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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 64
  • Ersterscheinung: 29.01.2025
  • ISBN: 9783596711611
Stig Dagerman

Trost

Paul Berf (Übersetzer)

Wofür lohnt es sich zu leben? Und was ist es, das unser Leben über seinen reinen Nutzen hinaus erhebt? Weshalb ist es besser, zu sein, als nicht zu sein? 
Der junge Schriftsteller Stig Dagerman schrieb 1951 inmitten einer lähmenden Schreibblockade ein autobiografisches Bekenntnis über den Trost, in dem er seine inneren Dämonen, seine Sucht nach Anerkennung und sein unbändiges Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit hinterfragt. Die Trauer über die Vergänglichkeit allen Lebens, so seine Erkenntnis, kann nur überwunden werden durch die Öffnung zum Augenblick, zum bedingungslosen Erleben. »Trost« ist in seiner radikalen Kürze das tief berührende Testament eines Getriebenen, eines hochbegabten Schriftstellers, dem wenig Zeit blieb, seine Begabung in literarische Werke umzusetzen. Die erschütternde Schönheit seiner kristallklar formulierten Gedanken überwältigt auch heute noch und trifft mitten ins Herz.

Mit einem Nachwort von Felicitas Hoppe

»Sein Schreiben ist geprägt von einem Schrei nach individueller Verantwortung und nach Freiheit.« Siri Hustvedt

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Sprachliebhaber*innen aufgepasst: Dieses Büchlein ist für Euch! 🤩

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Warum bereiten uns Begriffe wie die Ewigkeit oder Lebenszeit Sorgen? Stig Dagerman findet mit „Trost“ tröstende Worte für den Schmerz, den uns das Leben bereitet:

„Kurz ist mein Leben nur, wenn ich es ...

Warum bereiten uns Begriffe wie die Ewigkeit oder Lebenszeit Sorgen? Stig Dagerman findet mit „Trost“ tröstende Worte für den Schmerz, den uns das Leben bereitet:

„Kurz ist mein Leben nur, wenn ich es auf dem Richtblock der Zeitrechnung platziere. Begrenzt sind meine Lebensmöglichkeiten nur, wenn ich die Wörter oder Bücher zähle, die ich noch erschaffen werde, bevor ich sterbe. Aber wer bittet mich eigentlich zu zählen? Zeit ist ein falsches Maß für Leben. Zeit ist ein grundsätzlich nutzloses Messinstrument, denn es erfasst nur die Äußerlichkeiten meines Lebens.
Doch alles Wesentliche, was mir geschieht und meinem Leben seinen wunderbaren Inhalt gibt: die Begegnung mit einem geliebten Menschen, die Liebkosung der Haut, die Hilfe in der Not, der Mondschein in den Augen, der Segeltörn auf dem Meer, die Freude über ein Kind, das Schaudern angesichts von Schönheit spielt sich ganz und gar außerhalb der Zeit ab. Denn ob ich der Schönheit eine Sekunde oder hundert Jahre lang begegne, ist unerheblich.“

Zeitlebens jagte Stig Dagerman selbst dem Trost hinterher:

„Ich selbst jage Trost wie ein Jäger Wild. Wo immer ich ihn in den Wäldern auftauchen sehe, schieße ich. Häufig treffe ich nur ins Leere, aber manchmal fällt eine Beute zu meinen Füßen. Da ich weiß, dass die Beständigkeit des Trosts so kurz ist wie die des Winds in einem Baumwipfel, eile ich, mich meines Opfers zu bemächtigen.“

Leider war seine Jagd am Ende vergeblich, denn der Schmerz, den ihm das Leben bereitete, war letztlich stärker und er beging 1954 mit nur 31 Jahren Suizid. 1923 wurde er nördlich von Uppsala/Schweden geboren und führte in seinem kurzen Leben einen beständigen Kampf gegen seine schweren Depressionen und wurde von existenziellen Krisen gebeutelt.

Schreiberisch beschäftigte er sich mit seinen persönlichen Krisen und auch seine prägenden Nachkriegserfahrungen (als Reporter) ließ er in seine Texte, Essays, Theaterstücke, Reportagen und Bücher fließen. Er wurde als Stern am Literaturhimmel gefeiert und erlangte schnell Bekanntheit. Doch er hatte nicht nur produktive Schreibphasen, stets hatte er auch mit Schreibblockaden zu kämpfen.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens hadert Stig Dagerman mit Gesellschaftsnormen, wünscht sich mehr individuelle Freiheit. Er ist nicht gläubig und denkt, ihm bleibe aufgrund dessen sein persönliches Glück verwehrt. Trost zu finden sieht er nicht nur für sich selbst als immer unerreichbarer, sondern auch für die Menschheit an sich. Was für ein armer, getriebener Geist er doch war!

Die Berliner Autorin Felicitas Hoppe erläutert und ergänzt mit Ihren Erläuterungen Stig Dagermans autobiografisches Vermächtnis, seine Gedanken und Worte.

Sprachliebhaber*innen aufgepasst: Dieses kleine Büchlein „Trost“ von Stig Dagerman ist ein wahres Sprachjuwel! Seine destruktive Gedankenwelt und innere Zerrissenheit spiegeln sich wunderschön in seiner Sprache wider. Eine klare Leseempfehlung für alle, die den Schmerz des Lebens etwas lindern wollen, indem sie sich von der Schönheit der Sprache trösten lassen!

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