Die Liebe hat immer ein Ende
Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig ...
Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig auch von sich selbst. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einem Thema oder einer Fallgeschichte gewidmet und die unterschiedlichen Lebensgeschichten werden mehr oder weniger ausführlich betrachtet. Mir haben einige davon sehr gut gefallen, vor allem, wenn nicht nur das Offensichtliche angesprochen wurde, sondern die vielen Details und versteckten oder verdrängten Erinnerungen, die in Form von Träumen, Ängsten usw. an die Oberfläche kommen. Mir selbst war nicht bewusst, dass der Analyseprozess häufig über einen so langen Zeitraum, über Jahre hinweg, andauert oder sogar eine lebenslange Arbeit bedeutet. Wichtig ist auch, dass die Personen nicht vom Psychoanalytiker aufgezeigt bekommen, dies oder jenes musst du verändern, sondern durch Selbstexploration Erkenntnisse erfahren und Veränderungen in Gang setzen, um alte Muster zu durchbrechen.
Am Ende erfolgt eine Verknüpfung der Erkenntnisse und ein gemeinsamer Ausklang, aber ich hätte mir auch zwischendurch mehr Verbindungspunkte zwischen den einzelnen Kapiteln gewünscht. Zwischenzeitlich war es fast eine Aneinanderreihung an Fallgeschichten, ähnlich wie Kurzgeschichten. Verbindungsblöcke hätten den Lesefluss und den Gedankengängen gutgetan und das Bild abgerundet sowie zwischendurch einen Puffer gebildet zwischen den doch sehr unterschiedlichen Themenbereichen, die in den Fallgeschichten angesprochen wurden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Definition von Psychoanalyse als eine besondere Form des Nichtwissens. Als positives Feature nehme ich von dieser Lesereise mit, die Freude, sich nach dem zu sehnen, was man hat.