Mysteriös am Anfang, spannend zum Schluss
Ava spricht mit ihrer Katze und kleidet sich wie eine Figur aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat ihr Gedächtnis verloren und wirkt auch sonst wie aus der Zeit gefallen. Von ihren Mitmenschen fühlt sie sich ...
Ava spricht mit ihrer Katze und kleidet sich wie eine Figur aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat ihr Gedächtnis verloren und wirkt auch sonst wie aus der Zeit gefallen. Von ihren Mitmenschen fühlt sie sich beobachtete und missverstanden, ohne zu begreifen, dass ihre altertümliche Aufmachung dafür verantwortlich ist. Doch die Atmosphäre wird immer bedrohlicher, als sie nachts in ihrem Garten wirklich einen Mann mit einem purpurnen Schal entdeckt, der sie beobachtet.
Der Anfang des Buches hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Die Erzählung startet mit einer düsteren und bedrohlichen Atmosphäre, die Handlung ist mysteriös und irgendwie surreal, als wäre die Protagonistin Ava aus einer anderen Zeit in die Gegenwart katapultiert worden. Doch sie kennt den Gebrauch eines Laptops und einer Waschmaschine, also stammt sie eher doch nicht aus der Zeit der Renaissance. Dieses widersprüchliche Verhalten wirft Fragen auf und lässt mich gleich von der ersten Seite an mit rätseln.
Auch die Beschreibung der Katakomben von Neapel ist sehr gelungen, ich habe sie richtiggehend vor mir gesehen, da muss ich unbedingt mal hin.
Der Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen. Die Unterteilung in relativ kurze Kapitel sorgt für eine gute Übersicht.
Die Charaktere der Protagonisten sind anfangs alle undurchsichtig und mysteriös, ihre Motive fraglich, was sich aber im Laufe der Geschichte aufklärt und auch für einige Plot-Twists sorgt. Vor allem der Charakter von Ava ändert sich im Laufe der Handlung von einer verwirrt und hilflos wirkenden Person zu einer überlegt und mutig handelnden, starken Frauengestalt.
Leider sind vor allem zum Schluss hin ein paar sehr langatmige Abschnitte eingebaut.
FAZIT: Spannend und mysteriöses Lesevergnügen mit ein paar Längen.