Was soll das Buch?
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Samuel Libersum, Autor des Buchs und heute – trotz offenherziger Ankündigungen im Buch und in Autorenvorstellungen – ein ziemliches Phantom im Internet, hatte vor ein paar Jahren offenbar die ...
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Samuel Libersum, Autor des Buchs und heute – trotz offenherziger Ankündigungen im Buch und in Autorenvorstellungen – ein ziemliches Phantom im Internet, hatte vor ein paar Jahren offenbar die Idee, als Mittdreißiger ein wenig öffentliche Lebensbewältigung zu betreiben.
Jetzt ist das so eine Sache, wenn jemand, den im Leben genau genommen nichts so RICHTIG Erwähnenswertes auszeichnet, meint, er müsse ein Buch über für Außenstehende (mit Verlaub) Belangloses der eigenen Lebensgeschichte schreiben. Versteht mich nicht falsch, sicher gibt es Stories und Schicksale, die ihr interessiertes Publikum finden, aber in diesem kurzen Buch findet wirklich nichts statt, das Mitgefühl und gleichzeitig Leseinteresse weckt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass eben doch viele Details ausgespart werden (Privatsphäre™) und dass viele Namen und Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes fallengelassen werden (Beispiel: Der (ehemals) beste Freund stirbt tragischerweise sehr jung – naja, next, ich hatte dann die nächste Beziehung...). Wenn das Ergebnis bester Freundschaft diese beiläufige Erwähnung ist, möchte ich eigentlich nichts weiter von den scheinbar sehr oberflächlichen zwischenmenschlichen Beziehungen des Autors wissen.
Könnte sein, dass es im echten Leben ganz anders ist – aber wenn, dann gelingt die Vermittlung dieses Bildes überhaupt nicht. Aus meiner Sicht hat das Buch auch für unsichere Menschen mit einer nicht-heteronormativen Gefühlswelt nur einen verschwindend geringen Mehrwert.