Heimkommen ist kein Ort, sondern ein Gefühl
Manchmal reicht ein einziger Satz, um mitten ins Herz zu treffen – und Tom Lamont schreibt davon gleich eine ganze Menge. Heimkommen ist so ein Roman, der einem leise in die Rippen stößt, während man denkt, ...
Manchmal reicht ein einziger Satz, um mitten ins Herz zu treffen – und Tom Lamont schreibt davon gleich eine ganze Menge. Heimkommen ist so ein Roman, der einem leise in die Rippen stößt, während man denkt, man liest nur ein bisschen Familiengeschichte. Und plötzlich sitzt man da, grinst, schluckt und hat Gänsehaut, weil diese Figuren so echt wirken, als könnten sie gleich im eigenen Wohnzimmer vorbeischauen.
Téo Erskine, der Mann, der eigentlich alles im Griff hat – bis ihn das Leben zurück in seine Vergangenheit katapultiert. Zwischen Vater Vic, der das Herz am rechten Fleck, aber die Zunge in der falschen Richtung trägt, und dem kleinen Joel, der mehr Chaos und Liebe bringt als ein ganzer Kindergarten, steckt Téo plötzlich in einer Gefühlsmischung aus Verzweiflung, Sehnsucht und plötzlicher Verantwortung. Klingt nach Drama, ist aber auf die beste Art bittersüß – mit britischem Humor, viel Wärme und dieser leisen Melancholie, die einem länger nachgeht als man will.
Lamont schafft es, das Thema Heimkommen ohne Kitsch zu erzählen – ehrlich, charmant, manchmal ein bisschen ruppig, aber immer mit Herz. Die Dialoge knallen, die Szenen in London riechen nach Straßenkaffee, Regen und Erinnerungen, und irgendwo zwischen all dem flackert immer wieder die Frage auf: Wann ist man eigentlich wirklich zu Hause?
Ein Buch für alle, die schon mal versucht haben, mit ihrem Vater über Gefühle zu reden, und dann lieber zusammen den Rasen gemäht haben. Für alle, die wissen, dass Liebe manchmal im Umweg wohnt. Und für alle, die glauben, dass Erwachsenwerden irgendwann mal einfacher wird. Spoiler: Wird es nicht. Aber Lamont zeigt, dass das völlig okay ist.
Ein ehrlicher, witziger, manchmal schmerzlicher Roman, der einen am Ende mit einem warmen Gefühl im Bauch zurücklässt – so, als hätte man nach langer Zeit endlich wieder den Weg nach Hause gefunden.