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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2023

Ich bin eine Kraft der Vergangenheit

Sinkende Sterne
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Was im Klappentext beschrieben ist, wird auf leicht poetische und reflektierende Art erzählt.
Der Erzähler reist in  die Schweiz in das Ferienhaus seiner Eltern, das seiner Jugend. Dss erweckt natürlich ...



Was im Klappentext beschrieben ist, wird auf leicht poetische und reflektierende Art erzählt.
Der Erzähler reist in  die Schweiz in das Ferienhaus seiner Eltern, das seiner Jugend. Dss erweckt natürlich Erinnerungen. Und sie führen ihn weiter durch Stationen seines Lebens.
Hettches Blick auf die Vergangenheit ist teils wehmütig verklärend, teils bereuend und desilludioniert, doch die Gegenwart ist erschreckend.

Beeindruckend auch die vielen Zitate aus Film und Literatur sowie Philosophie. Dennoch behindert dass das handlungsorientierte.

Es tat gut, mal wieder ein Buch von einem Autor zu lesen, dem die Sprache wichtig ist und die er sorgfältig einsetzt.

Veröffentlicht am 07.09.2023

derb und rasant

Baise-moi – Fick mich
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Virginie Despentes Baise-moi ist nicht nur aufgrund der gleichnamigen Verfilmung berüchtigt. Das Buch hat eine derbe Sprache, die aber effektiv eingesetzt wird. Hinzu kommen Beschreibungen expliziter Art. ...

Virginie Despentes Baise-moi ist nicht nur aufgrund der gleichnamigen Verfilmung berüchtigt. Das Buch hat eine derbe Sprache, die aber effektiv eingesetzt wird. Hinzu kommen Beschreibungen expliziter Art.
Es entsteht ein hohes Tempo, das durchaus bemerkenswert ist.
Das 1994 erstmals erschienene Buch wollte und sollte provozieren und legte einen Maßstab. Heutzutage vermag das Buch aber nicht mehr so stark zu schockieren, da es seitdem im Zuge einer gesellschaftlichen Verrohung schon viel Vergleichbares gibt.
Virginie Despentes ist inzwischen eine sehr anerkannte Autorin geworden mit einer Reihe erfolgreicher Romane. Eine Empfehlung für Baise-moi möchte ich nicht geben. Vielleicht liest man besser die neueren Bücher. Wer sich aber sehr für Virginie Despentes interessiert, kann auch ihren Debütroman ohne Verluste lesen.

Veröffentlicht am 07.09.2023

Ein Drama, welches ich mein Leben nenne

DRAMA
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Drama heißt der Debütroman des Wiener Schriftstellers Arad Dabiri, der beim Septime-Verlag erschienen ist. Und das Buch befindet sich aktuell auf der Shortlist Debüt 2023 des Österreichischen Buchpreises.
Es ...

Drama heißt der Debütroman des Wiener Schriftstellers Arad Dabiri, der beim Septime-Verlag erschienen ist. Und das Buch befindet sich aktuell auf der Shortlist Debüt 2023 des Österreichischen Buchpreises.
Es ist ein originelles Werk, bei dem der Bewusstseinszustand des Erzählers im Vordergrund steht. Es beginnt mit einem Flug Richtung Wien und seine Nerven liegen blank.

Arad Dabiri schreibt Dialoge, die Wortwitz haben, z.B. die Auseinandersetzung des Protagonisten mit der Stewardess oder später mit einer Psychiologiestudentin. Sonst gibt es auch viele Selbstgespräche des jungen Mannes.
Ihn beherrscht ein Skeptizismus, ein Weltschmerz. Rätselhaftes begleitet das Buch.
Mir persönlich ist der Protagonist fremd geblieben, aber ich habe das Buch dennoch ganz gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2023

Die jungen Jahre

Nachhausekommen
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Jan Peter Bremer hat seinen ganz eigenständigen Ton und eigentümlichen Wiitz.
Hier erzählt er autobiografisch über seine frühe Jugend mit ersten Schuljahren.
Und wer in ähnlicher Zeit auzfgewachsen ist, ...

Jan Peter Bremer hat seinen ganz eigenständigen Ton und eigentümlichen Wiitz.
Hier erzählt er autobiografisch über seine frühe Jugend mit ersten Schuljahren.
Und wer in ähnlicher Zeit auzfgewachsen ist, wird vieles an dem typischen gesellschaftlichen Verhalten, z.B. in der Schule, an Musik und Politik, wieder erkennen.

Satirische Elemente, die man auch aus anderen Bremer-Büchern kennt, findet man auch hier. Amüsantes mischt sich mit bitteren, da Mobbing-Elemente gegen das Kind deutlich erkennbar sind.

Ich finde es bemerksnwert, wie der Autor es schafft, früher Erinnungen neu zu imaginären und in Literatur zu fassen.

Veröffentlicht am 01.09.2023

Gegen die Gleichgültigkeit

Schlaraffenland abgebrannt
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Michel Friedman zieht in seinem neuen Buch eine Bilanz über den aktuellen Zustand Deutschlands.
Er äußert sich dabei zu Themen wie Rechtsextremismus, Klimawandel, Krieg, Armut u.a.

Das Buch ist geschickt ...

Michel Friedman zieht in seinem neuen Buch eine Bilanz über den aktuellen Zustand Deutschlands.
Er äußert sich dabei zu Themen wie Rechtsextremismus, Klimawandel, Krieg, Armut u.a.

Das Buch ist geschickt in vier Teile aufgeteilt.
Teil 1 zeigt die Gesellschaft und die Politik
Teil 2 rückt die Brandherde in den Fokus
Teil3 benennt die Schlafmittel, die ein effektives Handeln lähmen
Teil 4 versucht Auswege zu zeigen.
Diesen letzten Teil halte ich für zu abstrakt, aber immerhin bleibt die Erkenntnis, selbst kein Schlaraffe sein zu wollen.

Friedman zeigt Gleichgültigkeit und Angst als größte Probleme, die zu Polarisierung führen kann. Rationalität und Fakten sind gefragt.

Oft geht Friedman von seinen eigenen Empfindungen aus. Dadurch wird es auch zu einem privaten Buch.