Cover-Bild Räume zum Verschwinden
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 544
  • Ersterscheinung: 16.04.2026
  • ISBN: 9783462007473
Stuart Nadler

Räume zum Verschwinden

Roman
Klaus Modick (Übersetzer)

Ein vielschichtiges Epos über Liebe, Familie, Exil und das Weiterleben nach der Katastrophe

Ein großer jüdischer Familienroman über vier Mitglieder einer jüdischen Familie aus Wien, die durch Krieg, Schuld und die Schatten der Geschichte voneinander getrennt wurden. Und doch verbindet sie ein unsichtbares Band: die Geister der Vergangenheit.

Sonja lebt 1979 in London, Fania arbeitet 1966 in einem Hotel in Montreal, Moses durchstreift 2002 das postkommunistische Prag, und Arnold erhält 2016 eine mysteriöse Nachricht aus England. Was sie alle eint: das Trauma ihrer zerbrochenen Herkunft, ein tiefes, unausgesprochenes Vermächtnis – und Räume voller Erinnerung und Schweigen.

Stuart Nadler erzählt eindrucksvoll von jüdischem Leben im 20. Jahrhundert, von Identität, Entwurzelung und dem Wunsch nach innerer Heilung. Ein literarisches Mosaik aus Stimmen, Zeiten und Orten.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Ein Familienroman, der leise nachhallt

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Manche Bücher kommen nicht laut polternd durch die Tür, sie stehen plötzlich im Raum und schauen einen einfach an. Genau so fühlt sich Räume zum Verschwinden an. Kein schneller Familienroman für nebenbei, ...

Manche Bücher kommen nicht laut polternd durch die Tür, sie stehen plötzlich im Raum und schauen einen einfach an. Genau so fühlt sich Räume zum Verschwinden an. Kein schneller Familienroman für nebenbei, sondern ein literarisches Mosaik, das sich Stück für Stück zusammensetzt und dabei ordentlich im Kopf nachhallt.

Stuart Nadler erzählt von Sonja, Fania, Moses und Arnold, verteilt über Zeiten, Orte und Lebensbrüche. London, Montreal, Prag, England, dazu Wien als verlorener Ursprung. Klingt erstmal nach schwerem Stoff und ja, das ist es auch. Aber nicht im Sinne von zäh, sondern eher wie ein altes Fotoalbum, bei dem man plötzlich merkt, dass zwischen den Bildern viel mehr steht als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Besonders stark ist diese leise Wucht. Da wird nicht alles erklärt, nicht jedes Gefühl groß ausgeleuchtet. Vieles bleibt zwischen den Zeilen, in Blicken, Erinnerungen und Schweigen. Genau das macht es so passend für die Geschichte einer Familie, die von Krieg, Schuld, Exil und Trauma geprägt ist. Manchmal möchte man beim Lesen kurz sagen: Mensch, redet doch endlich miteinander. Aber dann merkt man, dass manche Wunden eben nicht einfach brav auf Kommando erzählen.

Der Roman verlangt Aufmerksamkeit. Wer Action, klare Antworten und Tempo sucht, wird hier vermutlich ungeduldig mit dem Fuß wippen. Wer aber literarische Familiengeschichten mag, die sich Zeit nehmen und ihre Figuren nicht glattbügeln, bekommt ein tiefes, trauriges und wunderschön erzähltes Buch.

Räume zum Verschwinden ist kein Wohlfühlroman, aber einer mit Herz, Schatten und Nachhall. Ein Buch, das nicht verschwindet, nur weil man es zuklappt.

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