mutter selbst ist Psychologin, doch sie konnte ihrem Sohn nicht helfen. Niemand konnte ein traumatisches Ereignis ungeschehen machen. Ein Verlust ist unwiederbringlich. Wieso mussten sich der junge Sakari und der Polizist Petrie ausgerechnet in diesem Moment begegnen. Kimmo Joeenta fühlt sich in die Beteiligten hinein, doch auch er kann Geschehenes nicht ungeschehen machen.

Selbst der Sommer birgt eine gewisse Melancholie. Die Erforschung des Geschehens fördert eine unendliche Traurigkeit zutage. Noch wärmt die Sonne, aber wie ist der lange dunkle Winter zu überstehen. Kommissar Kimmo Joeenta versucht mit all seiner Kraft, das Geheimnis hinter dem Geschehen zu entschlüsseln. Man gewinnt den Eindruck, er versucht, die Sonne zurück in die Herzen zu bringen, um das eigentlich unerträglich wenigsten soweit erträglich zu machen, dass die Überlebenden auf ein Weiterleben hoffen können. Wie ein Foto, auf dem die Menschen lächelnd einen unbeschwerten Moment erleben. Und so schließt man auch dieses Buch lächelnd mit ein paar Gedanken einer unbeschwerten Hoffnung.

Veröffentlicht am 27.12.2017

Auferstehung

Department 19 - Die Wiederkehr
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Leidvoll müssen die Mitglieder des Department 19 erfahren, dass die Überreste des Grafen gestohlen wurden und damit seiner Auferstehung nichts mehr im Wege steht. Ihnen bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, ...

Leidvoll müssen die Mitglieder des Department 19 erfahren, dass die Überreste des Grafen gestohlen wurden und damit seiner Auferstehung nichts mehr im Wege steht. Ihnen bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, bis der älteste Vampir seine volle Stärke erreicht und die Gefahr besteht, dass er unbesiegbar wird. Doch zunächst haben Jamie, Kate und Larissa mit eigenen Problemen zu kämpfen. Jamie ist zum ersten Mal akzeptiertes Mitglied einer Gemeinschaft. Für ihn, den ehemaligen Ausgestoßenen und Außenseiter, eine ungewohnte Position, mit der er umzugehen lernen muss. Auch ist die Trauer um den Verlust Frankensteins groß. Das liebenswerte Monster war schnell zu einem Vaterersatz geworden und deshalb wiegt der Verlust umso schwerer.

In diesem zweiten Band der Reihe verrinnt Zeit bis zur Stunde Null. Die Kämpfer erfahren einiges über die drohenden Gefahren und versuchen Mittel zu finden, diesen zu begegnen. Gleichzeitig werden sie auf Außenmissionen entsandt, um Vampire einzusammeln. Die normale Menschheit soll weiterhin so wenig wie möglich von der Existenz des Übernatürlichen erfahren. Gleichzeitig sollen nicht alle gefangenen Vampire umgebracht werden. Ein Forscherteam versucht herauszufinden, welche Änderungen die Verwandlung in den Menschen hervorruft. Vielleicht besteht ein kleiner Funken Hoffnung auf eine Heilung.

Zu Beginn werden etliche Erläuterungen zu den Geschehnissen gegeben, die zwar zum besseren Verständnis nützlich sind, die allerdings etwas Schwung aus der Erzählung nehmen. Nachdem der weitere Rahmen umrissen ist, stürzt eine Menge auf die handelnden Personen ein. Gefährliche Situationen sind zu überstehen, Informationen zu verarbeiten. Kaum erträgliche Ereignisse unterwerfen die jungen Agenten einer schweren Prüfung. Die Ungewissheit, ob der Graf jemals besiegt werden kann, steigt. Doch die Kräfte, die sich ihm entgegen stellen können, vereinigen sich. Und dem Leser bleibt nichts als den nächsten Band zur Hand zu nehmen, um zu erfahren, ob den jungen Helden Erfolg beschieden ist.

Nach dem starken Beginn im ersten Band gewinnt dieser zweite Teil eher langsam an Format, um schließlich sehr zu fesseln.

Veröffentlicht am 26.12.2017

Rache

Der englische Spion
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In der Karibik explodiert eine Yacht, auf der sich eine englische Prinzessin befand. London ist in heller Aufregung. Unglaublich, dass sich ein Killer an eine Adelige herangewagt haben soll. Der britische ...

In der Karibik explodiert eine Yacht, auf der sich eine englische Prinzessin befand. London ist in heller Aufregung. Unglaublich, dass sich ein Killer an eine Adelige herangewagt haben soll. Der britische Geheimdienst versucht die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären. Dazu überredet er den künftigen Chef des Dienstes Gabriel Allon, einen letzten Auftrag im aktiven Dienst auszuführen. Ihm zur Seite gestellt wird Christopher Keller, ein ehemaliger Offizier, der nach langer Abwesenheit in die Dienste des MI6 zurückkehren soll. Schon bald finden die beiden heraus, dass mehr hinter der Sache steckt und die Ermittlung bekommt etwas Persönliches.

Bei diesem Buch handelt es sich bereits um den 15. Band der Reihe um den Meisterspion Gabriel Allon. So ist es fast unvermeidlich, dass es etliche Bezüge auf vorherige Erlebnisse der Hauptperson gibt. Zum Glück ist es für das grundsätzliche Verständnis der Handlung dieses Romans nicht zwingend notwendig die vorherigen zu kennen, einige Äußerungen bleiben ohne weitere Kenntnisse etwas ungewiß. Daher ist dieser Band vielleicht nicht so gut geeignet mit der Reihe zu beginnen. Allerdings weckt er schon Neugier auf mehr und es bleibt jedem selbst überlassen, sich weiter mit dem exzellenten Spion Gabriel Allon zu beschäftigen.

Im vorliegenden Band beginnt nach der dramatischen Eingangssequenz eine beispiellose Jagd nach dem vermeintlichen Täter, die von Rachegedanken geprägt ist. Sowohl Allon als auch Keller haben sehr persönliche Gründe, den in ihren Augen identifizierten Täter tot zu sehen. In der Spionage ist es eben doch etwas anderes als im Krimi. Der mutmaßliche Schuldige soll nicht zwingend den Gerichten und einer gerechten Strafe zugeführt werden, sondern eine Elimination wird in Kauf genommen. Um die persönlichen Beweggründe einiger Beteiligter herum hat der Autor einen ausgesprochen spannenden Politthriller konstruiert, dessen Andeutungen einen kalte Schauer über den Rücken jagen. Attentate, Drogen, Waffen - vor nichts machen gewisse Staaten halt, wenn es gilt die eigene Politik durchzusetzen. Leider liegt der Autor damit wahrscheinlich recht nah an der Wahrheit. Die geheimen Dienst wissen ihre Intrigen gut im Verborgenen zu halten und so sind Bücher, die andere Denkansätze kredenzen als sie die herrschende Meinung öffentlich werden lassen möchte, allein schon deshalb lesenswert, weil sie das Gehirn etwas durchrütteln und es auffordern, mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

Veröffentlicht am 25.12.2017

Bliss

Department 19 - Die Mission
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Jamie Carpenter ist erst 14 als sein Vater vor seinen Augen ermordet wird. Seit diesem Tag sind Jamie und seine Mutter Geächtete, denn der Vater soll ein Verräter gewesen sein. Zwei Jahre und etliche Umzüge ...

Jamie Carpenter ist erst 14 als sein Vater vor seinen Augen ermordet wird. Seit diesem Tag sind Jamie und seine Mutter Geächtete, denn der Vater soll ein Verräter gewesen sein. Zwei Jahre und etliche Umzüge später wird Jamies Mutter entführt und nun will Jamie der Sache auf den Grund gehen und nichts mehr als seine Mutter wieder zurückholen. Nachdem ein Hüne Jamie aus einer bedrohlichen Lage gerettet hat, landet Jamie bei einer der geheimsten Organisationen Englands, dem Department 19. Und hier erfährt er, dass Etliches, was er bisher für einen Mythos gehalten hat, mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat als es einem jeden lieb sein kann.

Vampire, Werwölfe, Zombies - alles, wovor man Angst haben kann, soll wahr sein? Jamie will es erst nicht glauben, doch die Tatsachen sprechen für sich. Um seine Mutter aus den Fängen eines Vampirs zu befreien, nimmt Jamie vieles in Kauf. Mit dem Vertrauten seines Vaters zieht Jamie in den Kampf. Frankenstein heißt dieser Vertraute, ja, genau der Frankenstein. Stokers und Shelleys Geschichten sind keine Roman, sondern ausgeschmückte Berichte wahrer Begebenheiten. Daran muss sich Jamie gewöhnen. Doch viele in der Organisation halten Jamies Vater immer noch für den Verräter, wem also kann Jamie überhaupt vertrauen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, für ein Jugendbuch enthält dieses Buch ganz schön viel Gemetzel. In eine packende Handlung gekleidet, aber eben doch Gemetzel. Dessen sollte man sich bewußt sein, bevor man mit der Lektüre beginnt. Bei Department 19 handelt es sich um eine soweit erkennbar fünfteilige Reihe, von denen bisher drei auf Deutsch erschienen sind. Es wird eine größere Geschichte erzählt als nur die Story des Auftakts. Doch bereits dieser Beginn fesselt und erfreut mit seinen Anspielungen auf die Literatur des Genres und Anleihen bei Personen und Handlungssträngen. Ein wenig, was wäre, wenn sie sich alle getroffen hätten, wenn die Geschichten weitergegangen wären. Wie es so häufig ist, wenn etwas besser werden soll, muss es erstmal schlechter werden. Und so beschreibt dieser erste Band ein Versagen, das Aussichten eröffnet, die einen schaudern lassen. Man kann kaum anders als weiterzulesen, um zu erfahren, ob es besser wird.