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Veröffentlicht am 14.07.2024

Die Spionin

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
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Laias Eltern sind tot. Mit ihren Großeltern und ihrem Bruder lebt sie trotz aller Schwierigkeiten relativ zufrieden. Eines Abends findet jedoch eine Razzia durchgeführt von Kämpfern des Reiches, die Masken ...

Laias Eltern sind tot. Mit ihren Großeltern und ihrem Bruder lebt sie trotz aller Schwierigkeiten relativ zufrieden. Eines Abends findet jedoch eine Razzia durchgeführt von Kämpfern des Reiches, die Masken genannt werden, statt. Die geliebten Großeltern werden getötet und ihr Bruder Darin verschleppt. Nur Laia kann fliehen. Sie schlägt sich zu den Widerständlern durch. Nur die können ihr helfen. Allerdings muss sich Laia bei der Kommandantin des Reichs einschleusen lassen, um für den Widerstand zu spionieren. Ausgerechnet in die Dienste der grausamten Maske soll sie treten. Gerade zu der Zeit, wo ein Ausbildungsjahrgang neuer Masken seine langjährige Ausbildung beendet. Eine dieser Masken ist Elias.

Dieser erste Teil einer vierteiligen Reihe ist gleichzeitig das Debüt der Autorin. Hier beginnt die Geschichte um Lars und Elias, bei dem es sich um den Sohn der Kommandantin handelt. Eigentlich gehörte Laias Familie zu den Gelehrten. Nun muss sie als Sklavin auftreten und viel zu schnell erfährt Laia, was dieses Wort bedeutet. Elias dagegen hadert mit seiner Bestimmung. Er will keine Maske sein, jemand, der für zweifelhafte Ziele foltert oder tötet. Er überlegt ernsthaft wie er diesem vorgezeichneten Weg entfliehen könnte. Erstmal entscheidet er sich jedoch unerwartet ganz anders.

Bei diesem Roman wundert es nicht, dass die Filmrechte wohl schon verkauft sind. Mit Elias, der sich mit seiner künftigen Aufgabe als Maskenträger überhaupt nicht wohl fühlt, und Laia, die sich selbst für feige hält, aber die, um ihren Bruder zu retten, anfängt beim schlimmsten Feind zu spionieren, betritt ein interessantes Paar die Bühne. Die Zerrissenheit von Elias und Laias Mut der Verzweiflung sind eine Kombination, die dazu führt, dass man das Buch weiterlesen möchte. Wenn Autorin und Reihe vorher unbekannt waren, ist das eine angenehme und positive Erfahrung. Es empfiehlt sich also durchaus, sich auch die weiteren Bände der Reihe auf die inneren Wunschliste zu setzen.

Veröffentlicht am 12.07.2024

Olivia

Eve
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In den 1930ern macht sich Evelyn Ross auf den Weg nach Los Angeles. Sie hat ihrem Freund den Laufpass gegeben und verlässt New York. In Los Angeles trifft sie aktuelle und gewesene Hollywoodgrößen. Olivia ...

In den 1930ern macht sich Evelyn Ross auf den Weg nach Los Angeles. Sie hat ihrem Freund den Laufpass gegeben und verlässt New York. In Los Angeles trifft sie aktuelle und gewesene Hollywoodgrößen. Olivia de Haviland ist gerade besonders gefragt. Sie soll in der Verfilmung von „Vom Winde verweht“ eine Rolle übernehmen. Wenn die beiden Damen unterwegs sind, ist es für Olivia zum Glück etwas entspannter als unter den Filmleuten. Doch überhaupt fällt Evelyn auf. Sie weckt Neugier, weil sie sich eher zurückhaltend gibt. Evelyn lässt sich allerdings nicht in die Karten schauen.

Die Welt der großen Hollywood Studios in den 1930ern wird vielleicht aus heutiger Zeit etwas verklärt gesehen. Und so wirft der Autor einen ein wenig anderen Blick auf die Begebenheiten. Die Studios rangeln sich um die Stars und diese müssen sich loyal zu ihren Arbeitgebern zeigen. Eine Ausleihe ist schon besonders. Da kann eine Abend in einem Lokal quasi unter Mädels sehr entspannend sein. Doch auch schon damals konnte es geschehen, dass um eine Ecke ein Journalist oder ein Fotograf lauerte. Es muss nicht sein, aber es war nicht so viel anders als heute. Man musste vorsichtig sein und durfte keine Schwächen zeigen.

Mit seinem neuen Roman zaubert der Autor wieder eine Geschichte, die mit ihrer Vielschichtigkeit überzeugt. Auch wenn die Handlung zu Beginn etwas dahin mäandert, werden die Ereignisse doch immer spannender, sobald sich langsam herauskristallisiert, wie die Ansätze zueinander passen. Es eigenständige Frau, die vielleicht ihrer Zeit voraus war. Eine Schauspielerin, die im Zentrum des Interesses steht. Und einige andere, deren Anwesenheit sich durch die Handlung erklärt. Es macht Spaß zu lesen, wie Leute meinen, dass sie Oberhand haben, nur um kurz darauf zu merken, dass andere doch schlauer sind. Und auch die Schilderung des Geschäfts des Filmemachers, die Intrigen, die durchzustehen sind, der Respekt, der sich verdient wird. Ein Roman, der sich nach und nach erschließt, dann aber richtig.

Das Evelyn Ross eine geheimnisvolle Persönlichkeit ist, kann auch schon am Cover erkannt werden. Die vorgestreckte Schulter und der gesenkte Blick wirken so als ob sie ihre Gedanken für sich behält.

Der Roman ist im Original bereits im Jahr 2013 als Nachfolger zu „Eine Frage der Höflichkeit“ erschienen.

Veröffentlicht am 09.07.2024

Meerjungfrauen

Bretonische Sehnsucht
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Diesmal wird Kommissar Dupin direkt vom Präfekten auf die Mission Aufklärung seltsamer Todesumstände geschickt. Dieser will sicherstellen, dass seine Nichte nicht mit dem Tod eines Musikers in Verbindung ...

Diesmal wird Kommissar Dupin direkt vom Präfekten auf die Mission Aufklärung seltsamer Todesumstände geschickt. Dieser will sicherstellen, dass seine Nichte nicht mit dem Tod eines Musikers in Verbindung gebracht wird. Dieser wurde am Ufer seiner Heimatinsel Quessant angespült. Er war ein Kenner der keltischen Musik. Überhaupt haben viele Inselbewohner mit Musik zu tun, sie spielen Instrumente, singen, tanzen. Mehrere Musikfestivals finden pro Jahr statt. Kein Wunder, dass man kurz vor solch einer Veranstaltung keinen ungeklärten Todesfall gebrauchen kann. Dupin wird sofort von der ätherischen Stimmung auf der Insel gefangen genommen.

Sein dreizehnter Fall führt Kommissar Georges Dupin mal wieder an einen außergewöhnlichen Ort. Die Insel Quessant liegt am äußersten Ende der Bretagne. Hier haben Sagen und Fabeln ihre Daseinsberechtigung oder vielleicht sogar ihren Ursprung. Besonders verbunden sind die Bewohner mit der Musik. Keltische Melodien und Gesänge insbesondere. Rayenne Ker lebte einige Zeit im Ausland. Vor kurzem jedoch ist sie auf die Insel zurückgekehrt. Ihr ersten bekannten Lieder hat sie dem Toten zu verdanken. Ob das etwas zu bedeuten hat? Und ausgerechnet jetzt ist Nolwenn auf einem Segeltörn und auf ihre Expertise kann Dupin nicht zurückgreifen. Riwal, sein wandelndes Lexikon, ist eine große Hilfe, wenn es um die Volkssagen und Ausdrücke geht.

Ein wenig ist es bei Kommissar Dupin wie nach hause kommen. Auch wenn Claire auf Geschäftsreise ist und sich Nolwenn im Urlaub befindet. Das macht den Roman anders, aber auch so hat es seinen Reiz. Auch der Bezug zur keltischen Mythologie macht die Handlung geheimnisvoll und interessant. Dazu kommen kleine unaufdringliche Reisebeschreibungen von Leuchttürmen, Landschaften, Inselpfaden, urigen Kneipen und immer wieder die Musik. Schmunzeln möchte man, wenn Dupin zum eBike Fahrer bekehrt wird. Mit dem Rad kommt man einfach besser überall hin. Und so erspürt der Kommissar seinen Fall, der schließlich eine Wendung nimmt, mit der so nicht zu rechnen ist. Der Gedanke an einen Urlaub ist mal wieder geweckt und vergnügliche Lesestunden sind garantiert. Und sicher gibt es für jeden Leser oder jede Leserin unterschiedliche Dinge zu entdecken.

Veröffentlicht am 08.07.2024

Oldtimer

Grand Prix
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Der Tourismus in St. Denis soll gefördert werden. Was könnte sich eignen, auch außerhalb der Hauptsaison Gäste anzuziehen. Als Versuch wird eine Oldtimer-Ausfahrt mit anschließender Rallye organisiert. ...

Der Tourismus in St. Denis soll gefördert werden. Was könnte sich eignen, auch außerhalb der Hauptsaison Gäste anzuziehen. Als Versuch wird eine Oldtimer-Ausfahrt mit anschließender Rallye organisiert. Die Ausfahrt erweist sich als Erfolg und bei der Rallye wird Bruno, Chef de Police, unversehens zum Beifahrer von Annette. Diese fährt einen heißen Reifen, da sie sich für weitere Rennen qualifizieren möchte. Ein echter Hingucker ist ein alter Bugatti, die zwei Teilnehmer mitbringen. Es stellt sich heraus, dass nach dem zweiten Weltkrieg in der Gegend ein anderes Bugatti Modell in der Gegend von St. Denis verschwunden ist. Doch Bruno erhält die Nachricht von einem Todesfall, der zu begutachten ist.

Der neunte Fall von Bruno, Chef de Police, hat einen tollen Aufmacher. Es geht um die Suche nach einem Oldtimer, der sich als das wertvollste Fahrzeug der Welt erweisen könnte. Ein Bugatti, das schnellste Straßenfahrzeug seiner Zeit. Von diesem speziellen Modell wurden nur vier Fahrzeuge gebaut. Das Schicksal von Dreien ist bekannt. Könnte das Vierte wieder auftauchen. Doch Bruno muss sich auch um den Todesfall kümmern. Ein älterer Herr hatte wohl einen Herzinfarkt. Warum aber sind die letzten Unterlagen, an denen er gearbeitet hat, uns sein Laptop verschwunden? Und auch ein Junge aus dem Ort macht Bruno Sorgen. Er wurde beim Klauen erwischt.

Dieses alte Auto macht Lust einmal das Internet zu bemühen. Die Rahmengeschichte um den Bugatti ist im Internet nachzulesen. Also keine abgehobene Idee des Autors. Manchmal denkt sich das Leben echt beeindruckende Geschichten aus. Leider wird das Buch seinem Titel, der eine gewisse Geschwindigkeit verspricht, nicht ganz stand. Allzu behäbig wird die Geschichte bearbeitet. Dabei ist es wieder schön zu lesen, wie Bruno dem Recht zu seinem Recht verhelfen will, ohne den Menschen die Zukunft zu nehmen. Er will sie selbst zum Nachdenken anregen, sie sollen sich von sich aus ändern. Ob er immer damit Erfolg haben kann? Immerhin manchmal stehen die Chancen nicht schlecht. Natürlich ist auch das Thema Bruno und die Frauen wieder vertreten, allerdings nicht so berührend wie in anderen Momenten. Dennoch fühlt man sich immer wohl mit Bruno in seinem St. Denis, seinen Freunden und Balzac.

Veröffentlicht am 02.07.2024

Das Video

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Die 16jährige Lena Palmer ist verschwunden. Ein Fall, mit dem Kommissarin Yasira Saad vom Bundeskriminalamt normalerweise nichts zu tun bekäme. Doch kurz nach dem Verschwinden der jungen Frau taucht ein ...

Die 16jährige Lena Palmer ist verschwunden. Ein Fall, mit dem Kommissarin Yasira Saad vom Bundeskriminalamt normalerweise nichts zu tun bekäme. Doch kurz nach dem Verschwinden der jungen Frau taucht ein Video im Netz auf, das grausame Bilder zeigt. Leider kann der Film nicht so schnell gelöscht werden und die Reaktionen darauf sind heftig. Es spielen sich offensichtlich welche bessere Richter auf. Wegen des Bezugs zum Hintergrund der vermeintlichen Täter, wird Yasira dem Fall zugeteilt. Sie und ihr Team müssen zunächst feststellen, dass sich der Fall irgendwie ihren Ermittlungen entzieht. Und die Reaktionen der Öffentlichkeit werden immer schlimmer. Es scheint als würde sogar Yasira in Gefahr geraten.

Der Autor ist bisher eher von seinen humorvoll satirischen Büchern bekannt. Hier legt er seinen ersten Thriller vor. Kommissarin Yasira Saad muss in einem Fall ermitteln, bei dem die Täter einen Migrationshintergrund haben könnten. Wahrscheinlich meint ihr Chef, sie sei geeignet, weil ihre Eltern selbst eingewandert sind. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael versucht sie, näheres über Lena Palmer herauszufinden. Wo ist die junge Frau? Wer sind die Täter? Die ersten Ermittlungen ergeben nichts. Und durch die Berichterstattung ist es Yasira selbst, die in den Fokus gerät. Natürlich weiß sie, dass es in ihrem Job mal gefährlich werden kann, aber dass sie und ihre Tochter direkt bedroht werden könnten, hätte sie nie gedacht.

Wenn man noch nichts von dem Autor gelesen hat, kann man schon auf die Idee kommen, es mal mit diesem neuen Roman zu versuchen. Wenn dann auf dem Titelblatt steht, der Thriller enthalte sensible Inhalte, kann man darüber hinweglesen. Allerdings wird einem doch schnell bewusst, dass diese Warnung nicht ohne Grund gedruckt wurde. Man bekommt anstelle eines humorigen spannenden Buches einen bitterbösen Thriller, der einen Teil der Wirklichkeit wahrscheinlich besser beschreibt als einem lieb sein kann. Wieso unternehmen die Verantwortlichen nichts, fragt man sich. Muss es erst noch schlimmer werden? Jegliches Lachen bleibt einem hier im Halse stecken und dass man manches so oder so ähnlich schon mal in irgendeinem Zeitungsbericht gelesen hat, macht es auch nicht besser. Man folgt der Handlung mit Widerwillen und doch gespannt, weil man auf ein besseres Ende hofft, Das kommt aber nicht. Schließlich endet der Roman mit einer Überraschung. Teilweise meint man, es hätte lieber etwas früher aufhören sollen, teilweise denkt man, dies und das hätte man gerne noch gewusst.

Das Hörbuch wird vom Autor selbst manchmal auf recht trockene Art und manchmal so eindringlich vorgetragen, dass einem der Atem stockt. Das Buch/Hörbuch kann aufrütteln und zum Lesen empfohlen werden.