Vielschichtig und unterhaltsam - eine etwas andere Liebesgeschichte
Villa RivoltaDer Roman „Villa Rivolta“ des Bestseller-Autors Daniel Speck ist ein vielschichtiges Werk, das auf über 600 meist interessanten und sehr unterhaltsamen Seiten in erster Linie auf der Freundschaft der beiden ...
Der Roman „Villa Rivolta“ des Bestseller-Autors Daniel Speck ist ein vielschichtiges Werk, das auf über 600 meist interessanten und sehr unterhaltsamen Seiten in erster Linie auf der Freundschaft der beiden Hauptprotagonisten Valeria und Piero fußt. Neben der Hauptstory-Line ergeben sich im Verlauf aber viele unterschiedliche Themenschwerpunkte, die für den Leser mal mehr, mal weniger interessant sind, insgesamt aber zum runden Gesamtbild des Buches beitragen. Das Gesamtbild ist eine breitgefächerte Gesellschaftsstudie des Italiens der 1950er/60er Jahre und den Auswirkungen bis ins Heute hinein.
Valeria lernt Piero kennen, als ihre Mutter nach dem Tod ihres Mannes/Valerias Vaters bei Pieros Eltern als Haushaltshilfe unterkommt. Sie ziehen in ein kleines Zimmer in der pompösen Villa Rivolta und es entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen den fast gleichaltrigen Kindern. Piero entstammt allerdings der erfolgreichen Unternehmerfamilie Rivolta, die sich auf die Produktion von hochwertigen Fahrzeugen spezialisiert hat und einer der wichtigsten Arbeitgeber mit großem Einfluss in der Region ist, so dass die gesellschaftlichen Unterschiede eigentlich von Anfang an - gerade zur damaligen Zeit - nahezu unüberbrückbar scheinen.
Der Autor erzählt vom Kennenlernen der Kinder, von der Entwicklung einer tiefen Freundschaft, vom gemeinsamen Erwachsenwerden und später auch, als die vorgezeichneten Lebenswege zweier aus unterschiedlichen Kreisen stammenden Menschen sich mehr und mehr voneinander entfernen, von Trennung und Sehnsucht. Trotzdem bleibt die Freundschaft bestehen - und ein Familiengeheimnis verstärkt die Bindung zwischen den Protagonisten nochmal um ein Vielfaches.
Daniel Speck versteht es in „Villa Rivolta“ die Familiengeschichten von Valeria und den Rivoltas ebenso unterhaltsam wie einfühlsam zu erzählen. Er kombiniert die Hauptlinie mit vielen „Ausflügen“ in andere Themenbereiche, wie die italienischen Partisanengruppen Ende der 1950er Jahre, die Bedeutung von Familienbetrieben für ganze Dorfgemeinschaften, die Pflicht zum technischen Fortschritt und die betriebswirtschaftliche Stabilität solcher Betriebe in diesen Zeiten, ebenso wie die emotionalen Wirkungstreffer, die die Protagonisten im Laufe der Jahre treffen, sowie die schweren Aufgaben, denen sie sich stellen (müssen).
Insgesamt erzählt Daniel Speck in „Villa Rivolta“ eine umfangreiche Geschichte sehr unaufgeregt und angenehm ruhig. Sehr lesenswert.