Cover-Bild Hitlers Komplizen
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40,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DVA
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 784
  • Ersterscheinung: 15.10.2025
  • ISBN: 9783421048820
Richard J. Evans

Hitlers Komplizen

Helfer und Vollstrecker: Das Dritte Reich in 24 Porträts
Klaus-Dieter Schmidt (Übersetzer)

Der Sunday-Times-Bestseller von NS-Experte Sir Richard Evans über Hitlers Helfer und Vollstrecker - von Paladinen wie Göring, Goebbels, Himmler bis zu Propagandisten wie Riefenstahl und Handlangern wie Irma Grese und Paul Zapp

Wer waren die Nazis? Verfolgten sie kriminelle Absichten, oder waren sie »gewöhnliche Deutsche«? Was brachte sie dazu, furchtbare Gräuel gegen wirkliche oder eingebildete Feinde zu begehen oder zu billigen? Warum waren so viele Deutsche an den Verbrechen beteiligt? Wie kam es, dass sie Hitler fast bis zum Ende folgten?

Der renommierte Historiker Richard J. Evans zeichnet oft verblüffend neue Porträts der Männer und Frauen, die NS-Deutschland schufen und ihm dienten, angefangen bei Hitler über Paladine wie Göring, Goebbels und Himmler bis zu Exekutoren wie Eichmann und Heydrich, Propagandisten wie Leni Riefenstahl, Täter wie die berüchtigte KZ-Aufseherin Irma Grese und unbekannte Sympathisanten und Mitläufer, die das Regime auf vielfältige Weise unterstützten. Evans hilft die Struktur des Dritten Reiches besser zu verstehen und zeigt auf, wie weit Einzelne gehen, wenn der moralische Kompass abhandengekommen ist.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Das Böse trägt oft Anzug und Aktenmappe

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Kein Buch für den gemütlichen Feierabend mit warmem Tee und beruhigender Musik. Hitlers Komplizen packt einen am Kragen, zieht näher ran und fragt unangenehm direkt ins Gesicht: Wie normal kann das Böse ...

Kein Buch für den gemütlichen Feierabend mit warmem Tee und beruhigender Musik. Hitlers Komplizen packt einen am Kragen, zieht näher ran und fragt unangenehm direkt ins Gesicht: Wie normal kann das Böse eigentlich aussehen? Richard J. Evans macht es sich nicht leicht – und genau das macht dieses Buch so stark.

Statt die bekannten Monster nur als Karikaturen des Grauens zu zeigen, seziert Evans ihre Lebensläufe, Denkweisen und Rechtfertigungen. Göring, Goebbels, Himmler – Namen, die jeder kennt, aber hier plötzlich erschreckend greifbar werden. Machtmenschen mit Eitelkeiten, Karrieren, Neid, Loyalitäten. Und dann diese stilleren Figuren, Mitläufer, Bürokraten, Täter im Schatten, bei denen man sich ertappt, wie der Gedanke aufblitzt: So außergewöhnlich wirkten die gar nicht. Genau da sitzt der Stich.

Besonders hängen bleibt, wie präzise Evans zeigt, dass das System nicht nur von fanatischen Ideologen getragen wurde, sondern von Opportunisten, Karrieristen und Menschen, die sich Stück für Stück moralisch selbst entkernt haben. Kein Holzhammer, kein moralisches Geschrei – sondern nüchterne Analyse, die dadurch umso lauter schreit.

Zwischendurch entsteht dieses beklemmende Kopfnicken: Ja, so funktionieren Macht, Anpassung und Wegsehen leider bis heute. Das Buch schaut nicht von oben herab, sondern zwingt zum Mitdenken. Und genau das macht es unbequem – und wichtig.

Kleine Schwäche: Die Dichte der Fakten fordert Konzentration, leichte Kost ist das nicht. Aber wer sich darauf einlässt, wird belohnt mit einem tiefen Verständnis dafür, wie ein ganzes Land in den Abgrund marschieren konnte – nicht blind, sondern Schritt für Schritt, oft bereitwillig.

Ein starkes, kluges und beunruhigendes Buch, das lange nachhallt. Nicht, weil es schockieren will, sondern weil es erklärt. Und genau das ist manchmal das Beängstigendste.

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