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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2023

Eine Liebesgeschichte

Der Gärtner von Wimbledon
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Die englische Schriftstellerin Jane Crilly hat mit Der Gärtner von Wimbledon (Originaltitel: The Head Gardener of Wimbledon) ein warmherziges, sympathisches Buch geschrieben.
Eine etwas verpeilte Zeitungskolumnistin ...

Die englische Schriftstellerin Jane Crilly hat mit Der Gärtner von Wimbledon (Originaltitel: The Head Gardener of Wimbledon) ein warmherziges, sympathisches Buch geschrieben.
Eine etwas verpeilte Zeitungskolumnistin bekommt den Auftrag über den Gärtner Henry Evans eine Artikel zu schreiben. Im Gespräch wird dann ins Jahr 1938 gesprungen als Henry 14 Jahre alt war und seine Jugend wird geschildert. Zentral dabei ist seine Freundschaft und Liebe zu der selbstbewussten Rose. Eine Liebesgeschichte!

Der Kampaverlag gestaltet das Buch mit einem leicht altmodischen Charme, der zur Sprache der Autorin passt. Das zusammen erzeugt viel Stimmung.

Veröffentlicht am 28.04.2023

Angenehm zu lesen

Where the Hummingbirds Sing
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Where the Fireflies Dance ist der zweite und letzte Teil der Lake Louise-Reihe, die in Alberta nahe den Rock Mountains handelt und somit einen überaus reizvollen und interessanten Schauplatz hat. Die Umgebung ...

Where the Fireflies Dance ist der zweite und letzte Teil der Lake Louise-Reihe, die in Alberta nahe den Rock Mountains handelt und somit einen überaus reizvollen und interessanten Schauplatz hat. Die Umgebung verleiht dem Buch eine eigene Atmosphäre.
Die Ausgangsposition ist zunächst eine ernste. Nell ist traumatisiert, weil ihr Bruder Luke in den Wäldern bei einem Unfall schwer verletzt wurde. Der Unfallbeteiligte hat Fahrerflucht begangen und Luke sitzt nun im Rollstuhl.
Dann taucht Caleb auf, der bei der Ferienhausvermietung anfängt zu arbeiten. Doch Caleb hat ein Geheimnis und sucht Nells Nähe nicht ohne Grund.
Es gibt auch ein paar Kapitel, die aus Calebs Sicht erzählt werden, aber die meiste Zeit ist man nahe dran an Nells fragiler, emotionaler Lage.

Nun ist die Story nicht ganz neu, aber das macht nichts. Der Roman lässt sich gut lesen, die Umgebung kann man sich gut vorstellen und auch die restlichen Figuren sind sympathisch. Insgesamt hat mir das Buch besser gefallen als erwartet.

Veröffentlicht am 28.04.2023

Träume vom Wolf

Wolf
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Wolf von Sasa Stanisic ist ein gutes Jugendbuch, das besonders als Hörbuchversion gut funktioniert. Dazu trägt auch bei, dass der Autor den Text selbst liest. Er geht so mit, dass man als Zuhörer auch ...

Wolf von Sasa Stanisic ist ein gutes Jugendbuch, das besonders als Hörbuchversion gut funktioniert. Dazu trägt auch bei, dass der Autor den Text selbst liest. Er geht so mit, dass man als Zuhörer auch mitgerissen wird.

Der junge Kemi muss ins Ferienlager, dabei hat er nicht viel für Wald und Natur übrig. Seine ablehnende Haltung kann er aber nicht durchgängig durchhalten. Schließlich gilt es , sich mit den Mitschülern zu arrangieren, was nicht immer leicht ist.
Doch es bleiben die immer wiederkehrende Träume von einem Wolf.

Das Buch ist wohl für Kids von 11 bis 14 Jahre, aber auch erwachsene Leser können sich problemlos einfühlen. Solche Emotionen, Überlegungen und Zweifel, wie der junge Erzähler hat, hat wohl jeder mal gehabt und es wird leicht, sich zu identifizieren.

Sasa Stanisic, einst Gewinner des Deutschen Buchpreis, ist ein intelligenter Autor und schafft es, mitfühlend zu schreiben und diese Empathie auch zu vermitteln. Vielleicht das beste Jugendbuch des Jahres.

Veröffentlicht am 27.04.2023

Die Erbschaft

In unseren Kreisen
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Eine Familie, Tatjana, Nikolai und Marie, erben von der exzentrischen Tante Rosa eine große Villa und viel Geld. das bedeutet für sie erhebliche Veränderungen. Georg M. Oswald zeigt geschickt, was das ...

Eine Familie, Tatjana, Nikolai und Marie, erben von der exzentrischen Tante Rosa eine große Villa und viel Geld. das bedeutet für sie erhebliche Veränderungen. Georg M. Oswald zeigt geschickt, was das für sie bedeutet. Man sieht, wie sehr sie in einer Blase leben.
Die Figuren sind interessant, bleiben aber auch im vordergründigen stecken, z.B. Tante Rose war vor allen exzentrisch, aber nicht unbedingt glaubwürdig. Die junge Familie hatte aber meine Sympathien. Vermutlich geht es bei ihnen nicht zu sehr in die Tiefe, damit man sich leichter mit ihnen identifizieren kann.
Am meisten überzeugt mich, dass Oswald seinen Roman mit einem eigenständigen Ton versehen hat. Von meiner Seite aus also eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 26.04.2023

Zentrum der Welt

Das Café ohne Namen
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Das Café ohne Namen heißt der neue Roman von Robert Seethaler, den ich schon mehrfach mit Begeisterung gelesen habe. Das Feld, Der letzte Satz, Ein ganzes Leben. Das waren großartige Romane und Das Café ...

Das Café ohne Namen heißt der neue Roman von Robert Seethaler, den ich schon mehrfach mit Begeisterung gelesen habe. Das Feld, Der letzte Satz, Ein ganzes Leben. Das waren großartige Romane und Das Café ohne Namen fügt sich da sehr gut ein.
Seethaler betrachtet dabei, wie die Menschen die Nachkriegszeit in Wien bewältigen. Der Protagonist Robert Simon eröffnet 1966 ei gutgehendes Café, nur einen Namen hat es nicht.
Trotzdem wird das Café für ihn, seine Angestellte Mila und die Gäste zum Zentrum der Welt.
Eine Reihe von Figuren werden betrachtet, zum Beispiel der Ringer René, der Maler und Schwerenöter Mischa, Rose Gebhartl, Heide, der Angeber Arnie, ein Fleischermeister und weitere.
Und eines Tages taucht die junge Jascha auf, in die Robert sich verliebt. Doch die junge Frau trägt erhebliche Probleme mit sich herum.
Auch manchen der anderen Figuren folgt man über Jahre hinweg. Das ist wirklich gut gemacht. Man spürt die Routine des erfahrenen Autors.

Durch die Szenen im Café erhält man ein Porträt einer Generation.