Dating mit Autismus
No Teen Crush“No Teen Crush” von Kay Kerr handelt von Zoe, die frisch mit (Online-) Dating anfängt und dies zum Thema für einen Artikel bei Bubble macht, wo sie ihr Journalismus Praktikum absolviert. In der Schule ...
“No Teen Crush” von Kay Kerr handelt von Zoe, die frisch mit (Online-) Dating anfängt und dies zum Thema für einen Artikel bei Bubble macht, wo sie ihr Journalismus Praktikum absolviert. In der Schule hat sie keine Erfahrungen sammeln können, da sich niemand auf diese Art für sie interessierte. Dass sie die Zeichen aufgrund ihres Autismus vielleicht nur übersehen haben könnte, merkt sie, nachdem ihr Artikel große Aufmerksamkeit erlangt und sich darunter eine Liste an Verehrer*innen sammelt. So stellt sich Zoe nach und nach ihrer Vergangenheit und lernt dabei viel über sich und ihre Mitmenschen.
Zoe ist eine wundervolle, authentische und vielschichtige Figur, mit der ich mich sehr identifizieren konnte, was sicherlich auch mit dem Erleben und den Erfahrungen der Autorin zusammenhängt. Ich mag ihre starke, kämpferische Art und finde auch ihre inneren Konflikte mit äußeren Hürden nachvollziehbar und realistisch dargestellt. Ihre Entwicklung, die sie in den wenigen Wochen, in denen die Geschichte spielt, macht, ist bemerkenswert und ich konnte auch viel für mich selber daraus ziehen.
Und auch ihre Familie und Freunde sind sehr liebe-, verständnisvoll und unterstützend, was mir gut gefallen hat. Auch hier habe ich viele Personen in mein Herz geschlossen.
Ich fand die Handlung, mit einer guten Mischung aus dem Erleben einer Autistin, der verschiedenen Dates und der reflektierten Verarbeitung dieser in den Artikeln, ganz viel Freundschaft und vielleicht auch einer kleinen Liebesgeschichte, überaus spannend und unterhaltsam.
Zoe selbst betreibt in dem Roman Aufklärung über Autismus und eine sensible Sprache, indem sie einer Kollegin als Sensitivity Readerin zur Seite steht, was ich besonders wertvoll finde und was der Geschichte einen zusätzlichen Mehrwert verleiht.
“No Teen Crush” ist ein Jugendroman, der mich sehr berühren und abholen konnte. Ich war an unzähligen Stellen emotional, einfach weil ich mich verstanden und gesehen gefühlt habe. Ich denke, dass das Buch zu einem besseren Verständnis von Autismus beitragen kann, sowohl bei Menschen, die vielleicht bei sich selbst den Verdacht haben, als auch bei allen anderen Personen. Eine ausdrückliche Leseempfehlung!