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Veröffentlicht am 02.03.2020

Brüder

Die wir liebten
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Willi Achten erzählt davon, wie eine Familie zerbricht und die Folgen für die Kinder. Es sind die siebziger Jahre und der Roman funktioniert als Portrait dieser Zeit. Erzählt wird die leidvolle Geschichte ...

Willi Achten erzählt davon, wie eine Familie zerbricht und die Folgen für die Kinder. Es sind die siebziger Jahre und der Roman funktioniert als Portrait dieser Zeit. Erzählt wird die leidvolle Geschichte vom jüngsten Sohn Edgar in der Ichperspektive, dadurch wird es besonders intensiv.
Ein Vater, der die Familie verlässt, eine lebensuntüchtige Mutter. Da bleibt dem Jungen nur der ältere Bruder Roman, den er sehr verehrt. Als die vernachlässigten Jungen schließlich sogar in ein Heim müssen, zieht der Autor einen Zusammenhang zu den Erziehungsmethoden des Nationalsozialismus und zeigt, dass die Zeit in Teilen Deutschlands in den siebziger Jahren noch nicht aufgearbeitet war.

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Ein sich ausbreitender Riss

Der Riss
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Sowohl der Titel als auch der Untertitel „Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“ macht deutlich, was der Journalist und Buchautor Michael Kraske mit diesem Buch aussagen will. Und ...

Sowohl der Titel als auch der Untertitel „Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“ macht deutlich, was der Journalist und Buchautor Michael Kraske mit diesem Buch aussagen will. Und ich halte seine Analyse für bemerkenswert.

Kraske betrachtet ausführlich Aspekte des gesellschaftlichen Wandels durch Stärkung der neuen Rechten. Er geht ins Detail und man erfährt viel mehr über die Themen als man gedacht hätte. Dazu gehören AfD-Wahlergebnisse z.B. in Sachsen, Auswüchse radikaler Rechter, Pegida, die Reaktionen auf den Vorfall in Chemnitz, der Ablauf des NSU-Prozesses und dem Versagen bei den Ermittlungen.

Es gibt klare Worte in de Buch, z.B.
„Die AfD ist keine Protestpartei, auch wenn das oft behauptet wird. Wer sie wählt, entscheidet sich bewusst für völkischen Nationalismus, Rassismus und Verachtung der parlamentarischen Demokratie und ihrer Repräsentanten.“

Kraske scheut sich nicht, die Sache beim Namen zu benennen. Auch der Umgang und Auslegung des Nationalitäts- und Heimatbegriffs wird angesprochen. Ebenso die zunehmende Gewaltbereitschaft.
Michael Kraske schöpft für sein Buch auch aus einigen Interviews, zum Beispiel mit dem sächsischen Ministerpräsident Michael Kretschmer oder dem Filmregisseur Andreas Dresen.

Für mich wird klar, dass die erwähnte Problematik und die Gefahren nicht zu unterschätzen sind und Gesellschaft, Justiz und Politik mehr denn je gefordert sind.

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Veröffentlicht am 27.02.2020

einen Beitrag leisten

Das Haus der Frauen
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Laetitia Colombanis erster Roman Der Zopf hatte mich so überzeugt, dass ich sehr auf ihr zweites Buch gespannt war und Das Haus der Frauen ist ebenfalls gelungen.
Die Autorin erzählt von 2 Frauen. Ca. ...

Laetitia Colombanis erster Roman Der Zopf hatte mich so überzeugt, dass ich sehr auf ihr zweites Buch gespannt war und Das Haus der Frauen ist ebenfalls gelungen.
Die Autorin erzählt von 2 Frauen. Ca. 1925 von Blanche, die sich dafür einsetzte, dass das erste Frauenhaus in Paris gegründet wurde und die bei der Heilsarmee wirkte.
Der zweite Handlungsstrang ist heute in Paris in diesem Frauenhaus, genannt der Palast,angesiedelt. Hier übernimmt eine ehemalige Rechtsanwältin eine Ehrentätigkeit. Einmal die Woche hilft sie den Frauen beim Verfassen von Briefen. Bei dieser Sprechstunde lernt Solene (und mit ihr die Leser) die Frauen allmählich gut kennen und jede von ihnen hat ihre ganz eigene Geschichte. Oft sind es bewegende Schicksale. Frauen, die vor Gewalt geflüchtet sind, obdachlose, wütende oder hilflose.
Die Frauen, Cvetana, Cynthia, Binta, Renee, Lily und andere, wird man nicht so schnell vergessen.

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Veröffentlicht am 26.02.2020

plakativ

9/11
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Der Autor konzentriert sich ganz auf die Ereignisse von 10. bis 12.September 2001. Weder Ursachen noch Folgen spielen in diesem Buch die geringste Rolle.
ich würde nicht so weit gehen, dass Mitchell Zuckoffs ...

Der Autor konzentriert sich ganz auf die Ereignisse von 10. bis 12.September 2001. Weder Ursachen noch Folgen spielen in diesem Buch die geringste Rolle.
ich würde nicht so weit gehen, dass Mitchell Zuckoffs Buch reißerisch wäre, aber überwiegend erinnert es mich an Fernsehdokumentationen, die plakative Mittel nutzen.
So einige Details im Ablauf der Ereignisse waren mir unbekannt, dennoch: Der Erkenntnisgewinn ist gering.

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Veröffentlicht am 25.02.2020

Erzählung wie ein Reigen

Nach Mattias
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Ein Roman eines niederländischen Autors über Tod, Verlust und Trauer sowie das Leben.
Mattias ist tot. Das Buch erzählt von den Menschen, die ihn gekannt hatten, manche sehr gut, andere nur flüchtig.
Da ...

Ein Roman eines niederländischen Autors über Tod, Verlust und Trauer sowie das Leben.
Mattias ist tot. Das Buch erzählt von den Menschen, die ihn gekannt hatten, manche sehr gut, andere nur flüchtig.
Da ist Amber, seine Freundin, die alleine in der gemeinsamen Wohnung versucht, mit der Trauer umzugehen. Besucht wird sie von Kristianne, Mattias Mutter, die ebenfalls versucht den Verlust zu verarbeiten. Es gibt Quentin, ein Freund von Mattias, sie wollten zusammen ein Cafe aufmachen.
Alleine kann er das nicht, denn Mattias war der Macher. Quentinn ist Läufer und er erzählt einem blinden Läufer, den er begleitet, von Mattias.
Weitere Figuren tauchen auf. Alle zusammen sollen ein Bild von Mattias geben bzw. was es bedeutet, wenn jemand plötzlich nicht da ist.

Erzählt wird reigenhaft. Dazu passt, das es mit Amber beginnt und endet. Das hat mir ganz gut gefallen. Viele der Figuren sind gelungen. Mit einigen weiß ich weniger anzufangen, aber das kann man als Leser leicht in Kauf nehmen, da es so viele überzeugende Passagen gibt. Der Autor nutzt einen sparsamen Stil, fast schon schlicht, aber nicht ohne Eleganz. Hinzu kommt auch eine gewisse Musikalität, die sich sogar in einer die Kapitel begleitende, niveauvolle Playlist ausdrückt. Viele der Songs habe ich mir zwischen oder nach dem Lesen angehört.

Ich würde weitere Romane von Peter Zantingh lesen, wenn sie ins Deutsche übersetzt würden.

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