Echte Verbindung statt Funkwellen
Ich finde es absolut aufrüttelnd und gleichzeitig bestärkend, wie Petra Trautwein in „Handyfrei“ den Finger in die Wunde unserer digitalen Dauerpräsenz legt. Beim Lesen wurde mir erst so richtig bewusst, ...
Ich finde es absolut aufrüttelnd und gleichzeitig bestärkend, wie Petra Trautwein in „Handyfrei“ den Finger in die Wunde unserer digitalen Dauerpräsenz legt. Beim Lesen wurde mir erst so richtig bewusst, wie oft das Smartphone eigentlich wie eine unsichtbare Mauer zwischen uns und unseren Kindern steht, selbst wenn wir im selben Raum sind. Es hat mich tief bewegt, wie sie daran erinnert, dass die wertvollsten Momente der Kindheit eben nicht auf einem Display stattfinden, sondern in der ungeteilten Aufmerksamkeit und der echten, analogen Nähe, die kein Algorithmus ersetzen kann.
Was mich an diesem Erziehungsratgeber besonders begeistert hat, ist der lösungsorientierte Ansatz, der Eltern nicht einfach nur ein schlechtes Gewissen macht, sondern ganz konkrete Wege aus der digitalen Abhängigkeit aufzeigt. Die Tipps für medienfreie Zonen und die Ideen für gemeinsame Aktivitäten ohne Bildschirm haben mir richtig Lust gemacht, das Handy öfter mal ganz bewusst in die Schublade zu legen und die Welt wieder mit den Augen meiner Kinder zu entdecken. Es fühlt sich gut an zu verstehen, dass wir als Vorbilder die Verantwortung tragen, ihnen zu zeigen, dass das wahre Leben da draußen passiert und nicht in einer App.
Für mich ist das Buch ein unverzichtbarer Weckruf für alle Familien, die das Gefühl haben, dass die digitale Welt langsam die Oberhand gewinnt. Es vermittelt diese wunderbare Sicherheit, dass wir unseren Kindern das wichtigste Rüstzeug für die Zukunft geben, wenn wir ihre emotionale Bindung stärken, anstatt sie vor dem Tablet zu parken. Man klappt das Buch am Ende mit dem festen Vorsatz zu, wieder mehr "WLAN-freie" Herzensmomente zu schaffen und die Zeit gemeinsam wieder intensiver zu spüren.