Cover-Bild Mein Körper – wessen Entscheidung?
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783103977554
Sibel Schick

Mein Körper – wessen Entscheidung?

Warum wir reproduktive Gerechtigkeit brauchen | Das aktuelle Debattenbuch zur körperlichen Selbstbestimmung

Die Gesellschaft rückt nach rechts, der gebärfähige Körper wird zum Politikum. Bestechend klug analysiert Sibel Schick , warum mit unseren Körpern keine Politik gemacht werden darf.

Dass Schwangerschaftsabbrüche Leben retten können, hat Sibel Schick am eigenen Leib erfahren. Und auch, gegen welche Widerstände sie ankämpfen musste, bevor der rettende Eingriff durchgeführt wurde. Körperliche Selbstbestimmung ist aber keine Privatsache: Ob und unter welchen Bedingungen wir Kinder bekommen wollen, ist hochpolitisch. Reproduktive Freiheit wird heute unter Strafe gestellt, Staaten bestimmen über den Zugang zu medizinischer Versorgung – auch in Deutschland. Berührend und kämpferisch zeigt Schick, dass echte Gerechtigkeit in einer gemeinsamen Befreiung liegt.

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Veröffentlicht am 05.08.2026

Ein Plädoyer für reproduktive Gerechtigkeit - 4,5⭐️

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Journalistin und Autorin Sibel Schick schrieb das Sachbuch „Mein Körper – wessen Entscheidung? Warum wir reproduktive Gerechtigkeit brauchen“ ausgehend von einer persönlichen Situation: Eine ungewollte ...

Journalistin und Autorin Sibel Schick schrieb das Sachbuch „Mein Körper – wessen Entscheidung? Warum wir reproduktive Gerechtigkeit brauchen“ ausgehend von einer persönlichen Situation: Eine ungewollte Schwangerschaft, die sie fast das Leben gekostet hätte.

„Erst als ich über die Irritation nachdachte, die ihre Frage bei mir auslöste, wurde mir klar, welche Mechanismen hier am Werk waren. Die Kultur, in der zu gebären selbstverständlich und der Wunsch danach selbsterklärend war - egal, welche Kosten es mit sich brachte -, während ein Schwangerschaftsabbruch per se begründet werden musste, verhinderte ein offenes Gespräch.“

Die Autorin argumentiert, dass „My Body, my choice“ leider oft ein Privileg der Wohlhabenden ist; wer arm ist oder diskriminiert wird, hat keine echte Wahl. Wirkliche reproduktiver Gerechtigkeit basiert auf 3 Säulen: Das Recht, keine Kinder zu bekommen; das Recht, Kinder zu bekommen; das Recht, Kinder in einer sicheren, gesunden Umgebung aufzuziehen.

„Die Gründe für Schwangerschaftsabbrüche sind vielfältig, und sie sind alle legitim. Sie müssen nicht gerechtfertigt und erklärt werden, und Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, als gäbe es einen Wettbewerb für den besten Grund. Und trotzdem lohnt es sich, darüber nachzudenken, welche strukturellen und politischen Ursachen hinter diesen Entscheidungen liegen können. Es geht nicht darum, Menschen davon zu überzeugen, dass es mehr Geburten geben sollte. Es geht darum, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollten, ganz frei zu entscheiden ob sie ein Kind bekommen wollen.“

Doch leider werden „gebärfähige Körper“ von Staat, Kapitalismus und dem gesellschaftlichen Rechtsrück kontrolliert, um die Geburtenraten zu steuern: Der Staat braucht zukünftige Arbeitskräfte.

„Wie kann es sein, dass Politikerinnen eher auf die Idee kommen, diejenigen zu bestrafen, die keine Kinder haben, als darauf, die Gründe für ihre Kinderlosigkeit zu beseitigen? Während es - gewiss ganz zufällig - dieselben Politikerinnen sind, die Verbote für Schwangerschaftsabbrüche als ‚Lebensschutz‘ verharmlosen und legitimieren wollen? So zynisch.“

Sibel Schick fordert auf, die eigene Position zu überdenken:

„Die Gebärzwangsbewegung, die sich als Lebensschutz bezeichnet, im Kern aber zutiefst lebensfeindlich ist, will zwar, dass ausnahmslos jede Schwangerschaft fortgeführt wird. Allerdings entwickelt sie keine Visionen dafür, wie diese Kinder in Menschenwürde leben könnten, wie Menschen Kinder bekommen und bei der Geburt und danach angemessen unterstützt werden könnten. Wie sie ihre Kinder frei von Gewalt und unter guten sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Bedingungen aufziehen könnten. Wie Kinder und Erwachsene vor sexualisierter Gewalt geschützt, wie Selbstbestimmung in jeder Hinsicht hergestellt werden könnte. Und das ist schlüssig, denn eine Bewegung, die die körperliche Autonomie und Selbstbestimmung von gewissen Menschen einschränken und sogar verletzen will, ist per se gegen Gerechtigkeit. Eine solche Bewegung ist nicht in der Lage, eine gerechte Welt zu fordern - das wäre ein Widerspruch. Von ihnen sollten wir also keine Lösungen erwarten, sondern von uns selbst. Wir sind diejenigen, die diese Verantwortung ernst nehmen sollten.“

Als noch tiefgreifendere Lektüre möchte ich an dieser Stelle das Buch „Das Patriarchat im Uterus“ von Dr. Alicia Baier empfehlen (https://www.lovelybooks.de/autor/Alicia-Baier/Das-Patriarchat-im-Uterus-18878001804-w/rezension/24498004588/), das sich noch vielschichtiger mit diesem Thema beschäftigt.

Ansonsten ist „Mein Körper, wessen Entscheidung“ ein gleichermaßen persönliches wie politisches, wichtiges Sachbuch über ein Thema, das uns ALLE angeht!

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