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Veröffentlicht am 03.01.2022

Vergnüglicher Regionalkrimi

Im Flachgau wartet der Tod
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Buchmeinung zu Natascha Keferböck – Im Flachgau wartet der Tod

„Im Flachgau wartet der Tod“ ist ein Kriminalroman von Natascha Keferböck, der 2021 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Geschichten ...

Buchmeinung zu Natascha Keferböck – Im Flachgau wartet der Tod

„Im Flachgau wartet der Tod“ ist ein Kriminalroman von Natascha Keferböck, der 2021 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Geschichten zu erzählen hat für Natascha Keferböck, Jahrgang 1969, schon als Kind eine wichtige Rolle gespielt. Mit dem Aufschreiben hat sie allerdings erst später begonnen. Sie ist seit vielen Jahren beruflich in der Technik- und Finanzwelt zu Hause. In ihren Flachgauer Krimis rund um das fiktive Dorf Koppelried bei Salzburg zollt die Autorin ihrer Liebe zum Salzburger Land und seinen Menschen humorvoll Tribut.

Klappentext:
Ein herrlich schräger Krimi aus dem Salzburger Land. Mitten in der Flachgauer Raunacht geschieht ein Mord, der das beschauliche Örtchen Koppelried in den Ausnahmezustand versetzt – und mit ihm den Dorfpolizisten Raphael Aigner, der das Opfer nur allzu gut kannte. Mit Unterstützung alter Kollegen nimmt Aigner die Fährte auf und trifft bei der Suche nach dem Täter nicht nur auf überhebliche Pfaffen, windige Geschäftsmänner und kauzige Dorfbewohner, sondern kommt auch einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur.

Meine Meinung:
Dieses Buch kann man völlig zurecht eine Krimödie nennen. Es ist zudem ein Regionalkrimi aus dem Flachgau mit reichlich Dialekt, der mir als Niederrheiner anfänglich ein paar Verständnisprobleme bereitet hat. Diese haben sich aber schnell gelegt und für die harten Fälle findet sich im Anhang ein Glossar. Der Protagonist Raphael Aigner, aus dessen Sicht die Geschichte vorwiegend erzählt wird, ist ein eigenwilliger Charakter, der für manche Überraschung gut ist. Im humorigen Gewand kommt eine Geschichte daher, die eher traurig stimmt. Beziehungsprobleme und Familienstreitereien sind ein wichtiges Thema, aber auch Liebe und Verbundenheit. All dies wird mit viel Wortwitz und teils auch deftigem Humor versetzt. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch und es bleibt bis zum Ende spannend. Der Mord wird sauber aufgeklärt, allein auf der Beziehungsebene bleiben Fragen für eine Fortsetzung offen.

Fazit:
Dieses Buch schafft den Spagat zwischen durchaus ernster Thematik und humorvoller Verpackung vor allem dank seiner Hauptfigur Raphael Aigner vorzüglich. Deshalb bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Ein unerwartetes Jahreshighlight

Kant und der sechste Winter
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Buchmeinung zu Marcel Häußler – Kant und der sechste Winter

„Kant und der sechste Winter“ ist ein Kriminalroman von Marcel Häußler, der 2021 im Heyne Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Marcel Häußler ...

Buchmeinung zu Marcel Häußler – Kant und der sechste Winter

„Kant und der sechste Winter“ ist ein Kriminalroman von Marcel Häußler, der 2021 im Heyne Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Marcel Häußler wurde 1970 in Essen geboren. Um die Jahrtausendwende arbeitete er in Köln als Kameraassistent und Cutter, als ihn die Liebe aus der Großstadt in ein bayerisches Dorf verschlug. Zwei Jahre später zog es ihn aus der Provinz nach München, wo er bis heute wohnt. Er veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten, schrieb an Drehbüchern mit und übersetzte über dreißig Romane aus dem Englischen.

Klappentext:
Ausgerechnet am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags wird Hauptkommissar Kant zu einem Tatort im Münchner Ortsteil Obermenzing gerufen. Ein Mann liegt tot im Schnee. Alles würde auf einen Unfall auf vereister Fahrbahn hindeuten – wäre da nicht die seltsame Zeugenaussage einer Anwohnerin: Sie will gesehen haben, wie der Fahrer des Unfallwagens ausstieg und den bereits am Boden liegenden Mann erwürgte. Erst danach ergriff er die Flucht. Kant und das Team der Münchner Mordkommission nehmen die Ermittlungen auf. Die Spuren führen sie immer wieder in ein kleines Dorf am nahe gelegenen Ammersee. Offenbar hüten die Einwohner von Schelfing mehr als nur ein dunkles Geheimnis …

Meine Meinung:
Mich hat dieses Buch mit seiner ruhigen Art von Anfang an mitgenommen. Wechselnde Perspektiven geben dem Leser mehr Informationen als den Ermittlern und erhöhen dazu die Spannung. Trotzdem ist das Tempo eher moderat. Der Autor nimmt sich viel Zeit für die Schilderung von mehr oder weniger kleinen Problemen der Ermittler, die dadurch Kontur gewinnen. Kant ist ein erfahrener Ermittler, der Berufliches oft über Privates stellt. Manchmal wirkt er mit seiner pubertierenden Tochter etwas überfordert, aber er schenkt ihr und seinen Kollegen viel Vertrauen und er fährt meist gut damit. Kant hat ein Gespür für Zusammenhänge und ahnt, was passiert sein könnte. Die Geschichte ist geprägt von zerfallenen Beziehungen, Unglücken und Missgeschicken. Nur selten finden sich positive Elemente. Trotzdem wirken die Ermittler um Kant sympathisch. Ihre Hartnäckigkeit wird am Ende belohnt, auch wenn es einen großen Wermutstropfen gibt. Eine letzte Pointe mit Böllern in einer Streugutkiste sorgt für einen positiven Abschluß. Kant mit seinen Ecken und Kanten hat mich überzeugt und ich will die Serie weiterverfolgen.

Fazit:
Ein leiser Krimi um eine starke Ermittlerfigur, der sich zu großen Teilen über das Beziehungsgeflecht definiert. Mir hat es ausgezeichnet gefallen und deshalb bewerte ich das Buch mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten). Zusätzlich spreche ich eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger Kriminalromane aus.

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Temporeich und spannend, aber auch voller Gewalt

Der Angst verfallen
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Buchmeinung zu Mark Franley – Der Angst verfallen

„ Der Angst verfallen“ ist ein Kriminalroman von Mark Franley, der 2021 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für das Ermittlerteam um ...

Buchmeinung zu Mark Franley – Der Angst verfallen

„ Der Angst verfallen“ ist ein Kriminalroman von Mark Franley, der 2021 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für das Ermittlerteam um Ruben Hattinger.

Zum Autor:
1972 in Nürnberg geboren, ist Mark Franley bis heute seiner Heimat treu geblieben. Mit den spannenden Fällen um seine Kommissare Mike Köstner, Lewis Schneider und Ruben Hattinger hat der Bestsellerautor Hunderttausende Leser in seinen Bann geschlagen.

Klappentext:
Im bayerischen Lohberg wird ein kleiner Junge unter die Eisschicht des Dorfweihers geschoben und dem Erfrierungstod überlassen: ein Fall für Sonderermittler Ruben Hattinger und seine Kollegen Mike Köstner und Eva Lange.
Bei den Ermittlungen stößt das Team auf die Thrillerautorin Maria Burkhard. Verrufen in der Dorfgemeinschaft, lebt sie auf einem einsamen Berghof – und gibt Hattinger und seinen Leuten Rätsel auf: Sie behauptet, sie sei nachts überfallen worden und man habe sie gezwungen, über den Mord an dem Kind zu schreiben.
Viel Zeit bleibt den Kommissaren nicht. Denn bald darauf verschwindet ein Mädchen …

Meine Meinung:
Bei diesem Buch ist Spannung, aber auch Gewalt angesagt. Mir gefallen die Ermittlerfiguren Ruben Hattinger, Mike Köstner und Eva Lange sehr gut, weil sie mit vielen Grautönen gezeichnet sind. Sie haben einen angemessenen Gegenspieler und zeitweilig hängen die Ermittler in der Luft. Rubens Arroganz wird auf eine harte Probe gestellt und er gerät in Lebensgefahr. Besser als die durch Gewalt geprägten Szenen haben mir die ruhigen Momente mit den Gesprächen gefallen. Lange Zeit habe ich im Dunkeln getappt, aber die Auflösung war vollständig und überzeugend. Der Schreibstil ist fesselnd und durch häufige Perspektiv- und Ortswechsel wird das Tempo hoch gehalten. Leider war es mir stellenweise zu gewalttätig, auch wenn es zur Handlung passte.

Fazit:
Ein spannender und temporeicher Thriller mit gelungenem Plot und Personal, aber manchmal mit zu expliziter Gewaltdarstellung. Deshalb bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde harter Thriller aus.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Eine gelungene Sammlung

Tour de Mord
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Buchmeinung zu Carola Christiansen & Mareike Fröhlich (Hg.) – Tour de Mord

„Tour de Mord“ ist ein Kurzgeschichtenband zum 25-jährigen Jubiläum der „Mörderischen Schwestern“, der 2021 bei Servus erschienen ...

Buchmeinung zu Carola Christiansen & Mareike Fröhlich (Hg.) – Tour de Mord

„Tour de Mord“ ist ein Kurzgeschichtenband zum 25-jährigen Jubiläum der „Mörderischen Schwestern“, der 2021 bei Servus erschienen ist.

Zum Autor:
Carola Christiansen, geboren in Hamburg, ist Schriftstellerin und Präsidentin der »Mörderischen Schwestern«, einem Netzwerk von über 600 Autorinnen, Leserinnen und Bücherfachfrauen, das seit 25 Jahren Kriminalliteratur von Autorinnen fördert. Sie lebt und schreibt in Hamburg Altona.
Mareike Fröhlich, geboren in Stuttgart, ist Autorin, freie Lektorin und Dozentin an der Akademie der Deutschen Medien. Sie ist die Schatzmeisterin der »Mörderischen Schwestern«.

Klappentext:
Eine kriminelle Reise durch die Alpen
Grüne Täler, imposante Gipfel, malerisch gelegene Dörfer – ist es denn möglich, dass vor einer solch herrlichen Kulisse blutrünstige Verbrechen geschehen? In diesem Kurzgeschichten-Band wird schnell klar: Die Alpenidylle trügt. 25 Krimi-Autorinnen aus Deutschland, Österreich und Südtirol laden Sie zu einer »Tour de Mord« ein. Besuchen Sie mit den Heimatkrimis der »Mörderischen Schwestern« die schönsten Orte von Bayern bis Tirol und Vorarlberg, vom Allgäu über die Schweiz bis nach Südtirol.

Meine Meinung:
Die 25 Kurzgeschichten umfassen meist zwischen 10 und 15 Seiten und spielen im Alpenraum. Manche Geschichte hat mir mehr gefallen, manche etwas weniger. Die Bandbreite an Themen und an Schreibstilen ist recht groß, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Fast alle Geschichten haben mich gut unterhalten und manche haben mich auch zum Nachdenken gebracht. Bei der ein oder anderen Autorin habe ich nach „langen“ Werken geschaut und auch zwei gekauft und drei andere sind auf meiner Wunschliste gelandet.

Fazit:
Eine gelungene und unterhaltsame Mischung an Kurzgeschichten, die ich mit knappen vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten) bewerte. Freunden von Kurzgeschichten kann ich diese Sammlung empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.12.2021

Ein Abenteuerroman um Melisende von Jerusalem

Die Mission des Kreuzritters
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Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Die Mission des Kreuzritters

„ Die Mission des Kreuzritters“ ist ein Historischer Roman von Ulf Schiewe, der 2021 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde ...

Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Die Mission des Kreuzritters

„ Die Mission des Kreuzritters“ ist ein Historischer Roman von Ulf Schiewe, der 2021 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde 1947 im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.

Klappentext:
Jerusalem, 1129. Als älteste Tochter des Königs soll Melisende einst die Krone erben und über das Heilige Land herrschen. Den von ihrem Vater ausgesuchten Bräutigam lehnt die eigenwillige junge Frau jedoch vehement ab. Heimlich verlässt sie mit einer Eskorte die Stadt. Doch sie kommt nicht weit. Ihre Reisegruppe wird überfallen, ihre Wache getötet, sie selbst als Geisel verschleppt. Um sie zu retten, schickt König Baudouin den Tempelritter Raol de Montalban aus. Bald merkt er: Gefahr droht von mehr als einer Seite ...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein klassischer Abenteuerroman im historischen Umfeld mit einem Touch Liebesroman. Der Leser erfährt viel über die kulturellen Unterschiede zwischen abend- und morgenländischer Kultur. Die beiden Hauptfiguren Melisende und Raol de Montalban sind mit etlichen grauen Flecken gezeichnet und wirken lebendig und auch sympathisch. Die Entführungsgeschichte ist rein fiktiv, bildet aber den Grundstock zur Beschreibung des politischen Umfelds von Jerusalem. Jerusalem ist der Ort des Zusammentreffens verschiedener Religionen mit ihren jeweiligen Heiligtümern und natürlich auch ein Ort des Handels. Melisende ist die Tochter des Königs und hat eine sehr gute Ausbildung erhalten. Trotzdem soll sie mit einem fremden und auch deutlich älteren Ritter verheiratet werden, der die Staatsgeschäfte und die Heeresführung übernehmen soll. Raol de Montalban ist ein erfahrener Tempelritter und Kämpfer, der die entführte Melisende auslösen und nach Jerusalem zurückbringen soll. Dies erweist sich als schwierige und gefahrvolle Mission, während der sich Melisende und Raol zunehmend näher kommen.
Der Autor hat einen spannenden Plot erstellt, der den Leser durch den Wechsel zwischen Kampfszenen und ruhigen Phasen fesselt. Auf allen Seiten gibt es Menschen, die von der Situation profitieren wollen und mehr oder weniger lautere Absichten verfolgen. Die heterogene Struktur in der Region wird mehr als deutlich.

Fazit:
Dieser Abenteuerroman überzeugt durch seine Figurenzeichnung und der Darstellung des politischen Umfelds jener Zeit. Die Geschichte ist spannend und doch haben mir andere Romane des Autors besser gefallen. Deshalb bewerte ich dieses Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde historischer Abenteuerromane aus.

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