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Veröffentlicht am 12.08.2024

Superteam

Das Dickicht
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Sie sind ein neues Team: Juha Korhonen und Lucas Adisa, Kommissare in Hamburg. Nun werden sie zu einem Entführungsfall gerufen. Ein Vater vermisst seine 16jährige Tochter und es gibt eine Lösegeldforderung. ...

Sie sind ein neues Team: Juha Korhonen und Lucas Adisa, Kommissare in Hamburg. Nun werden sie zu einem Entführungsfall gerufen. Ein Vater vermisst seine 16jährige Tochter und es gibt eine Lösegeldforderung. Die Umstände erinnern Juha Korhonen an seinen ersten Fall. Damals wurde ein 14jähriger entführt und in einer Holzkiste im Wald gefangen. Juhas ehemaliger Kollege Werner konnte den Jungen nur noch tot bergen. Der vermeintliche Täter starb kurze Zeit später. Und jetzt kommt die Frage auf, ob sie Jahre zuvor den Falschen verdächtigt haben. Korhonen und Adisa nehmen sich die alten Akten vor und entdecken tatsächlich einige Anhaltspunkte.

Zum ersten Mal ermitteln Juha Korhonen, Kommissar mit finnischen Wurzeln, und sein schwarzer Kollege Lucas Adisa gemeinsam. Noch müssen sie sich aneinander gewöhnen, aber sie merken schon, dass sie zumindest auf einer ähnlichen Wellenlange schwimmen. Nicht, dass sie sich jetzt alles erzählen, was sie im Privaten beschäftigt, aber die Grundlage des Vertrauens ist schon da. Gemeinsam packen sie den neuen Fall an und vertiefen sich in die alten Unterlagen. Eigentlich ist kaum damit zu rechnen, dass sich etwas anderes ergeben kann. Und doch führen kleine Spuren bildlich gesprochen zurück in den Wald, wo der tote Junge gefunden wurde.

Wenn man mitunter gleichzeitig mit der Lektüre mehrerer Bücher beginnt, kristallisiert sich manchmal eines heraus, das man immer weiterlesen möchte. Und dieser Reihenstarter ist eines dieser Romane. Korhonen und Adisa bilden ein tolles und sympathisches Team, mit ein paar Ecken und Kanten, aber zum Glück keinen überbordenden Problemen. Auch die Konstruktion des Falles weist ein paar Besonderheiten auf, die diesen Kriminalroman von anderen abheben. Vielleicht gibt es ein wenig zu viel Dickicht. Doch irgendwann beginnt man zu ahnen, in welche Richtung es gehen könnte und ist sehr positiv überrascht von dieser ungewöhnlichen Entwicklung. Von diesem Team darf es gerne mehr geben.

Das Cover des Buches ist passend zum Inhalt gestaltet, denn die Ermittler stapfen schon einige Male durch den Wald.

Veröffentlicht am 10.08.2024

HOchlandschreck

Der mexikanische Fluch
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Im Jahr 1950 erhält die junge Noemi einen postalischen Hilferuf von ihrer Cousine Catalina. Sehr erschrocken ist die Familie. Catalina sollte glücklich sein mit ihrem frischgebackenen Ehemann im mexikanischen ...

Im Jahr 1950 erhält die junge Noemi einen postalischen Hilferuf von ihrer Cousine Catalina. Sehr erschrocken ist die Familie. Catalina sollte glücklich sein mit ihrem frischgebackenen Ehemann im mexikanischen Hochland. Offensichtlich ist die junge Frau Joch erkrankt und gemeinsam mit ihren Eltern beschließt Noemi, dass sie losreisen wird, um Catalina zu helfen. Angekommen in High Place bei den britischstämmigen Doyles bemerkt Noemi schnell, dass diese Leute nicht gerade sympathisch sind. Wo ist Catalina da nur hingeraten? Catalina scheint sich etwas erholt zu haben, aber offensichtlich soll Noemi von ihr ferngehalten werden.

Von außen kommt Noemi, die noch nicht richtig weiß, was wird in ihrem Leben, zu den Doyles, die wohl in sehr gefestigten Strukturen leben. Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Besonders das Haus wirkt in seinem Zustand des Verfalls aus der Zeit gefallen. Manchmal ekelt sich Noemi vor diesen Leuten. Wäre Catalina nicht, würde sie sofort ihre Koffer packen. Am besten käme Catalina gleich mit. Immer mehr bekommt Noemi das Gefühl, dass in und mit High Place etwas überhaupt nicht stimmt. Wie soll sie hinter das Geheimnis kommen und wird sie Catalina helfen können?

Das Cover dieses Buches ist ein echter Hingucker, es fällt auf, wenn man im Buchladen daran vorbeigeht. Und wenn man dann schon einige Klassische Gothic Novels gelesen hat, kann diese Kombination durchaus ein Kaufargument sein. Einzig einige kritische Besprechungen machen vielleicht ein wenig vorsichtig und so greift man gerne zu einem englischsprachigen ebook, welches das schöne Cover auch anbietet. Leider besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass man sich bei der Lektüre den kritischen Rezensionen zuneigt. Zwar sind die Elemente einer Gothic Novel vorhanden, aber irgendwie finden sie nicht so zusammen, dass sie das Leserherz erreichen. Manchmal ist es eben nicht geheimnisvoll und mit Suspense, sondern eher abstoßend. Einige Erläuterungen am Ende des Romans reißen dann doch wieder einiges heraus. Es ist eines dieser Bücher, bei denen jeder selbst entscheiden muss, ob es ihm oder ihr gefällt.

Veröffentlicht am 09.08.2024

Wieder daheim

Sturmrot
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Die Polizistin Eira Sjödin kehrt in ihren Heimatort zurück, weil ihr Mutter unter Demenz leidet und sich nicht mehr alleine versorgen kann. Damit, dass sie nochmal etwas mit einem Kriminalfall aus ihrer ...

Die Polizistin Eira Sjödin kehrt in ihren Heimatort zurück, weil ihr Mutter unter Demenz leidet und sich nicht mehr alleine versorgen kann. Damit, dass sie nochmal etwas mit einem Kriminalfall aus ihrer Kindheit zu tun bekommen könnte, rechnet sie nicht. Doch dann wird sie gerufen. Die Leiche eines älteren Mannes wurde gefunden. Gefunden von seinem Sohn, der ebenso wie Eira lange nicht in der Gegend war. Früher wurde Olof Hagström verdächtigt, eine junge Frau getötet zu haben. Im Verhör hatte er die Tat gestanden. Da er noch nicht schuldfähig war, wurde er in einem Heim untergebracht.

Mit diesem Fall beginnt die dreiteilige Reihe um die Polizistin Eira Sjödin. Im Privaten sorgt sie sich sehr um ihre Mutter, deren Fähigkeiten immer mehr nachlassen, auch wenn sie manchmal erstaunlich klar erscheint. Über ihren Bruder ärgert sich Eira manchmal. Magnus könnte sich doch auch mal um die Mutter kümmern. Und nun ist die erste Vermutung, dass Olof auch seinen Vater umgebracht haben könnte. Doch jedoch bestreitet die Tat vehement. Durch die aufkommenden Gerüchte gerät Olof selbst in Gefahr und Eira ermittelt nicht nur in dem alten Fall und in dem Mordfall an dem alten Hagström, sondern sie versucht auch herauszufinden, wer Olof nach dem Leben trachtet.

Als Hörbuch wird dieser Roman sehr angenehm und akzentuiert vorgetragen von Heide Warmuth.
Eira Sjödin ist eine Ermittlerin, die schnell sympathisch wird. Sie ist eher normal mit normalen Problemen. Es kennen wohl viele, wie es ist, wenn die Eltern älter werden und nicht mehr so können. Und doch ist sie zielstrebig bei der Arbeit, auch wenn es sie persönlich berührt, dass die vor Jahren verschwundene Lina vielleicht noch gefunden werden kann. Die Handlung wirkt zunächst nicht übermäßig spannend, ist jedoch sehr ausgeklügelt und lädt zum Miträtseln ein. Sehr menschlich und authentisch ist Eiras ganze Art. Man kann sich gut in sie in reinversetzen und freut sich auf die Folgebände. Ein guter Reihenstart, mit noch etwas Luft nach oben.

Veröffentlicht am 08.08.2024

Wer hätte das gedacht

Die Insel der besonderen Kinder
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Der 16jährige Jacob Portman ist untröstlich. Sein geliebter Großvater ist gestorben und Jacob vermisst ihn außerordentlich. Er gleitet in eine Depression ab, aus der ihn augenscheinlich nichts befreien ...

Der 16jährige Jacob Portman ist untröstlich. Sein geliebter Großvater ist gestorben und Jacob vermisst ihn außerordentlich. Er gleitet in eine Depression ab, aus der ihn augenscheinlich nichts befreien kann. Als letzte Maßnahme reist Jacob mit seinem Vater auf eine abgelegene Insel, auf der auch sein Großvater mal gelebt hat. Jacob fühlt sich erstaunlich wohl auf der Insel. Durch Zufall entdeckt Jacob ein altes Haus, von dem gesagt wird, es habe mal ein Kinderheim beherbergt. Könnte es tatsächlich der Ort sein, von dem sein Großvater Abe immer erzählt hat? Damit, dass Jacob auf die Kinder treffen könnte, die hier lebten, ist wirklich nicht zu rechnen, Ober?


Dies ist der erste Band der Reihe um Mrs. Peregrines besondere Kinder. Bevor Jacob jedoch auf Mrs. Peregrine und die Kinder trifft, muss er den Tod seines Großvaters verarbeiten. Alles andere als einfach, Abe fehlt ihm einfach zu sehr. Wenn es Jacob mal nicht gutging, hatte sein Opa Worte des Zuspruchs. Und nun? Eine Riesenlücke im Leben, die nicht mal eben zu füllen ist. Wird es Jacob auf der Insel besser gehen. Überraschend trifft er wirklich auf die Kinder, von denen Abe gesprochen hat. Schwebende Mädchen, unsichtbare Jungen und noch mehr Kinder mit erstaunlichen Fähigkeiten. Wie anders das Leben plötzlich ist, wie außergewöhnlich und gefährlich.

Beim ersten Blick auf oder in das Buch, kommt sofort der Wunsch auf, es zu lesen. Die tolle Aufmachung, die alten Fotos, daraus kann sich doch nur eine spannende und interessante Handlung ergeben. Lange stard das Buch auf der Wunschliste, bis es endlich im Korb gelandet ist. Und dann die Lektüre, die Depression, so gut beschrieben und ausgebreitet, dass es einen runterzieht und einem die Lust am weiterlesen verleidet. Und als endlich eine aktionsgeladene Handlung einsetzt, wird es bald so grausam und gewalttätig, dass man sich fragt, ob man irgendwie im falschen Buch gelandet ist. Tolle Idee, toll dargeboten und formuliert, aber eine tolle Wirkung hat es auf diese spezielle Leserin nicht. Nach langer Zeit endlich abgeschlossen mit dem Entschluss, die Reihe nicht weiterzuverfolgen. Schade, aber eben das persönliche Empfinden.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Unheimlicher Fund

Der Retter
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An der englischen Küste finden Urlauber etwas, was zunächst eher wie eine Rettungsweste aussieht. Leider sind in ihr noch die sterblichen Überreste eines Menschen gefangen. Untersuchungen ergeben, dass ...

An der englischen Küste finden Urlauber etwas, was zunächst eher wie eine Rettungsweste aussieht. Leider sind in ihr noch die sterblichen Überreste eines Menschen gefangen. Untersuchungen ergeben, dass es sich möglicherweise um einen niederländischen Schiffsführer handelt, der bei einer Rettungsaktion vor über zwanzig Jahren verschwand. Da schon an dem ursprünglichen Rettungsversuch deutsche und niederländische Seenotretter beteiligt waren, ermitteln nun auch wieder Beamte aus beiden Ländern. Kommissar Liewe Cupido auf deutscher Seite bekommt seinen jungen Kollegen Xander Rimbach an die Seite gestellt. Gewohnt alleine zu arbeiten, ist Cupido nicht ganz glücklich darüber. Er überlässt Xander einen vermeintlich harmlosen Teil der Untersuchungen.

Nun zum dritten Mal soll Kommissar Liewe Cupido einen Fall lösen. Mit dem Kollegen Rimbach hat er in einem anderen Fall gut zusammengearbeitet. Der Gedanke an einen Partner stört ihn aber doch. Doch vielleicht sollten beide einfach auf die vorherigen Erfahrungen vertrauen. Einen so alten Fall neu aufzurollen, erweist sich als schwierig. Die Identifikation des Opfers ist dabei sogar eher weniger schwierig, schließlich gibt es die Rettungsweste mit dem Schiffsnamen darauf. Aber wie kann es sein, dass von fünfzehn Personen, die zu bergen waren, ausgerechnet einer, der Kapitän, es nicht schafft. In der Vergangenheit zu graben kann ganz schön vertrackt sein.

Die Reihe um Liewe Cupido hat was. Besonders wenn man die norddeutschen oder niederländischen Küsten mag. Die Beschreibungen der nautischen und seemännischen Gegebenheiten sind klasse und wohl nicht so schnell zu übertreffen. Ebenfalls ein Leckerbissen ist der alte Fall, den es zu lösen gilt. Gerade wenn es darum geht, nach so langer Zeit noch Neuigkeiten zu entdecken. Dass Cupido manchmal nicht so richtig bei der Sache ist, liegt an seinen Gedanken, an die letzte Fahrt seines Vaters, der nicht von See zurückgekommen ist. Hier liegt für Liewe ein Geheimnis, welches er noch nicht entschlüsselt hat. Doch wozu braucht er einen Partner? Rimbach, der sich bereits als sympathischer Ermittler erwiesen hat, bekommt seinen Wunsch erfüllt. Und er erweist sich als lernwilliger und gewiefter Ermittler. Mal schauen, was da noch zu erwarten ist. Ein toller Band dieser herausragenden Reihe, gerne mehr davon.