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Veröffentlicht am 30.01.2026

Crescendo

Alle glücklich
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Die Geschichte beginnt sanft und recht ereignislos. Abwechselnd begleiten wir die vier Familienmitglieder durch ihren Alltag und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Nichts Außergewöhnliches. Eine auf den ...

Die Geschichte beginnt sanft und recht ereignislos. Abwechselnd begleiten wir die vier Familienmitglieder durch ihren Alltag und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Nichts Außergewöhnliches. Eine auf den ersten Blick glückliche, eher durchschnittliche Familie. Und doch stimmt etwas unter der Oberfläche nicht richtig. Der Alltag ist eingekehrt und eine immer stärker spürbare Unzufriedenheit schleicht sich ein. Bis man nur noch darauf wartet, dass irgendwas passiert. Dass irgendwer ausbricht und die bröckelnde Fassade gänzlich zerspringt. Und schlussendlich in einem lauten Knall verhallt.

Nina ist Mutter und Ehefrau, übernimmt den Großteil der Care-Arbeit und hält die Familie zusammen. Alexander ist vor allem Oberarzt, der zu viele Überstunden macht und so die Familie finanziert. Emilia ist mit ihren 16 Jahren Hals über Kopf verliebt und Ben, ihr großer Bruder, ist Student und ein eher zurückgezogener Gamer.
Mohn gelingt es, mit unaufgeregter, beinahe schon nüchterner, aber stechend präziser Sprache, vier ganz unterschiedlichen Perspektiven eine Stimme, ihre vielschichtigen Charaktere und tiefe Emotionen zu verleihen. Auch einer der Stimmen, der ich nicht allzu viel Sympathie entgegenbringen kann, begegnet die Autorin auf empathischer Ebene, lässt aber trotzdem die notwendige Kritik ganz ungezwungen spürbar werden.

Alle glücklich ist ein Blick in eine Familie, die es genau so geben könnte. Lässt Strukturen, Gedanken oder Gefühle in sich selber wiedererkennen. Verleitet zum Nachdenken. Mit erzählerischer Leichtigkeit und gleichzeitig emotionaler Schwere. Wie das bitter-süße Schwelgen in einer Erinnerung oder einem Tagtraum.

Ich habe die Geschichte sehr gerne verfolgt und konnte mich nicht von den Worten lösen. Immer noch berührt und nachdenklich kann ich Alle glücklich sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Leider oberflächlich

To Cage a Wild Bird
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To Cage a Wild Bird ist der Auftakt einer dystopischen Romantasy-Reihe von Brooke Fast. Die Bewerbung mit großen dystopischen Titeln wie beispielsweise Die Tribute von Panem haben mich sehr neugierig auf ...

To Cage a Wild Bird ist der Auftakt einer dystopischen Romantasy-Reihe von Brooke Fast. Die Bewerbung mit großen dystopischen Titeln wie beispielsweise Die Tribute von Panem haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht, meine Erwartung aber auch sehr hoch gesetzt. Dabei ist die Grundidee auch wirklich vielversprechend gewesen, die Umsetzung war für mich aber leider enttäuschend.

Das Setting an sich bietet auf verschiedenen Ebenen Potential: ein kastenähnliches System, in dem viel Ungleichheit und Ungerechtigkeit herrscht; die Kopfgeldjägerin Raven, die selber ins Gefängnis kommt und dort auf die Menschen trifft, für deren Inhaftierung sie verantwortlich ist; die tödlichen Jagden auf die Häftlinge durch zahlendes Publikum; ein noch nie geglückter Ausbruchsversuch und eine verbotene Liebe zwischen Häftling und Wachmann.
Ich habe Systemkritik, Strategie, Rebellion und einen Funken Romantik erwartet, doch leider bleibt alles oberflächlich. Besonders, dass mich diese ungerechte und brutale Welt kaum berührt hat, ist dafür ein aussagekräftiges Zeichen. Denn eigentlich kann ich mich in Ungerechtigkeiten sehr schnell emotional reinsteigern. Aber auch die anderen Aspekte bleiben nahezu ungenutzt. Komplexe Probleme finden einfache Lösungen, was sehr konstruiert wirkt und die erwartbaren Konflikte mit den Mithäftlingen bleiben quasi aus. Auch die Lovestory konnte ich bis zum Ende nicht nachvollziehen, wodurch sich die Spice-Szenen für mich nicht harmonisch in die Geschichte eingefügt haben und eher unangenehm zu lesen waren.

Insgesamt fand ich die Geschichte trotz der Kritikpunkte aber unterhaltsam für Zwischendurch. Ob ich die Reihe weiterverfolge, halte ich mir offen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Divided-Fates-Reihe für mich keine, die man unbedingt gelesen haben muss.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein außergewöhnliches Leben

Das Dreizehnte Kind
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Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig ist ein düsterer Fantasy-Einzelband und handelt von Hazel, die ein außergewöhnliches Leben vor sich hat. Es beginnt mit einer schwierigen Kindheit. Da sie als dreizehntes ...

Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig ist ein düsterer Fantasy-Einzelband und handelt von Hazel, die ein außergewöhnliches Leben vor sich hat. Es beginnt mit einer schwierigen Kindheit. Da sie als dreizehntes Kind dem Tod versprochen ist, bekommt sie von ihren Eltern kaum Liebe oder Fürsorge. Mit zwölf Jahren wird sie vom Todesgott geholt und beginnt ihr Studium zur Heilerin. Hier erlebt sie zwar Bindung, aber weiterhin keine Stabilität und ist in so jungen Jahren mit Einsamkeit, zu viel Verantwortung und Tod konfrontiert. Jahre später wird sie als Heilerin an den königlichen Hof geholt. Es herrscht Krieg und der König droht an einer geheimnisvollen Krankheit zu sterben. Am Hof muss sie weitreichende Entscheidungen treffen und begegnet zudem Prinz Leopold, den sie - zumindest zunächst - nicht leiden kann.

Die erste Hälfte hat mich sehr abgeholt, in der zweiten Hälfte hätte ich mir manche Entwicklung oder inhaltliche Schwerpunkte anders gewünscht, sodass es einige Längen gab. Aber durch viele spannende und emotionale Momente habe ich das Buch bis zum Ende gerne gelesen.

Besonders die düstere Atmosphäre war in dem Buch spürbar. Die Welt ist geprägt von Leid, Krankheit, Krieg, Armut und Tod. Wir begleiten auch Hazel durch viele schwierige Phasen in ihrem Leben, die sie erträgt und aus denen sie sich kämpfen muss. Ihre Entwicklung ist dabei spürbar. Ich habe mit Hazel gelitten und sie dabei schnell in mein Herz geschlossen. Prinz Leopold ist für mich eher ein Nebencharakter geblieben, ich konnte die Slow-Burn-Romance zwischen den beiden aber trotzdem nachempfinden.
Den Tod fand ich als Charakter sehr spannend. Als Gott ist er nahezu allmächtig und trotzdem so unperfekt, was sich auch in der Beziehung zwischen ihm und Hazel zeigt. Er nimmt gleich mehrere Rollen in ihrem Leben ein und liebt Hazel, wenn auch nicht ohne Erwartungen oder auf die gesündeste Art und Weise. Er ist irgendwie eine unkonstante Konstante in Hazels Leben.

Insgesamt hatte ich mit Das Dreizehnte Kind eine gute Lesezeit und würde es allen weiterempfehlen, die eine düstere Fantasy suchen. Aufgrund ein paar persönlicher Kritikpunkte bekommt das Buch 3,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Herzzerreißend und wichtig

Da, wo ich dich sehen kann
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Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber ist ein herzzerreißend emotionaler Roman über eine Familie, die einen Femizid verarbeiten muss. Denn Emma wird von ihrem Mann Frank ermordet. Zurück bleiben ...

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber ist ein herzzerreißend emotionaler Roman über eine Familie, die einen Femizid verarbeiten muss. Denn Emma wird von ihrem Mann Frank ermordet. Zurück bleiben die neunjährige Tochter Maja, ihre Eltern Brigitte und Per, ihre beste Freundin Liv und die Wunder - aber auch Grausamkeiten - des Universums.

Das Buch wird abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven geschrieben und zeigt Gegenwart, aber auch Einblicke in die Vergangenheit vor dem Femizid. Dabei werden verschiedene Themen bearbeitet: die Frage nach individueller Schuld bei gesellschaftlichem Versagen, ohne tatsächlich Schuld zuzuweisen - außer dem Täter natürlich; die Trauerverarbeitung, die gerade bei so einem gewaltvollen Tod besonders herausfordernd ist und die damit verbundene Verarbeitung von Wut; die Beurteilung und Vergabe des Sorgerechts und Femizide in einem übergeordneten Kontext. Die Themen fand ich psychologisch unfassbar gut und sensibel - ohne dabei zu verweichen oder Kritik zu mindern - aufgearbeitet, was nicht nur in den Therapie-Szenen bemerkbar ist.

Den Erzählstil fand ich den Personen ebenfalls passend gewählt und durch Zeichnungen, Zeitungsartikel, die Transkription des Notrufs, gerichtliche Dokumente und medizinische Akten wirkte die Geschichte umso realer. Dem Vorwort ist zu entnehmen, dass Schreiber diese Geschichte aufgrund eines Vorfalls in ihrem unmittelbaren Umfeld auch persönlich betrifft und das merkt man dem Buch an. Die Geschichte hat mich auf beste und schmerzhafteste Weise emotional getroffen und mir an so vielen Stellen das Herz zerrissen.
Wichtig anzumerken finde ich noch, dass die Täterperspektive nahezu unberücksichtigt bleibt, worüber ich sehr dankbar bin.

Da, wo ich dich sehen kann ist ein Roman, der vielleicht nicht leicht zu lesen ist, dafür aber umso wichtiger. Jasmin Schreiber gelingt es, das Thema Femizid vielschichtig zu beleuchten und dabei Fragen zu stellen, die mich noch lange begleiten werden. Eines meiner Jahreshighlights und eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Spannende Unterhaltung

Blackspell
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Blackspell ist der Auftakt einer YA-Romantasy-Dilogie von Celine Leonora und handelt von Eden Blackspell, die unerwartet ein Vermögen von ihrem Vater erbt. Allerdings muss sie dafür seine Bedingung erfüllen ...

Blackspell ist der Auftakt einer YA-Romantasy-Dilogie von Celine Leonora und handelt von Eden Blackspell, die unerwartet ein Vermögen von ihrem Vater erbt. Allerdings muss sie dafür seine Bedingung erfüllen und ihren Abschluss an der Wyndhouse Academy machen. Doch schon in ihrer ersten Nacht sieht sie im Traum ein totes Mädchen, das von Motten bedeckt ist. Was hat es mit dem Mädchen auf sich, das die kürzlich verstorbene Mitschülerin von Eden ist? Und sie soll nicht die letzte Tote bleiben, denn eine Mordserie mit verschwindenden Leichen stellt Eden vor ein gefährliches Rätsel. Während sie selbst eigentlich damit beschäftigt sein sollte, diese neue, magische Welt kennenzulernen, in der sie sich plötzlich wiederfindet.

Ich finde Leonoras Schreibstil sehr angenehm und sie schafft es, eine düstere Atmosphäre und Spannung durch das gesamte Buch aufzubauen. Dadurch hat die Geschichte eine unglaubliche Sogwirkung, sodass ich es in nur zwei Tagen verschlungen habe.

Eden finde ich sehr sympathisch, auch wenn sie mich manchmal genervt hat, wenn sie zum Beispiel nicht über ihre Erlebnisse und Erkenntnisse kommuniziert oder logische Schlussfolgerungen nicht erkannt hat. Trotzdem habe ich mit ihr mitgefiebert und die Geschichte hat zum Miträtseln eingeladen. Es gab ein paar Wendungen, die ich erahnt habe, aber auch einige, die mich überrascht und zum Teil kalt erwischt haben.

Den Romance-Aspekt habe ich leider nicht ganz fühlen können, vielleicht weil ich die Anziehung nicht verstehen oder nachvollziehen konnte. Da hoffe ich in Band 2 auf etwas mehr Klarheit. Insgesamt würde ich mir eine tiefe Aus- und Einarbeitung der zwischenmenschlichen Beziehungen wünschen, die im ersten Band etwas oberflächlich geblieben sind.

Mich konnte Blackspell insgesamt unglaublich gut unterhalten und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, weil das Ende schon wirklich fies ist.

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