Eine Insel kämpft um ihre Freiheit
Mit "Ooge" ist dem Autor Stefan Gliwitzki eine brüllend komische, herrlich abgedrehte Persiflage gelungen, die die Problematik des überbordenden Tourismus auf einem für riesige Touristenmassen viel zu ...
Mit "Ooge" ist dem Autor Stefan Gliwitzki eine brüllend komische, herrlich abgedrehte Persiflage gelungen, die die Problematik des überbordenden Tourismus auf einem für riesige Touristenmassen viel zu kleinen Eiland überspitzt auf Korn nimmt.
In einer vielleicht gar nicht mehr so fernen Zukunft, ist es aufgrund von Klimawandel, technologischen Veränderungen und der Rückkehr zu immer mehr politischer und territorialer Autonomie (wenn nicht gar Autokratie...) von Staaten und Regionen, die sich gezielt und rigoros vom ehemals "freien Reisen" abgewendet haben und auf totale Abschottung gegenüber Fremden setzen, schwer geworden Plätze zu finden, an denen man noch Urlaub machen kann. In Deutschland ist eines dieser letzten Reiseziele die kleine Nordsee-Insel Ooge, auf der sich ganzjährige Touristenmassen breit machen, sich verhalten wie die letzten Menschen und den Insulanern gehörig auf den Wecker gehen. Da hilft auch das Geld, dass die Gäste auf die Insel bringen nichts mehr - die Ooger haben genug und gehen zum Gegenangriff über. Sie versuchen sich mit allerlei drastischen Maßnahmen die Herrschaft über ihre Insel und ein schönes Leben auf dem eigentlich wunderschönen Fleckchen Erde zurückzuerobern. Motto: "Insulaner first - Touristen last..."
Ein unheimlich witziger Lesespaß - teilweise sehr überzeichnet, aber gerade das macht die Lektüre dieses Buches so interessant und spannend.