Cover-Bild Auf dem Hochseil
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Unionsverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 20.03.2026
  • ISBN: 9783293006423
Philippe Petit

Auf dem Hochseil

Die Kunst der Hingabe. Mit einem Vorwort von Paul Auster. Mit einem Vorwort von Paul Auster
Holger Fock (Übersetzer), Sabine Müller (Übersetzer)

Ein Hochseilartist ist jemand, der stolz auf seine Angst ist. Der sein Seil über Abgründe spannt und Kirchtürme bezwingt. Der weltberühmte Philippe Petit, der zwischen den Türmen der Notre Dame und den Twin Towers lief, zeigt, wie ein Drahtseil zu einer Schule des Lebens wird: vom Entfernen des Schmierfetts über den Moment, in dem die Zehen zum ersten Mal den Draht berühren und man das Gehen neu lernt – bis zur alles umfassenden Stille und Freiheit.

Philippe Petits poetisches Manifest über seine Leidenschaft lehrt uns, unsere Ängste zu überwinden und dem Leben in seiner reinsten Form zu begegnen.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2026

Zwischen Angst und Freiheit liegt ein Drahtseil

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Manchmal reicht ein dünnes Buch, um einem kurz den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Auf dem Hochseil ist genau so ein Kandidat. Man denkt erst: Na gut, ein Mann läuft auf einem Draht, spannend, aber ...

Manchmal reicht ein dünnes Buch, um einem kurz den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Auf dem Hochseil ist genau so ein Kandidat. Man denkt erst: Na gut, ein Mann läuft auf einem Draht, spannend, aber wie viel kann man darüber schon schreiben? Tja. Philippe Petit kann. Und zwar so, dass man plötzlich selbst mit schwitzigen Händen irgendwo zwischen Angst, Größenwahn und Sehnsucht hängt.

Dieses Buch ist kein lauter Abenteuerbericht mit Trommelwirbel und Hollywoodmusik im Hintergrund. Es ist eher wie ein Gespräch mit jemandem, der eine völlig verrückte Leidenschaft hat und dabei so ernst, poetisch und kompromisslos davon erzählt, dass man irgendwann nur noch nickt. Selbst wenn man persönlich schon auf einer wackeligen Leiter denkt: Nein danke, Leben, heute nicht.

Besonders schön fand ich, wie aus dem Drahtseil mehr wird als nur ein Stück Metall. Es wird Prüfung, Bühne, Gegner, Freund und irgendwie auch Spiegel. Petit beschreibt kleinste Bewegungen, Berührungen, Vorbereitung und Stille mit einer Intensität, die fast meditativ wirkt. Klingt hochgestochen, ist es manchmal auch ein bisschen, aber auf eine charmante Art. So ein Buch trägt eben keinen Hoodie, sondern eher einen wehenden Schal im Wind.

Für mich war das kein Buch zum Wegsuchten, sondern eins zum Innehalten. Kurz lesen, nachdenken, wieder zurückkommen. Wer klare Handlung und Tempo sucht, könnte etwas ungeduldig werden. Wer aber Lust auf Mut, Kunst, Hingabe und diesen kleinen inneren Wahnsinn hat, bekommt hier ein sehr besonderes Leseerlebnis.

Ein Buch wie ein Schritt ins Leere. Nur mit erstaunlich viel Herz darunter.

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