Der Tod der dreckigen Anna ist Dorfroman und Krimi zugleich. Er beginnt auch mit einer brutalen Ermordung.
Es herrscht ein derber Ton vor, an die man sich erst gewöhnen muss.
Das sprachliche der sechziger ...
Der Tod der dreckigen Anna ist Dorfroman und Krimi zugleich. Er beginnt auch mit einer brutalen Ermordung.
Es herrscht ein derber Ton vor, an die man sich erst gewöhnen muss.
Das sprachliche der sechziger und siebziger Jahre in der Pfalz ist aber gut getroffen, wie ich glaube.
Mir persönlich ist die Gegend fremd, zu den Figuren fand ich keine Zugang.
Die Geschmeidigen ist ein intelligentes Buch von Nora Bossong über ihre Generation, die 1975 bis 1985 geborenen, in erster Linie aus politischer Sicht. Es sind die ca. 40jährigen, die jetzt mehr und mehr ...
Die Geschmeidigen ist ein intelligentes Buch von Nora Bossong über ihre Generation, die 1975 bis 1985 geborenen, in erster Linie aus politischer Sicht. Es sind die ca. 40jährigen, die jetzt mehr und mehr in die Verantwortung kommen.
Nora Bossong wirft einen Blick darauf, woher wir kommen, wo wir stehe und Wonach wir greifen.
Betrachtet werden die vielen wichtigen Ereignisse von damals bis heute. Dabei sind z.B. die Wende und auch schreckliche wie 9/11, Brexit, AfD, Trump, Corona etc.
Bossong versammelt immer wieder bemerkenswerte Zitate zu den Themen.
In der Summe entsteht eine politische Bestandsaufnahme der politischen Situation, mit der eine neue Generation umgehen muss, die ein besondere Verpflichtung haben.
Daher ist auch der Buch-Untertitel „Meine Generation und der neue Ernst des Lebens“ gut gewählt.
Die Filmemacherin und Autorin Doris Dörrie erzählt von ihren Reisen nach Japan und Marokko und als Klammer zu Anfang und Ende
San Francisco. Aber es ist natürlich in erster Linie kein Reisebuch sondern ...
Die Filmemacherin und Autorin Doris Dörrie erzählt von ihren Reisen nach Japan und Marokko und als Klammer zu Anfang und Ende
San Francisco. Aber es ist natürlich in erster Linie kein Reisebuch sondern es geht um Erfahrungen, Einflüsse und Entwicklungen.
Zum Beispiel ihre erste Amerikareise als Jugendliche, bei der sie zunächst noch unerfahren ist.
Ganz anders die Japanerlebnisse. Die japanische Lebensart beeinflusste sie und ihre Filme. Über Japan tauscht Dörrie sich auch mit ihrer in Deutschland lebenden Freundin Tatsu aus. Daraus ergeben sich mehrere interessante Themen. z.B. Unterschiede in japanischer und deutscher Kultur und Verhalten.
Auch im Marokko-Abschnitt arbeitet Doris Dörrie Unterschiede zwischen Orient und dem Westen heraus.
Das Buch lässt sich hervorragend und kurzweilig lesen, ohne literarische Ansprüche überzustrapazieren. Die Autorin arbeitet dennoch einige thematisch spannende Momente heraus.
Das Mädchen mit dem Drachen, der neue Roman der Autorin von Der Zopf ist wieder ein gutes, unterhaltendes Buch geworden, wobei einige der beschriebenen Stellen betroffen machen.
Laetitia Colombani führt ...
Das Mädchen mit dem Drachen, der neue Roman der Autorin von Der Zopf ist wieder ein gutes, unterhaltendes Buch geworden, wobei einige der beschriebenen Stellen betroffen machen.
Laetitia Colombani führt mit ihrem Roman den Leser an der Seite der französischen Lehrerin Lena nach Indien.
Lena erkennt Probleme in der Gesellschaft, z.B. Kinderarbeit, bei der die Kinder nicht in die Schule gehen können.
Daher beschließt sie eine Schule aufzumachen, um den Kindern Chancen zu ermöglichen.
Dabei müssen aber auch die konservativen Eltern überzeugt werden.
Weitere brisante Themen werden Thematisierung: Diskriminierung von Menschen durch Einteilung in Kasten, Misshandlungen von Frauen und arrangierte Ehen von Halbwüchsigen.
Das Buch ist interessant. Kritisieren würde ich nur, dass mit der Protagonistin ein Blick von außen auf das Land geworfen wird. Veränderungen werden von innen dauerhaft möglich sein. In dem Zusammenhang kommt die indische Aktivistin Preeti, mit der Lena sich verbindet, etwas zu kurz.
Laetitia Colombani meidet den Pathos nicht, das könnte kritische Leser stören.
Davon abgesehen, sind die Sympathien der Autorin ganz offensichtlich auf der Seite derer, die etwas zum Besseren bewegen wollen und sich engagieren. Und das ist auch gut so.
Das relativ kurze Hörbuch wird von Cathlen Gawlich gesprochen und sie hat eine angenehme Stimme, die Empathie mit den Figuren vermittelt.
Die Gäste von Katharina Hacker in ein ungewöhnlicher Roman mit poetischer Sprache.
Die Icherzählerin Friederike erbt ein Café und übernimmt es tatsächlich, obwohl das in heutigen zeit ein riskantes Unternehmen ...
Die Gäste von Katharina Hacker in ein ungewöhnlicher Roman mit poetischer Sprache.
Die Icherzählerin Friederike erbt ein Café und übernimmt es tatsächlich, obwohl das in heutigen zeit ein riskantes Unternehmen ist.
Das Buch hat viele Kapitel, viele davon sind sehr kurz und zeigen verschiedenste Eindrücke Friederike über ihr verändertes Leben und den Gästen des Cafés.
Der Phantasie wird Raum gelassen und es gibt offenbar Traumsequenzen.
Dann ist da Robert, mit dem sie eine Beziehung beginnt. Es bleibt die Sehnsucht nach ihrem Sohn Florian, der mit 18 Jahren wegging.
Viele Tiere bevölkern das Buch. Außer dem Hund der Protagonistin auch Ziegen, Vögel, Hasen, Pferde, ein Fuchs sogar Ratten.
Die sprachliche Eleganz vieler Passagen ist beeindruckend und ich bin gespannt, ob Die Gäste ein Kandidat für die Shortlist des deutschen Buchpreises wird. Überraschen würde es mich nicht.