Schlaflied
Die Buddenbrooks sind eine angesehene Kaufmannsfamilie aus Lübeck. Der alte Konsul und seine Gattin halten die Familie zusammen. Die Kinder Thomas, Christian und Tony sind quasi auf dem Weg in die Welt. ...
Die Buddenbrooks sind eine angesehene Kaufmannsfamilie aus Lübeck. Der alte Konsul und seine Gattin halten die Familie zusammen. Die Kinder Thomas, Christian und Tony sind quasi auf dem Weg in die Welt. Thomas soll einmal die Firma übernehmen, Christian wird schon etwas finden und Tony verbringt einen Urlaub an der See, wo ihr eine zarte Liebe begegnet. Sie blicken zuversichtlich in die Zukunft. Wann beginnt es schiefzugehen? Als Tony sich in eine Ehe mit einem Geschäftsmann dränen lässt, der als Ehemann genauso wenig taugt wie als Unternehmer. Eine Scheidung in dieser angesehenen Familie. Wann gab es das schon mal?
Eigentlich meint man, es könne gar nichts passieren. Alles müsste immer so weitergehen. Doch die Fassade bekommt Risse. Letztlich verliert die Familie mit jeder schlechten Entscheidung, jeder schlechten Ehe, jedem Streit auch Geld. Thomas als Erbe führt die Firma schon mit Erfolg weiter, doch mehren kann er das Kapital nicht. Und Christian, der selbst nichts rechtes wird, drängt auf seinen Anteil. Und die Erben? Tony hat nur eine Tochter und bei Thomas lässt ein Stammhalter lange auf sich warten. Und als er endlich da ist, fehlt es ihm an Energie und Einsatzwillen. Lieber beschäftigt er sich mit Musik.
In der ARD Audiothek ist dieses Hörbuch zu finden. Ganz hervorragend neu eingelesen von Thomas Sarbacher. Es sind schon etliche Stunden, die zu bewältigen sind. Möglicherweise auch gedacht als letzte halbe Stunde vorm Schlafen gehen. Vielleicht erinnert man sich, dass man das Buch vor ewigen Zeiten mal gelesen hat und es doch eher als dröge empfand. Und doch schleicht es sich langsam in die Gedanken und regt an, doch genauer zuzuhören. So uninteressant ist es ja doch nicht. Zwar hat das mit dem Niedergang schon seine Begründung und die epischen Beschreibungen des Leidens sind na ja eben episch. Doch wenn verschiedenste Sprachfärbungen zu Anwendung kommen, wenn die Äußerungen manchmal etwas krude erscheinen, dann schmunzelt man doch und denkt, habe ich das alles überlesen. Wahrscheinlich reißt es die gesprochene Interpretation einfach raus. Es sind zwar ganz schön viele knappe halbe Stunden, aber letztlich vergehen sie schneller als gedacht.