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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Mitteldeutscher Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Dystopische und utopische Literatur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 260
  • Ersterscheinung: 03.2026
  • ISBN: 9783963119903
Unė Kaunaitė

2084

Markus Roduner (Übersetzer)

In einer Zukunft, in der die Menschen ihr Leben fast vollständig in der virtuellen Realität „Bubble“ verbringen, verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit, Erinnerung und Programmierung. Kajus, ein stiller Beobachter in dieser künstlich perfektionierten Welt, versucht zu begreifen, was noch echt ist. Sind es Gefühle, Freundschaft oder nur Datenströme, die das simulierte Glück am Laufen halten?

Mit kühler Klarheit und philosophischer Tiefe entwirft Unė Kaunaitė ein erschütternd gegenwärtiges Zukunftsbild. Sie erzählt von Liebe und Verlust im digitalen Zeitalter, von der Sehnsucht nach Nähe in einer Welt totaler Vernetzung und stellt die große Frage: Was geschieht, wenn Künstliche Intelligenz beginnt, unsere Geschichten zu schreiben – und unser Leben zu beenden?

Ein moderner, literarisch anspruchsvoller Roman zwischen Dystopie und Liebesgeschichte, der George Orwells „1984“ hundert Jahre später weiterschreibt – in einer Ära digitaler Überwachung, algorithmischer Sehnsucht und emotionaler Simulation.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2026

Unerwarteter Plottwist

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Kajus lebt im Jahr 2084 – einer futuristischen Welt, in der nahezu jede Form von Kommunikation und Interaktion online stattfindet. Hinter Avataren und Nicknames entstehen Beziehungen, Nähe und Gefühle. ...

Kajus lebt im Jahr 2084 – einer futuristischen Welt, in der nahezu jede Form von Kommunikation und Interaktion online stattfindet. Hinter Avataren und Nicknames entstehen Beziehungen, Nähe und Gefühle. Doch all das fühlt sich anders an als in der analogen Welt.

Auch Kajus hebt sich von den meisten Menschen ab. Er hat mit einem anderen Menschen zusammengelebt und versucht nun, den Verlust und die Trauer nach der Trennung zu verarbeiten. Dabei nimmt Kajus einen mit in eine digitale Welt, die wie ein Deckmantel über der gebeutelten Offline-Welt liegt. Erst nach und nach werden kleine Risse in dieser Fassade sichtbar.

Etwas gewöhnungsbedürftig waren für mich die häufigen Sprünge zwischen den einzelnen Szenen und Handlungssträngen. Gerade zu Beginn haben mich die abrupten Wechsel gelegentlich aus dem Lesefluss gerissen. Mit der Zeit fügt sich das jedoch gut zusammen und verliert seinen störenden Charakter.

Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Themen das Buch aufgreift, ohne dabei überladen zu wirken. Liebe, Verlust, Identität, Digitalisierung, Verantwortung – all das wird ganz selbstverständlich miteinander verwoben. Das Buch streift viele dieser Themen zunächst nur, entfaltet aber nach und nach eine erstaunliche Tiefe. Vieles davon hat mich sogar erst nach dem Lesen richtig beschäftigt.

Nicht jede Frage wird beantwortet. Wie genau es um die Erde steht, bleibt beispielsweise bewusst offen, während andere Aspekte der Welt spannend weitergedacht werden. Einige Wendungen haben mich wirklich überrascht – allen voran das Ende. Der Plot ist hervorragend durchdacht und lädt dazu ein, das gesamte Buch im Nachhinein noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Eine kluge Dystopie, die zum Nachdenken anregt, gleichzeitig spannend unterhält und ihre Anlehnung an 1984 sinnvoll und stimmig nutzt. Für mich eine absolute Empfehlung.

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