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Veröffentlicht am 08.01.2022

Das Foto

Dunkelheit, nimm meine Hand
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Die Bostoner Psychologin Diandra Warren bekommt anonym ein Foto von ihrem Sohn zugeschickt. Das empfindet sie als sehr bedrohlich- Sie engagiert die Detektive Patrick Kenzie und Angie Gennaro, um ihrem ...

Die Bostoner Psychologin Diandra Warren bekommt anonym ein Foto von ihrem Sohn zugeschickt. Das empfindet sie als sehr bedrohlich- Sie engagiert die Detektive Patrick Kenzie und Angie Gennaro, um ihrem Sohn zu schützen. Die Detektive finden schnell heraus, dass es wohl nichts mit der Mafia zu tun hat. Allerdings finden sie keine Hinweise, von wem das Foto kam. Sie beobachten den jungen Mann eine Weile, um notfalls eingreifen zu können. Inzwischen erhält auch Kenzie unerklärliche Nachrichten und er beginnt zu überlegen, was er mit der Sache zu tun haben könnte. Bald gibt es einen ersten Todesfall.

Der zweite Band um die beiden Detektive Kenzie und Gennaro beginnt ganz harmlos. Zwar versteht man die Besorgnis der Mutter, aber nach der tagelangen Beobachtung ohne Ergebnis, scheint eben doch nichts dran zu sein. Angie Gennaro ist frisch geschieden und Patrick Kenzie verbringt jede freie Minute mit seiner Freundin Grace und deren Tochter Mae. Die beiden sollen nichts von der Gewalt in seinem Leben erfahren. Patricks Freund Bubba kann bei der vermeintlichen Mafiaspur helfen. Die Auskünfte der feinen Gesellschaft sind dabei überzeugend. Überraschend trifft Patrick die junge Kara aus seinem Kiez wieder. Sie scheint Hilfe zu brauchen, erzählt aber nichts weiter.

Kenzie und Gennaro sind ein tolles Team, mit Beziehungen in Verbrecherkreise, was bei ihren Ermittlungen mitunter hilfreich ist, aber auch Gefahren mit sich bringt. Ob man die Schilderungen einiger Brutalitäten so gerne liest, mag dahingestellt sein. Vielleicht gehört es bei so einem düster trockenen Krimi auch dazu. Doch die Geschichte ist geschickt aufgebaut. Da ahnt man nichts vorher. Man fühlt den Abgrund näher rücken und hofft, doch das Schlimmste verhindern zu können. Jedenfalls tut sich eine Story auf, die Kenzie und Gennaro einiges abverlangt. Und auch beim Lesen muss man manchmal tief durchatmen, ob so viel Bosheit. Man klebt gefesselt an den Seiten und fragt sich, wie das noch zu einem einigermaßen erträglichen Ende kommen kann. Zum Glück gibt es noch weitere Bücher aus der Reihe.

Veröffentlicht am 06.01.2022

Insulaner

Die Toten von Thunder Bay
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Die junge Journalistin Rebecca Connolly erfährt zufällig, dass ein mutmaßlicher Mörder auf seine Heimatinsel zurückkehrt, um an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen. Damals wurde er aus Mangel an ...

Die junge Journalistin Rebecca Connolly erfährt zufällig, dass ein mutmaßlicher Mörder auf seine Heimatinsel zurückkehrt, um an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen. Damals wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das könnte die Story sein. Obwohl ihr Chefredakteur nichts davon hält, reist Rebecca auf die Inseln. Von Stoirm stammte auch ihr verstorbener Vater und er hat nie ein Wort über seine Heimat gesprochen. Nun will Rebecca endlich die Gelegenheit wahrnehmen, um mehr über ihr eigene Herkunft zu erfahren. Schon auf der Fähre trifft sie den Heimkehrer Roddie Drummond. Doch dieser verhält sich eher verschlossen und auch die Leute auf der Insel scheinen nicht gerade erfreut über die Ankunft der Fremden.

Mit diesem Band startet die Reihe um die Reporterin Rebecca Connolly. Die junge Frau macht gerade eine Phase des Umbruchs durch. Deshalb nimmt sie die Gelegenheit, für eine Weile fort zu sein gerne wahr. Auch wenn die Insel erstmal eher unwirtlich erscheint, versucht Rebecca doch, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Vielleicht kann sie je etwas erfahren, das eine Story ergibt oder sogar etwas Neues über den Tag, an dem eine junge Frau gewaltsam zu Tode kam. Doch schon der damalige und nun ehemalige Ermittler versucht, Rebecca von ihrem Vorhaben abzubringen.

Eine unwirtliche und auch ungastliche Insel, deren Bewohner ihre Geheimnisse hegen, ein etwas düsteres Setting. Die Beschreibungen von Land und Leuten beschwören gleich die entsprechende Stimmung herauf. Durch Rebeccas Augen sieht man die Entwicklungen, die vor fünfzehn Jahren zu dem tragischen Tod einer jungen Mutter geführt haben. Auch bekommt man Hinweise, weshalb ihr Vater die Insel verlassen haben könnte. Auch wenn ein paar Geschehnisse aus moderner oder festländischer Sicht eher antiquiert wirken, so ist man doch gefesselt. Die Darstellung des Lebens in der kleinen Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, wirkt lebendig und authentisch, auch wenn man auf den Gedanken kommt, dass man auf so einer Insel nicht leben möchte. Vielleicht ist noch ein wenig Luft nach oben, aber dennoch gefällt dieser spannende Reihenauftakt.

Veröffentlicht am 03.01.2022

Der rote Wolf

Der Herzgräber
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Heather fährt zurück in ihren Heimatort. Ihre Mutter ist gestorben, genau, sie hat sich umgebracht. Sogar einen Abschiedsbrief hat sie hinterlassen, der allerdings nichts klärt. Nun muss Heather die Bestattung ...

Heather fährt zurück in ihren Heimatort. Ihre Mutter ist gestorben, genau, sie hat sich umgebracht. Sogar einen Abschiedsbrief hat sie hinterlassen, der allerdings nichts klärt. Nun muss Heather die Bestattung organisieren. In dem Haus fühlt sie sich fremd. Nur eine Freundin ihrer Mutter, die etwas zu Essen vorbeibringt, gibt etwas Trost. Heather geht durch die Zimmer, planlos, sie sucht nichts, sie schaut nur. In einer alten Kiste findet sie alte Briefe. Offensichtlich schrieb ihre Mutter einem verurteilten Mörder. Davon wusste Heather nichts und das, obwohl da über Jahre hin und her gegangen sein müssen. Zur gleichen Zeit mehren sich Berichte über Frauen, die verschwunden sind.

Heather befindet sich nach dem Tod ihrer Mutter in einer Ausnahmesituation. Auch wenn der Kontakt zu ihr nicht eng war, wenn die Mutter plötzlich auf solch eine Art nicht mehr da ist, kann vieles nicht mehr aufgearbeitet werden. Als sie dann auch noch die Briefe findet, hofft sie, der Absender könnte wenigstens ein paar ihrer Fragen beantworten. Doch der verurteilte Mörder Michael Reave gibt ihr mit seinen geheimnisvollen Aussagen nur noch mehr Rätsel auf. Wenigsten hat Heather erfahren, dass ihre Mutter als junge Frau mal in einer Kommune gelebt hat. Ein Ansatzpunkt, den sie genauer untersuchen will.

Die unbekannten Eltern, ein wenig kennen das wohl viele, wenn sie doch etwas über Mutter oder Vater erfahren, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet haben. Für die Journalistin Heather ist das noch eine ganz andere Nummer. Aus welchem Grund nur sollte sich ihre Mutter umgebracht haben? Die sich langsam aufbauenden Befürchtungen, die Zeichen, die auf eine Bedrohung hindeuten, das macht das Buch sehr spannend. Auch wenn, Teile der Geschichte schwer zu glauben sind, so ist Heather eine zupackende junge Frau, die ihren Weg sucht und sich doch ihrer Trauer und ihrer Vergangenheit stellen muss. Eine Vergangenheit, an die sie sich nicht einmal erinnern kann. Auch wenn einige Beschreibungen etwas brutal wirken, so fesselt dieser Thriller doch und wartet mit einem Finale auf, mit dem tatsächlich nicht zu rechnen war.

Veröffentlicht am 03.01.2022

Der Unsichtbare

Illegal
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Schon seit ungefähr zehn Jahren lebt der Ghanaer Kodjo in Berlin. Solange er verheiratet war einigermaßen legal, doch seit der Scheidung ist er ein Illegaler. Sein erstes Bestreben ist es daher, unsichtbar ...

Schon seit ungefähr zehn Jahren lebt der Ghanaer Kodjo in Berlin. Solange er verheiratet war einigermaßen legal, doch seit der Scheidung ist er ein Illegaler. Sein erstes Bestreben ist es daher, unsichtbar zu sein. Er will in Berlin bleiben. Als er sich mal wieder in der Übergangsbehausung aufhält, beobachtet er im Haus gegenüber einen Mord. Und weil er diesmal doch gesehen wird, ist er selbst es, der in Verdacht gerät. Kodjo bleibt keine andere Möglichkeit, als den wahren Täter zu entlarven. Die Polizei geht schließlich der Einfachheit halber dem einzigen Hinweis nach, den sie hat.

Bei Kodjo handelt es sich um einen intelligenten jungen Mann. Nach seinen Erzählungen kommt er aus einer wohl situierten Familie in Ghana und sein Auftreten bestätigt das. Dennoch lebt er illegal in Berlin. So ganz klar ist nicht, weshalb er nicht zurückgeht, um legal wieder einzureisen. Nachdem er den Mord beobachtet hat, kann er logischerweise nicht einfach zur Polizei. Mit den wenigen Informationen, die er hat, versucht er selbst zusammen mit ein paar Freunden und Freundinnen, den Täter zu finden. Die Gruppe arbeitet geschickt und trägt gewitzt einige Informationen zusammen. Doch was, wenn der Mörder merkt, dass er enttarnt wurde?

Der Beginn dieses Kriminalromans ist klasse gemacht. Der illegale, aber unschuldige Kodjo, der , um sich von dem Verdacht zu befreien, versucht, den Täter selbst ausfindig zu machen. Und wie klug und gewieft er sich dabei anstellt. Man ist ganz bei ihm und hofft vielleicht etwas naiv, dass er Erfolg hat. Schließlich soll der wahre Täter gestellt werden. Toll, wie seine Freunde und Freundinnen ihm helfen. Hobbydetektive zwar, aber durchaus ernst zu nehmen. Doch im weiteren Verlauf gerät die Geschichte wie schon im Klappentext angedeutet zur Jagt auf Kodjo. Während der Lektüre dieses Teil beginnt man, sich zu fragen, ob die Polizei wirklich so schlecht ist, dass man ihr überhaupt nicht vertrauen kann. Und vielleicht ist man etwas treu doof, aber da verliert einen die Handlung. Und der Schluss wirkt gerecht, aber nicht richtig. In Teilen wartet dieser Roman mit einer sehr spannenden und gut konstruierten Geschichte auf.

Veröffentlicht am 02.01.2022

Das Cottage

Das Versprechen
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Die 13jährige Amor denkt, dass Eltern eigentlich unsterblich sein sollten. Und doch stirbt ihre Mutter mit nur vierzig Jahren an Krebs. Amor wird aus dem Internat heimgeholt, ihre Schwester Astrid ist ...

Die 13jährige Amor denkt, dass Eltern eigentlich unsterblich sein sollten. Und doch stirbt ihre Mutter mit nur vierzig Jahren an Krebs. Amor wird aus dem Internat heimgeholt, ihre Schwester Astrid ist daheim und der älteste der Geschwister Anton, der seinen Militärdienst ableistet, bekommt sieben Tage Urlaub. Auf der Farm der Swarts versammeln sich Familie und Freunde der Toten. Im Jahr 1986 gibt es erste Unruhen zwischen Schwarzen und Weißen. Der Verstorbenen war es ein Anliegen, dass Salome, ihr schwarzes Hausmädchen, das Cottage, in dem sie lebt, bekommen soll. Auf dem Sterbebett verspricht ihr Mann, er wird dafür sorgen, dass das Haus und ein Stück Land an Salome übergehen.

Über mehrere Jahrzehnte berichtet der Autor vom Niedergang der eigentlich wohlhabenden Familie Swart. Die Mutter Rachel schien die Familie zusammengehalten zu haben. Nach ihrem Tod vermögen die Überlebenden es nicht, eine Gemeinsamkeit zu finden. Der Vater, früher ein Schwerenöter hat sich schon vor einer Weile der Kirche zugewandt. Anton ist wegen des Wehrdiensts nicht zu hause, Astrid vergnügt sich lieber mit ihrem Freund und Amor, die Jüngste, ist so schockiert vom Tod ihrer Mutter, dass sie das zunächst nicht wahrhaben will. Das Versprechen gerät in Vergessenheit. Schließlich wird Mandela aus der Haft entlassen und Süd Afrika zur Demokratie;

Mit schlichten, aber prägnanten Worten bringt der Autor auch Lesern, die nicht direkt im System der Apartheid groß geworden sind, diese Zeit des Umbruchs nahe. Die Strukturen der weißen Familien werden aufgebrochen, während die der Ureinwohner nicht sofort in die Bresche springen können, sie waren ja viel zu lange unterdrückt und klein gehalten. Doch auch ihre Strukturen brechen auf, so dass eine eigentlich sehr positive Entwicklung erstmal zu Unruhen und Tumulten führt. Gebannt verfolgt man wie von einer einst vermutlich stolzen Familie beinahe nichts mehr bleibt. Immer wieder wünscht man, das Versprechen würde nicht beiseite geschoben und immer wieder geflissentlich vergessen werden. Was man freiwillig und mit guten Gründen gibt, birgt die Chance, eine Gemeinschaft erzeugen, die allen zugute kommen könnte.

Ein herausragender und wohl zurecht preisgekrönter Roman über eine Zeit eines radikalen Umbruchs.