Eine tolle Fortsetzung
Mit "Go for it, Nakamura-kun!" hat Syundei einen charmanten, herrlich schrulligen Boys-Love-Manga geschaffen, der gleichermaßen zum Lachen bringt wie zum Mitfühlen einlädt.
Nakamura ist hoffnungslos verliebt ...
Mit "Go for it, Nakamura-kun!" hat Syundei einen charmanten, herrlich schrulligen Boys-Love-Manga geschaffen, der gleichermaßen zum Lachen bringt wie zum Mitfühlen einlädt.
Nakamura ist hoffnungslos verliebt – und zwar in seinen Klassenkameraden Hirose. In seiner Fantasie führen die beiden längst eine innige Beziehung: Gespräche ohne Hemmungen, romantische Dates, zarte Berührungen … die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Dort steckt Nakamura tief in der Friendzone fest, ringt mit seiner extremen Schüchternheit und verliert sich immer wieder in völlig überdrehten, teils skandalösen Tagträumen. Je stärker seine Gefühle werden, desto schwieriger fällt es ihm, Fantasie und Wirklichkeit auseinanderzuhalten.
Genau hier liegt die große Stärke des Mangas: Die Gegenüberstellung von Nakamuras blühender Vorstellungskraft und seinem unbeholfenen Alltag ist urkomisch. Syundei nutzt überzeichnete Szenen, abrupte Stimmungswechsel und pointierte Panels, um Nakamuras inneres Chaos sichtbar zu machen. Dabei wird er nie bloßgestellt – im Gegenteil: Seine Unsicherheit wirkt unglaublich menschlich und liebenswert.
Auch Hirose bleibt bewusst rätselhaft. Er ist freundlich, offen und zugänglich, aber nie eindeutig, was Nakamuras Hoffnungen und Ängste nur weiter anheizt. Die Geschichte lebt weniger von klassischer Romantik als von peinlichen Situationen, inneren Monologen und dem ewigen Kampf, endlich den Mut aufzubringen, einen Schritt nach vorne zu gehen.
Der Zeichenstil ist schlicht, ausdrucksstark und perfekt auf den humorvollen Ton abgestimmt. Mimik und Körpersprache tragen viel zur Komik bei und machen Nakamuras emotionale Achterbahnfahrt wunderbar greifbar.