Cover-Bild Weißer Vater
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Karl-May-Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Abenteuerroman: Western
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 03.2021
  • ISBN: 9783780201348
Wolfgang Berger

Weißer Vater

Die Geschichte von Klekih-petra
Klekih-petra ist eine von Karl May erfundene Figur, die in den Romanen um Winnetou einen zwar nur kurzen, aber wichtigen Auftritt hat. Wolfgang Berger hat dabei schon immer interessiert, wie ein junger Deutscher zum Lehrer der Apatschen werden konnte. Eine mögliche Antwort auf diese Frage hat der niederbayerische Kabarettist, Moderator und Autor (Jg. 1971) nun als Roman niedergeschrieben, gleichsam als Vorgeschichte zu all den spannenden Abenteuern um den legendären Apatschen-Häuptling Winnetou. Hierin spielt auch dessen Vater Intschu tschuna bereits eine bedeutende Rolle.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2025

Wer war Klekih-petra ?

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Mit seinem Roman Weißer Vater wagt Wolfgang Berger, niederbayerischer Kabarettist, Moderator und Autor, einen literarischen Brückenschlag: Er erzählt die Vorgeschichte von Klekih-petra, dem weißen Lehrer ...

Mit seinem Roman Weißer Vater wagt Wolfgang Berger, niederbayerischer Kabarettist, Moderator und Autor, einen literarischen Brückenschlag: Er erzählt die Vorgeschichte von Klekih-petra, dem weißen Lehrer der Apatschen, der in Karl Mays Winnetou I nur einen kurzen, aber bedeutenden Auftritt hat. Berger, den ich persönlich kenne und als kreativen „Fälscher“ schätze, verleiht dieser Figur Tiefe, Menschlichkeit und eine glaubwürdige Vergangenheit.

Der Roman beginnt in einem politisch aufgewühlten Deutschland. Der junge Peter Berg, ein idealistischer Revolutionär, muss fliehen und findet sich auf einem Auswandererschiff wieder – ein Ort, an dem sich Menschen aus unterschiedlichsten Schichten begegnen und neue Gemeinschaften entstehen. Berger beschreibt diese Szenen mit viel Empathie und Gespür für zwischenmenschliche Dynamik.

In Amerika angekommen, beginnt Bergs Wandlung: Vom Hauslehrer zum Vermittler zwischen Kulturen. Seine Begegnung mit dem Apatschen-Häuptling Intschu-Tschuna, dessen Frau entführt wurde, ist ein zentraler Wendepunkt. Parallel dazu entwickelt sich eine zweite Erzählstrang, der die Perspektive der Apatschen beleuchtet – ein gelungener Kniff, der dem Roman finde ich sehr viel Tiefe verleiht.

Berger gelingt es, die Atmosphäre des Wilden Westens einzufangen, ohne in Klischees zu verfallen. Seine Sprache ist klar, manchmal poetisch, und immer getragen von Respekt gegenüber dem literarischen Erbe Karl Mays.
Besonders spannend finde ich, wie er Parallelen zu Old Shatterhand zieht: Auch Peter Berg ist ein Greenhorn, das durch Mut, Bildung und Menschlichkeit zur Vertrauensperson der Apatschen wird.

Was mich persönlich beeindruckt hat, ist die Balance zwischen Fiktion und Hommage. Berger schreibt nicht einfach einen Abenteuerroman – er erweitert den Kosmos Karl Mays, stellt Fragen nach Identität, Schuld und Versöhnung, und gibt einer Randfigur eine Stimme, die es verdient, gehört zu werden.

Für Fans von Karl May, aber auch für Leser:innen, die sich für historische Romane mit Tiefgang interessieren, ist Weißer Vater eine echte Entdeckung.

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