Cover-Bild Der Rhein
Band 1328 der Reihe "Insel-Bücherei"
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Lifestlye, Hobby und Freizeit - Reiseberichte, Reiseliteratur
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 109
  • Ersterscheinung: 17.03.2010
  • ISBN: 9783458193289
Victor Hugo

Der Rhein

Annette Seemann (Übersetzer)

Victor Hugo unternahm in seinem Leben zwei Rheinreisen, 1839 und 1840. Seine Eindrücke hielt er in seinem Prosatext Le rhin fest. Darin schildert er nicht nur den Ort von Sagen, Märchen und Ruinen, der der Rhein für ihn von Kindheit an war, sondern setzt sich auch mit dessen politischer Bedeutung als Grenzfluß zwischen Frankreich und Deutschland auseinander. Und sowohl vor Ort als auch aus der Erinnerung entstanden über 100 Rheinzeichnungen. Denn Hugo war auch ein begnadeter Zeichner. In jüngster Zeit wird er mit seinen phantastischen, magischen Blättern als ein Künstler der frühen Moderne erkannt und William Turner und Gustave Moreau an die Seite gestellt.

Dieser Band präsentiert Auszüge aus dem Text in neuer Übersetzung zusammen mit Hugos schönsten Rheinzeichnungen und zeitgenössischen Fotografien.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Eine schöne Sammlung literarischer Betrachtungen des Rheins

0

„Der Rhein“ beinhaltet Auszüge von Victor Hugos Prosawerk „Le rhin“, das auf seinen Rheinreisen 1839/1840 beruht. Hugos Stationen, die in den Auszügen behandelt werden, sind Aachen, Köln, Andernach, Sankt ...

„Der Rhein“ beinhaltet Auszüge von Victor Hugos Prosawerk „Le rhin“, das auf seinen Rheinreisen 1839/1840 beruht. Hugos Stationen, die in den Auszügen behandelt werden, sind Aachen, Köln, Andernach, Sankt Goar, Bacharach, der Binger Mäuseturm, Mainz, Frankfurt, Heidelberg und der Rheinfall. Tatsächlich ist es sinnvoll, Hugos Reisebericht dann zu lesen, wenn man mehrere dieser Orte bereits besucht hat, damit man seine Beschreibungen besser nachvollziehen kann. Ich hatte die Auszüge zum ersten Mal vor ein paar Jahren gelesen, als ich wenige der beschriebenen Orte aus eigener Erfahrung kannte, und fand die Lektüre eher öde. Mittlerweile habe ich die meisten der beschriebenen Orte selbst in Augenschein genommen und fand die Lektüre sehr spannend. Der Text setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Einerseits finden sich typische Reisebeschreibungen: Wir begutachten mit Hugo u. a. den Aachener Königsthron und – als Baustelle – den Kölner Dom, begeben uns auf Wanderungen in die Weinberge links des Rheins und lassen uns vom Rheinfall umtosen. Diese Beschreibungen haben auch immer wieder literarischen Charakter: So erinnern Episoden im Heidelberger Schloss oder im Mäuseturm an Schauergeschichten (die Episode im Mäuseturm ist ein Highlight der Auszüge!), Hugos einsame Wanderungen besitzen romantische Naturdarstellungen. Andererseits streut Hugo – für seine französischen Lesenden – mehrfach historische Erläuterungen ein – so insbesondere als er den Frankfurter Römer beschaut und die Kaiserwahl zur Zeit des Heiligen römischen Reiches darlegt. Auch äußert sich der vordergründig im Linksrheinischen Reisende häufig über die jüngste Vergangenheit dieses Landstrichs, als er unter Napoleon zum französischen Staat gehörte (Patriotismen inklusive). Sehr lesenswert sind auch Hugos Überlegungen zum symbolischen Gehalt des Rheins, in denen er diesen als Kulturlandschaft betrachtet. Ergänzt werden die Auszüge aus „Le rhin“ von Zeichnungen Hugos sowie zeitgenössischen Bildern. Zudem findet sich ein Vorwort, das Informationen zum Entstehen des Prosatextes gibt, sowie ein Nachwort, in dem Hugo als Zeichner kurz eingeordnet wird. Insgesamt ist „Der Rhein“ eine schöne Sammlung von literarischen Äußerungen über den Rhein, die sich besonders zu lesen lohnt, wenn man die Orte bereits kennt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere