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Veröffentlicht am 07.05.2026

Unverständnis

Cat People
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Cat People ist eine Graphic Novel von Lea Melcher, die mich nach dem Lesen leider vollkommen verständnislos zurückgelassen hat. Dabei ist der Einstieg in die Geschichte, nicht zuletzt durch die liebevolle ...

Cat People ist eine Graphic Novel von Lea Melcher, die mich nach dem Lesen leider vollkommen verständnislos zurückgelassen hat. Dabei ist der Einstieg in die Geschichte, nicht zuletzt durch die liebevolle Gestaltung und die zwei niedlichen Katzen, auf die die Protagonisten Mia und Alfie über Silvester aufpassen, wirklich charmant. Über die oberflächliche Handlung und schlichte Dialoge kann ich aufgrund der jüngeren Zielgruppe ab 12 Jahren gerne hinwegsehen, auch wenn ich mir Kritik hinsichtlich (Silvester-) Feuerwerk gewünscht hätte. Die Darstellung empfinde ich leider verharmlosend.

Was mich hingegen wirklich stört, ist die Entwicklung der Handlung. Einige Aspekte fand ich im Verlauf immer mal wieder fragwürdig, aber besonders das Ende erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Auch die Untertitelung als Lovestory ist hierbei sehr irreführend. Statt einer süßen kleinen Liebesgeschichte für Zwischendurch mit Katzen, die das Ganze noch zuckriger machen sollten, bekommen wir ein Ende voll krimineller Energie und Grenzüberschreitungen. Weder die junge Protagonistin, noch eine andere Person oder Erzählstimme hinterfragen dieses Verhalten und lassen es im Kontext einer romantischen Begegnung stehen, was ich sehr problematisch finde und Unverständnis in mir auslöst.

Die Graphic Novel kann ich somit leider nicht weiterempfehlen, schon gar nicht für eine jüngere Zielgruppe. Da mir die Gestaltung so gut gefällt, bekommt das Buch noch zwei gut gemeinte Sterne von mir. Schade…

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ich habe gelacht und geweint

Pina fällt aus
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Pina fällt aus von Vera Zischke ist ein berührender Roman, der zeigt, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Parteien eines Hauses, die bisher aneinander vorbei- ...

Pina fällt aus von Vera Zischke ist ein berührender Roman, der zeigt, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Parteien eines Hauses, die bisher aneinander vorbei- oder in Streitigkeiten gelebt haben. Denn als Pina auf der Straße unter der Belastung der Care-Arbeit als alleinerziehende, pflegende Mutter ihres erwachsenen Sohnes Leo zusammenbricht, gerät auch Leos Welt aus den Fugen. Und bietet die Chance, sich durch Gemeinschaft neu zu ordnen - nicht nur für Leo.

Der Schreibstil Zischkes ist angenehm fließend und zieht den Lesenden mit erzählerischer Leichtigkeit und beinahe schnörkelloser Klarheit in ihre Geschichte. Gleichzeitig erschafft sie Bilder in meinem Kopf und erzeugt Emotionen, die von ihrer feinen Beobachtungsgabe und ihren tiefgründigen Gedanken über verschiedene gesellschaftlich relevante Themen - besonders der Inklusion - herrührt.

Der Roman wird aus den verschiedenen Perspektiven der Hausgemeinschaft erzählt, sodass Lesende alle Personen nach und nach besser kennenlernen und verstehen können. Nur Leos Rolle im Roman ist besonders, denn er selber bekommt keine eigene Erzählstimme. Er wird nur über die Außensicht der Personen um ihn herum charakterisiert. Insbesondere Pinas Perspektive auf Leo und ihre Beobachtungen - aber auch zunehmend die der anderen - fand ich sehr gelungen, respektvoll und wertschätzend. Und gleichzeitig wird deutlich, dass Care-Arbeit echte, harte Arbeit ist und auch eine liebende Mutter an ihre Grenzen bringen kann.

Für mich ist Pina fällt aus ein besonderer Roman und ein Herzensbuch geworden, das mich zum Lachen und Weinen bringen konnte. Eine absolute Empfehlung an eigentlich alle, aber besonders an jene, die gerade möglicherweise die Hoffnung in die Menschheit verloren haben und wiederfinden möchten.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Verworren

Illusion – A Lie Worth Believing
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Leider konnte ich in den Auftakt der Illusion-Dilogie von Janine Ukena nicht hineinfinden. Auch wenn der Schreibstil flüssig war und an einigen Stellen ins Poetische mäandriert, war die Story für mich ...

Leider konnte ich in den Auftakt der Illusion-Dilogie von Janine Ukena nicht hineinfinden. Auch wenn der Schreibstil flüssig war und an einigen Stellen ins Poetische mäandriert, war die Story für mich insgesamt zu verworren. Zwischen den abstrakt beschriebenen Illusionen und dem geheimnisvollen, verworrenen Suspense-Anteil blieb mir zu wenig, was mich durch die Geschichte geführt hat, sodass sie mich leider immer wieder verloren hat. Die Lovestory konnte ich dadurch, dass ich nicht in der Geschichte angekommen bin, leider auch nicht greifen und hat mich unberührt gelassen. Mehrfach habe ich deswegen darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen und bin schließlich auf das Hörbuch umgestiegen.

Auf die abstrakten Illusionen konnte ich mich nicht einlassen. Für mich wirkten sie schon eher magisch, was in mir Verwirrung ausgelöst hat. Als Fantasy-Titel hätte mich die Geschichte vielleicht mehr abholen können. Ich habe mich generell stark an Glory of Broken Dreams von Ruby Braun erinnert gefühlt, wo ich ähnliche Anmerkungen hatte, diese aber besser akzeptieren konnte. Die Shows konnte ich somit leider auch nicht genießen und habe mich eher durch die Beschreibungen durchgequält. Stellas Gesang war mir dabei am zugänglichsten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Aspekt, den ich kritisiere, genau so gewollt ist und für viele Lesende auch funktioniert.

Später in der Geschichte wird ein Aspekt kritisch reflektiert, den ich aus Spoilergründen nicht nennen kann, der mir aber sehr gefallen hat und mein kleines Highlight war.

Nach dem Ende, das noch etwas Spannung ausgelöst hat, habe ich trotzdem kein Interesse daran, die Dilogie zu beenden und kann auch keine Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine außergewöhnliche Perspektive

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman ist ein Roman über ein namenloses Mädchen, das zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Keller eingesperrt aufwächst und dabei viele Fragen über ...

Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman ist ein Roman über ein namenloses Mädchen, das zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Keller eingesperrt aufwächst und dabei viele Fragen über das Leben aufwirft.

Der Einstieg in das Buch fühlt sich an wie das sanfte, aber unmittelbare Eindringen in die Gedanken und Beobachtungen eines Mädchens, dessen Perspektive aufgrund ihrer bisherigen Lebensumstände sehr außergewöhnlich ist. Denn auch wenn sie die Welt draußen und alles, was für uns Lesende selbstverständlich scheint, nicht kennt, ist sie unglaublich neugierig und mutig. Diesen frischen Blick auf alltägliche Dinge fand ich sehr spannend. Ein Blick, der nur beeinflusst ist durch die Erzählungen der 39 Frauen und ihre eigene Fantasie. Das Buch ist für mich somit philosophisch, psychologisch und soziologisch äußerst spannend und regt zum Nachdenken und Diskutieren an.
Nachdem die Frauen eines Tages aus dem Keller entkommen können, ändern sich die Szenerie und das Gruppengefüge. Von nun an müssen sie zusammen in der Welt draußen zurechtkommen, wozu ich leider nicht mehr verraten kann und möchte.

Das Buch wird als feministisch beworben, wonach ich beim Lesen auch durchgehend Ausschau gehalten habe. Und dem würde ich insgesamt auch zustimmen, auch wenn ich ein bisschen etwas anderes erwartet hatte. Harpman übt weniger direkte Kritik aus, als diese in den Handlungen der Frauen, ihrer Gemeinschaft und in der Entwicklung der Protagonistin darzustellen. So gibt es unter den Frauen zum Beispiel keine Hierarchie, sondern jede Frau trägt mit ihren Fähigkeiten etwas zur Gemeinschaft bei. Ich konnte viele feministische Aspekte bei genauem Hinsehen wahrnehmen und bin mir sicher, dass mir auch noch viele weitere entgangen sind. Deutlich wird das auch in der Gegenüberstellung der 39 Frauen, die ein Leben vor der Gefangenschaft hatten und davon geprägt wurden und der Protagonistin, die sich freier davon entwickeln konnte. Dieser und einige wenige andere Aspekte sind aber auch mindestens diskutabel bis problematisch. Zu berücksichtigen ist dabei, dass das Original bereits aus dem Jahr 1995 stammt.

Ich, die ich Männer nicht kannte wirft viele Fragen auf, die kaum geklärt werden. Während das für einige sicherlich unbefriedigend sein kann, liegt darin für mich eine große Stärke. Weil mir die Geschichte noch lange Zeit über das Lesen hinaus nachhängt und ich das Bedürfnis nach Austausche habe.
Von mir gibt es mit 4,5 Sternen definitiv eine Empfehlung für diese besondere Erzählstimme.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Gib mir mehr von der Magie

Empire of Whispers and Shadows
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Empire of Whispers and Shadows ist der Auftakt einer Dilogie von Ursa Jaumann, der in einem an Japan angelehnten Setting spielt. Wir begleiten die verfeindeten Protagonist*innen Saya und Teno aus wechselnder ...

Empire of Whispers and Shadows ist der Auftakt einer Dilogie von Ursa Jaumann, der in einem an Japan angelehnten Setting spielt. Wir begleiten die verfeindeten Protagonist*innen Saya und Teno aus wechselnder Perspektive, die ihre Assassinen-Prüfung ablegen und dabei zusammenarbeiten müssen.

Ich bin aufgrund der Japan-Thematik, der Enemies-to-Lovers Romance und dem sehr vielversprechenden Einstieg - der Prolog hat mich vor Vorfreude und Erwartung auf ein komplexes und tiefgründiges Magiesystem ganz kribbelig gemacht - sehr euphorisch in die Geschichte reingegangen.

Saya handelt getrieben von Rache, da sie mit ihren 18 Jahren schon viele schlimme Erfahrungen machen musste. Dazu hat sie eine Todesliste, die sie abarbeiten möchte, und Teno führt diese an erster Stelle an. Ihre schlagfertige Art hat mir sehr gefallen und ein gutes Maß Humor in die Geschichte reingebracht.
Teno konnte ich dagegen schwerer einordnen. Er nimmt Saya gegenüber die Beschützerrolle ein, was meiner Meinung nach zum Teil problematische Züge annimmt. Es gab aber auch viele süße Momente, in denen er Saya echte Wertschätzung entgegenbringen konnte.
Die Slowburn Enemies-to-Lovers-Dynamik konnte ich dadurch trotzdem nicht gänzlich an mich ranlassen, wodurch mir die emotionale Ebene eher verschlossen blieb.

Den Schreibstil fand ich leider an vielen Stellen holprig, was mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht hat. Außerdem fehlte mir ein Roter Faden, wodurch ich mich auch in der Handlung oft verloren fühlte. Es gab einige massive Zeitsprünge in einer zeitlich eigentlich stark limitierten Prüfungssituation und abrupte Szenenwechsel, die zum Teil willkürlich aneinandergereiht wirkten.

Die Magie kam mir leider etwas zu kurz. Das aufgeregte Kribbelige, was ich im Prolog gespürt habe, war im Verlauf der Geschichte kaum Thema mehr. Und auch die Fähigkeiten von Saya und Teno als Assassine, die bereits fertig ausgebildet sind und nur noch die Prüfung ablegen müssen, fand ich enttäuschend.

Positiv hervorheben möchte ich zum Schluss noch die Wasserkobolde, die durch die Geschichte hinweg immer wieder auftauchen. Sie haben eine ganz eigene, beinahe unschuldige Art an sich, die mich fasziniert hat und die ich gerne weiter studiert hätte.

Insgesamt bin ich leider enttäuscht vom ersten Band. Nach dem Ende bin ich aber trotzdem noch neugierig auf das Finale, wobei ich mir erhoffe, dass darin dieser magische Funke aus dem Prolog wieder eingefangen werden kann.

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