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8,95
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Humor
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 01.07.2009
  • ISBN: 9783596174782
Ralf Husmann

Nicht mein Tag

Roman
»Das Lustigste seit Kafka.« (Christian Ulmen)
Till Reiners ist einer, der so ist wie alle, und bislang hat er das für etwas Positives gehalten. Da wo Till ist, ist es nicht trendy. Schon sein Name ist nicht hip, und dann wohnt er auch noch am Rande des Ruhrgebiets und trägt einen Seitenscheitel. Er hat eine Frau und ein Kind und ein Leben wie eine Tatort-Folge: ziemlich deutsch, mäßig spannend, mit wenig Sex, und man ahnt nach der Hälfte, wie es ausgehen wird. Bis Nappo auftaucht, ein Kerl mit einer Tätowierung, einer Sporttasche und einer echten Waffe. Plötzlich ist alles anders: Ein Kaninchen stirbt, ein Mann wird zusammengeschlagen, ein unflotter Dreier findet statt, und Bruce Springsteen spielt dazu. Außerdem fehlen der Dresdner Bank mal eben 30.000 Euro. Und Till Reiners ist auch nicht mehr, was er mal war …

Intelligenter muss Humor nicht sein: Der erste Roman von Stromberg-Erfinder und Grimme-Preisträger Ralf Husmann: die unglaublich gute Geschichte eines gar nicht guten Arbeitstages!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2025

Nicht mein Tag

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Stell dir vor, du lebst das Leben einer Tatort-Folge: mäßig spannend, kaum Überraschungen, und du ahnst schon zur Hälfte, wie es ausgehen wird. Genau so geht es Till Reiners, dem Durchschnittstypen par ...

Stell dir vor, du lebst das Leben einer Tatort-Folge: mäßig spannend, kaum Überraschungen, und du ahnst schon zur Hälfte, wie es ausgehen wird. Genau so geht es Till Reiners, dem Durchschnittstypen par excellence. Sein Name ist nicht hip, er wohnt am Rand des Ruhrgebiets, und sein Leben plätschert so ruhig dahin, dass selbst ein spannendes Wochenende in einem IKEA-Möbelhaus aufregender wäre. Doch dann taucht Nappo auf – und plötzlich ist alles anders.

Nappo, ein Typ mit einer Tätowierung, einer Sporttasche und einer echten Waffe, reißt Till aus seiner langweiligen Routine. Was folgt, ist eine irrwitzige Odyssee, die Till und Nappo in eine Kleingartenkolonie, nach Holland und schließlich nach Frankreich führt. Dabei entdeckt Till nicht nur neue Seiten an sich, sondern auch eine Vorliebe für das Absurde. Wer hätte gedacht, dass ein biederer Bankangestellter so gut in das Leben eines flüchtigen Kriminellen passen würde?

Husmann schafft es, die Tragikomik des Alltags wunderbar einzufangen. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, und der Humor trifft oft ins Schwarze. Besonders Tills Entwicklung vom braven Spießer zum abenteuerlustigen Antihelden sorgt für viele Lacher. Die Situationskomik ist grandios, und man kann nicht anders, als mit Till mitzufiebern – auch wenn man manchmal denkt: „Oh Mann, was machst du da nur?“

Natürlich gibt es auch ein paar Schwächen. Ab der Mitte verliert die Geschichte etwas an Schwung, und man fragt sich, warum Till nicht einfach abhaut. Auch das Ende wirkt ein wenig zu konstruiert und vorhersehbar. Doch das trübt das Lesevergnügen nur geringfügig. Der Schreibstil ist flott, die Dialoge spritzig, und die Situationen oft so absurd, dass man aus dem Schmunzeln gar nicht mehr herauskommt.

Ein Highlight des Buches ist definitiv die Erzählweise. Husmanns Humor ist trocken und manchmal bitterböse, aber immer treffend. Wenn du also Lust auf eine unterhaltsame Geschichte hast, die dich zum Lachen bringt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt, dann ist „Nicht mein Tag“ genau das Richtige für dich. Bereite dich darauf vor, dass du dich manchmal selbst in Tills Alltagstrott wiedererkennst – und vielleicht inspiriert dich seine Geschichte ja zu deinem eigenen kleinen Abenteuer.

Denn eins ist sicher: Nach der Lektüre dieses Buches wirst du deinen nächsten Besuch im Bankfilialen auf jeden Fall mit anderen Augen sehen. Wer weiß, vielleicht steht ja hinter dem Schalter der nächste Till Reiners, der nur darauf wartet, aus seinem Alltag gerissen zu werden.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Nicht mein Fall

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Till, verheiratet mit Miriam, ein Sohn Nico, wird bei einem Banküberfall als Geisel genommen. Nappo, der Räuber und Geiselnehmer verschleppr Till und das Geld bis nach Holland. Unterwegs besorgen sie ...

Till, verheiratet mit Miriam, ein Sohn Nico, wird bei einem Banküberfall als Geisel genommen. Nappo, der Räuber und Geiselnehmer verschleppr Till und das Geld bis nach Holland. Unterwegs besorgen sie sich noch einen Ford Mustang und Nadine steigt mit ein. Aber Nadine hat andere Pläne und flüchtet mit Till nach Frankreich. Währendessen läuft Miriam Amok, da Azubi Jessica im TV ein Interview gegeben hat und darin Till als Mittäter hingestellt wird. Die ganze Sache gerät aus den Fugen.

Am Anfag der Geschichte geht es ja zügig hintereinander weg. Aber zwischendrin schleift es etwas und die ganze Geschichte plätschert eher dahin. Für mich dann ein Grund nur noch bis zum Schluß quer zu lesen.

Veröffentlicht am 06.08.2021

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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Ja … nein. Puh, nach der langen Liste an Comedy-Serien, für die Ralf Husmann schon geschrieben hatte, waren meine Erwartungen an „Nicht mein Tag“ ziemlich hoch. Und wenn ich ehrlich bin, wurden sie leider ...

Ja … nein. Puh, nach der langen Liste an Comedy-Serien, für die Ralf Husmann schon geschrieben hatte, waren meine Erwartungen an „Nicht mein Tag“ ziemlich hoch. Und wenn ich ehrlich bin, wurden sie leider so überhaupt nicht erfüllt.

Husmanns Humor, der im TV meistens ziemlich gut funktioniert, hat im Roman nicht gezündet, zumindest bei mir nicht. Sprachlich war mir das oft zu klamaukig und platt und angereichert mit Klischees, die sich einfach schon abgenutzt haben. Humor ist natürlich immer Geschmackssache – meine Welt war es jedenfalls nicht.

Auch die Handlung kann da nicht viel reißen. Spätestens nach der Hälfte geht der Geschichte die Puste aus und ich musste mich durch die letzten Seiten ein bisschen quälen. Daran kann leider auch der grundsätzlich angenehme Schreibstil nichts ändern.

Tipp: Wer nach meiner Rezension unentschlossen ist, ob er dem Roman eine Chance geben soll oder nicht, dem sei das Hörbuch des Argon Verlags empfohlen. Christoph Maria Herbst erzählt Tills Geschichte gleichzeitig bieder und sarkastisch und holt das Maximum aus dem Stoff raus. Und wer wäre besser geeignet als Herbst, der mit Husmann zusammen an „Stromberg“ arbeitete?

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