Cover-Bild Der Kaiser von Dahlem
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 21.04.2026
  • ISBN: 9783446286009
Sam Apple

Der Kaiser von Dahlem

Otto Warburg oder wie ein jüdischer Wissenschaftler im Nationalsozialismus die Krebsforschung neu erfand
Heike Schlatterer (Übersetzer), Henning Dedekind (Übersetzer)

Eine packende Geschichte am Abgrund des zweiten Weltkriegs über den jüdischen Krebsforscher Otto Warburg und der gegensätzlichen Realität von wissenschaftlicher Forschung und Diktatur

Berlin am Abgrund des Zweiten Weltkriegs. In Dahlem macht sich der exzentrische Nobelpreisträger Otto Warburg daran, das Geheimnis der Zellen zu lüften – er will verstehen, wie Krebs entsteht und wie er sich heilen lässt. Doch Warburg ist jüdisch, lebt in einer homosexuellen Beziehung und muss unter den Nazis um sein Leben fürchten. Sam Apple zeigt Otto Warburg als vergessenes Genie voller Widersprüche und entwirft anhand seines Lebens ein ungewöhnliches Epochenporträt. Warum erhofften sich die Nationalsozialisten von Warburg die Rettung für die „deutsche Volksgesundheit“ und ließen ihn unbehelligt weiterarbeiten? Was bleibt von seiner Forschung? Eine einmalige Geschichte über Ideologie und Wissenschaft, persönliche Gefahren und Verantwortung und das Erbe einer großen Forschungsidee.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein Genie zwischen Labor, Größenwahn und Überleben

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Manchmal liegt ein Sachbuch vor einem und denkt sich wahrscheinlich: Komm, ich mache es dir heute nicht bequem. Genau so fühlt sich Der Kaiser von Dahlem an. Sam Apple erzählt von Otto Warburg, diesem ...

Manchmal liegt ein Sachbuch vor einem und denkt sich wahrscheinlich: Komm, ich mache es dir heute nicht bequem. Genau so fühlt sich Der Kaiser von Dahlem an. Sam Apple erzählt von Otto Warburg, diesem brillanten, schwierigen, exzentrischen Krebsforscher, der mitten im dunkelsten Kapitel Deutschlands weiterarbeitet, während um ihn herum die Welt moralisch komplett in Flammen steht.

Das ist keine gemütliche Biografie mit Tee und Kuscheldecke. Eher ein Buch, bei dem man zwischendurch dasitzt, die Stirn runzelt und denkt: Wie kann ein Leben gleichzeitig so faszinierend, so gefährlich und so widersprüchlich sein? Warburg war Nobelpreisträger, Genie, Eigenbrötler, Jude, lebte in einer homosexuellen Beziehung und überstand ausgerechnet die Nazizeit in einer Art unfassbarem Ausnahmezustand. Da schluckt man schon mal.

Besonders stark ist, wie Apple Wissenschaft nicht trocken auf den Tisch knallt. Krebsforschung, Zellatmung, Ernährung, Ideologie, Macht und Größenwahn werden zu einer Geschichte, die viel mehr ist als nur Labor und Mikroskop. Trotzdem merkt man: Das Buch fordert Aufmerksamkeit. Wer hier schnelle Spannung wie in einem Thriller erwartet, wird zwischendurch vielleicht kurz nach Kaffee Nummer drei greifen müssen.

Für mich ist Der Kaiser von Dahlem ein kluges, unbequemes und erstaunlich lebendiges Sachbuch über einen Mann, den man nicht einfach mögen muss, aber unbedingt verstehen will. Und genau das macht es so stark.

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