🐰 Hasenfuß – Eine Idee, die für mich leider nicht gezündet hat
„Hasenfuß“ von Hesse und Wirth hat mich zunächst wegen seines originellen Titels und vor allem wegen des wirklich tollen Covers mit dem niedlichen Hasen neugierig gemacht.
Kurz zum Inhalt:
Der Mord steht ...
„Hasenfuß“ von Hesse und Wirth hat mich zunächst wegen seines originellen Titels und vor allem wegen des wirklich tollen Covers mit dem niedlichen Hasen neugierig gemacht.
Kurz zum Inhalt:
Der Mord steht direkt am Anfang der Geschichte. Als drei Frauen im Kommissariat zusammentreffen, sorgt die Kommissarin dafür, dass ans Licht kommt, dass sie alle eine Beziehung zu demselben Mann – Schlaphysen – hatten, der jede von ihnen nur einen Tag in der Woche trifft.
Bis Seite 144 von 285 habe ich gelesen, dann habe ich das Buch abgebrochen. Was mich beim Lesen zunehmend gestört hat, war weniger die Figur Schlaphysen selbst, sondern die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Für mich fehlte schlicht die Spannung. Vieles wird rückblickend erzählt und aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert – aus Sicht der Kommissare, der Frauen und auch von Schlaphysen selbst – wodurch sich für mich keine richtige Dynamik entwickeln konnte.
Interessant fand ich dabei, dass Schlaphysen aus seiner eigenen Perspektive fast harmlos wirkt. Er verspricht den Frauen weder Ehe noch große Zukunftspläne, sondern gibt ihnen Aufmerksamkeit und einen festen Tag in der Woche. Die Frauen wirken zunächst sogar zufrieden mit diesem Arrangement. Erst als herauskommt, dass es mehrere von ihnen gibt, kippt die Stimmung – und die Situation entwickelt sich zu einer regelrechten Hetzjagd auf ihn.
Gerade diese Darstellung der Frauen fand ich schwierig. Sie werden im Verlauf der Geschichte sehr negativ gezeichnet, und die Dynamik zwischen ihnen, der Kommissarin und Schlaphysen wirkte auf mich teilweise eher gehässig als spannend. Dazu kommen immer wieder Rückblicke auf den „Teufelsclub“ der Frauen, was für mich den Lesefluss zusätzlich gebremst hat.
Dabei stellt sich für mich auch die Frage, ob Schlaphysen tatsächlich in die klassische Kategorie eines Heiratsschwindlers passt. Seine Masche ist zwar fragwürdig, aber gleichzeitig verlangt er nichts direkt – vieles entsteht erst dadurch, dass die Frauen für ihn bezahlen, wenn seine Karte angeblich nicht funktioniert. Für mich blieb diese moralische Einordnung deshalb eher offen.
Am Ende war mir leider einfach egal, wer den Mord begangen hat, weil mich die Geschichte bis dahin nicht mehr packen konnte.
⭐ Fazit
Ein Krimi mit einer interessanten Ausgangsidee und einem wirklich großartigen Cover, der mich durch die eher spannungsarme Erzählweise und die Figurenkonstellation nicht überzeugen konnte. Nach gut der Hälfte habe ich das Buch deshalb abgebrochen.
⭐⭐ 2 von 5 Sternen.