Cover-Bild Anarchie
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38,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 720
  • Ersterscheinung: 20.03.2026
  • ISBN: 9783406834400
William Dalrymple

Anarchie

Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company. 1600-1874
Cornelius Hartz (Übersetzer)

Die East India Company: Die schmutzigen Geschäfte einer Welthandelsmacht

Die Kolonialisierung Indiens im 17. und 18. Jahrhundert war ursprünglich keine nationale Bestrebung Großbritanniens, sondern das Werk eines gewinnorientierten Unternehmens mit Sitz in London, das nur auf die Bereicherung seiner Investoren ausgerichtet war. Der völlig beispiellose und erbarmungslose Aufstieg der British East India Company zur dominierenden Welthandelsmacht wird hier in einem großen Panorama mitreißend nacherzählt.

Im Oktober 1764 besiegte die East India Company den jungen Mogulkaiser Shah Alam II. auf dem Schlachtfeld und setzte eine eigene Regierung über den indischen Subkontinent ein. Diese wurde von englischen Kaufleuten geführt und trieb mit Hilfe einer eigenen Armee Steuern ein. Von diesem Zeitpunkt an war die Company keine bloße Handelsfirma mehr, sondern wurde zur aggressiven Kolonialmacht. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte unterwarf sie sich dann fast ganz Indien südlich von Delhi und wurde so zum unrühmlichen Vorreiter kolonialistischer Ausbeutung. Im glänzend erzählten Buch des Bestsellerautors William Dalrymple kommt nun auch die Perspektive der Moguln und Einheimischen zu ihrem Recht. Der Autor hat zahlreiche unveröffentlichte Quellen auf Urdu, Persisch und Punjabi ausgewertet und kann die dramatischen Ereignisse so auch durch die Augen der Beteiligten zum Leben erwecken.

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2026

Wenn eine Firma ein Imperium baut und niemand sie stoppt

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Keine trockene Geschichtsstunde, sondern ein Historienepos mit Pulvergeruch, Intrigen und einer Privatfirma, die sich benimmt wie ein Imperium auf Koffein. Genau hier packt das Buch. Händler kommen mit ...

Keine trockene Geschichtsstunde, sondern ein Historienepos mit Pulvergeruch, Intrigen und einer Privatfirma, die sich benimmt wie ein Imperium auf Koffein. Genau hier packt das Buch. Händler kommen mit Verträgen, bleiben mit Kanonen und plötzlich gehört ihnen ein ganzer Subkontinent. Klingt absurd, fühlt sich beim Lesen aber erschreckend logisch an.

Seitenweise marschieren korrupte Kaufleute, skrupellose Generäle und zerfallende Reiche durchs Kopfkino. Immer wieder dieser Moment, in dem man denkt: Das kann doch nicht wirklich so passiert sein. Und dann kommt die nächste Quelle, die es noch schlimmer macht. Der Gedanke, dass eine Aktiengesellschaft Steuern eintreibt, Kriege führt und Millionen Menschen beeinflusst, bleibt hängen wie ein bitterer Nachgeschmack im Kaffee.

Besonders stark wirkt die Perspektive aus Indien. Keine glatte Siegergeschichte, sondern Chaos, Verrat, Hunger und Machtspiele von allen Seiten. Dalrymple erzählt das mit Tempo, fast wie einen Politthriller, nur dass jeder Twist historisch belegt ist. Man liest weiter, obwohl es stellenweise richtig wütend macht.

Ein paar Passagen sind dicht und fordern Konzentration. Namen, Allianzen, Schlachten. Kurz durchatmen hilft. Doch genau diese Wucht macht das Buch so beeindruckend. Am Ende bleibt das Gefühl, gerade erlebt zu haben, wie Kapitalismus ohne Regeln ein ganzes Land verschluckt. Schwer, spannend und verdammt eindringlich.

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