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Seraphinablack

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Veröffentlicht am 07.11.2019

dahinschmelzender Islandkrimi

Verborgen im Gletscher
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In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird von einer Deutschen Reisegruppe die Leiche des seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns Sigurvin entdeckt.
Damals wurde die Suche nach dem Vermissten unter ...

In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird von einer Deutschen Reisegruppe die Leiche des seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns Sigurvin entdeckt.
Damals wurde die Suche nach dem Vermissten unter dem jetzt pensionierten Kommissar Konráð eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des Mordes verdächtigt worden, aber die Beweise fehlten und der Hauptverdächtige beteuert bis heute seine Unschuld. Der Fund von Sigurvins gut erhaltener Leiche lässt Konráð auf eigene Faust ermitteln und reisst damit alte Wunden wieder auf.

Meine Meinung :
Das Buchcover ist durch die Abbildung eines Häuschens in/an einem Gletscher sehr atmosphärisch gestaltet, hat aber keinen Bezug zur Geschichte.

Der Cold Case um den verschwundenen und dreißig Jahre später im Gletscher gut erhaltenen - wie sich herausstellt ermordeten - Geschäftsmannes Sigurvin ist ein gemächlicher, dahinplätschernder sich in unzähligen Nebengeschichten zerteilender Island Roman.

Mit dem Haupt Protagonisten Konráð und auch mit der Reykjaviker Polizei um Marta und Léo konnte ich keine Sympathie aufbauen.

Der seit kurzem verwitwete Konráð ermittelt als Pensionist auch noch in einem anderen Fall, taucht in die Vergangenheit um seinen Vater ein, deckt nachlässige Ermittlungsarbeit in der Vergangenheit auf und wir erfahren viel über seine eigene Vergangenheit und seine glückliche Ehe.

Durch die langatmige Erzählweise und durch die (für mich teilweise unwichtigen) Nebengeschichten wurde mir das Lesevergnügen verdorben.
Auch das unvermutete verwirrende Ende hat mich unsicher bezüglich Konráð´s Charakter zurückgelassen.

Mein Fazit:
Dieser Roman ist für eingefleischte Indriðason Leser sicher ein toller Roman, für mich als Erstleserin dieses Autors war es vermutlich der falsche Einstieg.
Daher nur 3 von 5 Sternen von mir.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Schweden - London : The Riverside Bookshop

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Zum Buch :
Charlotte lebt in Schweden und ist eigentlich zu jung, um Witwe zu sein, zu jung, um ihren geliebten Mann verloren zu haben. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit, bis eine unerwartete Nachricht ...

Zum Buch :
Charlotte lebt in Schweden und ist eigentlich zu jung, um Witwe zu sein, zu jung, um ihren geliebten Mann verloren zu haben. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit, bis eine unerwartete Nachricht ihr Leben auf den Kopf stellt: Sie hat von einer entfernten Tante eine Buchhandlung in London geerbt.
Kurz entschlossen fliegt Charlotte nach England, um das Haus zu verkaufen. Doch schnell fühlt sie sich mit der Buchhandlung eng verbunden – genauso wie mit den beiden warmherzigen Mitarbeiterinnen, dem Kater Tennyson und dem Schriftsteller William. Sie versucht, das fast bankrotte Geschäft zu retten. Dabei stößt sie auf Widersprüche und Rätsel: Warum hat sie ihre Tante Sara nie getroffen, warum hat ihre Mutter nie von ihrer Vergangenheit erzählt, und was ist das dunkle Geheimnis der beiden Schwestern?

Meine Meinung zum Buch:
Das Buchcover ist wundervoll gezeichnet und passt hervorragend zur Story.
Die Beiden Geschichten um den „Riverside Bookshop“ werden abwechselnd erzählt.

Zum Einen spielt das Buch in der Vergangenheit, hier wird das Leben von Charlottes Mutter Kristina und deren Schwester Sara erzählt die von Schweden nach London flüchten und sich hier versuchen ein Leben aufzubauen.
Dieser Teil der Geschichte ist etwas langatmig aber sehr spannend erzählt und endete für mich überraschend.

In der Gegenwart versucht Charlotte die Trauer um den plötzlichen Tod von Alex - ihrem Ehemann - zu verarbeiten. Da passt die unerwartete Nachricht vom Tod und der Erbschaft von Ihrer unbekannten Tante Sara gar nicht in ihr Konzept. Jedoch muss sie nach London fliegen und Ihr Erbe regeln.
Sie findet jedoch hier wundervolle Mitarbeiter, Mieter und Kunden vor, die Ihr den Entschluss die Buchhandlung möglichst schnell zu verkaufen sehr schwer machen.

Die einzelnen Charaktere des Buches sind sehr detailliert und liebevoll gezeichnet.
Da ist die trauende in sich gekehrte Witwe Charlotte, die cazy-ruppige lesbische Sam, der arme Schriftsteller William - der immer noch auf seinen Durchbruch wartet und natürlich das Herz der Buchhandlung: Die wunderbare hilfsbereite Martinique , welche von Ihrer selbstsüchtigen Schwester und auch von Ihrer bequemen Tochter schamlos ausgenutzt wird.
Nicht zu vergessen die einzelnen Stammgäste des Bookshops und natürlich der Kater Tennyson der seinen eigenen Kopf hat.

Sehr berührend fand ich die Geschichte um die Umstände von Daniels Tod. Witzig aber doch sehr weit hergeholt fand ich den Abschnitt als Charlotte nicht wusste welche Autorin sie einfach so angesprochen und gebucht hat. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass J.K. tatsächlich sie eine Aktion mitgemacht hätte. Auch die einzelnen Anspielungen auf diverse Romane und die Entwicklung Charlottes zur Bücherliebhaberin und Verkäuferin haben mir sehr gut gefallen.

Das Ende der Geschichte ist trotz einiger Twists vorhersehbar was aber mein Lesevergnügen nicht geschmälert hat.

Mein Fazit :
Eines Vorweg: Ich vergebe äusserst selten die vollen 5 Sterne - aber dieses Buch hat mein Herz beim lesen berührt. Gerne würde ich in diesem aussergewöhnlichen Bookshop stöbern und schwedische Spezialitäten naschen.
Das Buch ist eine wunderbare Herbstlektüre nicht nur für alle die Bücher lieben und gerne in Buchhandlungen stöbern.

Veröffentlicht am 27.08.2019

hätten mehr erwartet

Mittwoch also
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Jung, ledig, selbstbestimmt – und ungewollt schwanger.
Hedda ist nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und möchte schnellstmöglich abtreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne das norwegische Gesundheitssystem ...


Jung, ledig, selbstbestimmt – und ungewollt schwanger.
Hedda ist nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und möchte schnellstmöglich abtreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne das norwegische Gesundheitssystem gemacht, das eine mehrtägige Bedenkzeit vorsieht. Und die setzt ihr unerwartet zu …
Die 33-jährige Hedda, Journalistin in Oslo, hat eine Lebenskrise: Ihr wird gekündigt, und ihre Langzeitaffäre (und heimliche große Liebe) Lukas macht Schluss mit ihr. Sie wählt die große Geste und bricht zu einer Irrfahrt quer durch Europa auf, die mit einem Fast-Flugzeugabsturz über Sarajewo beginnt und mit einem One-Night-Stand mit dem Aussteiger Milo in Berlin endet. Zurück in Oslo stellt sie fest, dass sie ungewollt schwanger ist. Sie ist sich sicher, dass sie das Kind nicht behalten und eine schnelle Abtreibung möchte. Doch gar so einfach macht man es ihr nicht, denn der Arzt eröffnet ihr, dass sie zunächst eine mehrtägige Bedenkzeit einhalten muss. Und diese bringt Hedda ins Grübeln.


Das Cover ist sehr interessant und im psychedelic Stil gestaltet.
Und genau so geht es im Buch drinnen auch weiter. Die Story ist in einem wirren Sprachstil geschrieben. Ich muss sagen, dass ich das Buch nur fertig gelesen habe, weil ich es rezensieren musste.

Zur Story - sofern ich sie durch die teilweise schon sehr verwirrend zusammengefügten Satzfetzen verstanden habe- :
Die getriebene arbeits und Geldlose freie Journalistin Hedda wird von wem ?? ( siehste, bereits hier bin ich das erste mal geistig bereits aus der kurios erzählten Geschichte ausgestiegen!) Vermutlich vom Aussteiger/Lebenskünstler und „Stalker“ Milo schwanger und will die Abtreibungspille von Ihrem Arzt. Der schickt sie mit dem Hinweis dass gesetzlich 3 Tage Bedenkzeit notwendig sind, am Freitag wieder nach Hause. Blöd für Hedda denn… die 3 Tage Bedenkzeit sind Werktage und sie kann somit frühestens Mittwoch wieder beim Arzt erscheinen.



Ich muss sagen, ich habe mir mehr erwartet von diesem Buch und der sensiblen Thematik. Die ganze Geschichte wird wirr und in Sprüngen erzählt und so richtig Einblick in die Gefühlswelt und die Entscheidungsfindung der Protagonistin habe ich nicht bekommen.

Einzig der sich als sehr anhänglich und hilfreich entpuppende One Night Stand Milo mit seinen ausufernd erzählten - gesellschaftlichen und politischen - Ansichten, seinem Lebensentwurf aus allem Geld zu machen und seiner Spontanität wirkt auflockernd und verflüssigt die Geschichte etwas.


Mein Fazit:

Das Buch hat mir nicht gefallen; ich musste mich wirklich durchkämpen und ich würde es lediglich „hippen“ 30 jährigen oder noch jüngeren Lesern/ innen empfehlen die auf diesen wirren Schreibstil stehen. Für „ältere Semester“ und/oder/auch anspruchsvollen Lesern/innen rate ich jedoch davon ab.
Deswegen nur 2 von 5 Sternen von mir.

Veröffentlicht am 10.08.2019

Joss und Lysander

Silberdrache
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Ein silbernes Drachenei! Der Waisenjunge Joss traut seinen Augen kaum, als ihm das kostbare Ei einfach so vor die Füße fällt. Sind Silberdrachen nicht längst ausgestorben? Wer sich mit einem ...


Ein silbernes Drachenei! Der Waisenjunge Joss traut seinen Augen kaum, als ihm das kostbare Ei einfach so vor die Füße fällt. Sind Silberdrachen nicht längst ausgestorben? Wer sich mit einem silbernen Drachen verbündet, sagt die Legende, kann unermessliche Macht erhalten. Bald schlüpft Silberdrache Lysander aus dem Ei. Doch der skrupellose Clan der Lennix ist hinter dem Drachen her. Und sie schrecken vor nichts zurück.
In einer ganz anderen Welt, zur selben Zeit: Die elfjährige Sirin ist mit den Erzählungen über Drachenreiter aufgewachsen, die über Generationen weitergegeben wurden. Doch als ihre Mutter schwer krank wird, hat Sirin Mühe, noch an Magie und an Wunder zu glauben ...


Meine Meinung:
In das Cover habe ich mich bereits beim auspacken verliebt. Der wunderschön gezeichnete silberne Drache und die blau schwarze Farbe des Covers machen diese Buch zu einem Blickfang.

Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Welten die durch eine Drachensaga miteinander verbunden sind.

Zum einen eine eher Harry Potter / Game of Thrones angelegte Welt in der der grausame Lennix-Clan herrscht und in der die Drachen zu bösen Raptoren umerzogen wurden. Hier spielt der Hauptteil der Geschichte.
Joss und seine Schwester Allie leben hier und finden das silberne Drachenei um das sich die Story letzenendes dreht.

Der zweite Plot des Buches spielt heutigen London und erzählt die Geschichte von Sirin und deren todkranken Mutter.

Leider kommt für meinen Geschmack die Geschichte um Sirin zu kurz. Es wird hier nur ansatzweise darauf eingegangen was es mit den Drachen in Ihrer Familie auf sich hat.
Dafür werden die Grausamkeiten des Lennix Clans, allen voran von Demara Lennix und ihren Töchtern sehr ausführlich erzählt.

Meine Lieblinsfigur ist neben Lysander, der alte Oberdrache Bellacrux.
Die Naivität des 11 jährigen Joss hat mich während des Lesens oft genervt, dagegen mochte ich seine Schwester Allie, sie wurde sehr authentisch beschrieben.

Angie Sage hat die Geschichte in einem flüssigen Schreibstil erzählt, jedoch finde ich eine Leseempfehlung ab 11 nicht gerechtfertigt, zartbesaitete 11 Jährige sollten dieses Buch nicht lesen, da es durchaus etwas brutaler zur Sache geht.

Mein Fazit :
Ein durchaus lesbarer erster Teil der Drachensaga. Wobei mich beide Enden der Geschichten nicht sonderlich zufrieden zurückgelassen hatten.
Da ich aber nunmal ein bekennender Drachenfan bin, werde ich dem zweiten Teil auch eine Chance geben und gebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Eine bittersüsse Freundschaftsgeschichte

Das Rezept unserer Freundschaft
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Billy, Autorin und Restaurantkritikerin - Mitte 40 ist fast pleite und frustriert. Ohne Mann und der Traum vom eigenen Restaurant liegt auf Eis. Zudem hat sie sich noch mit ihrer allerbesten Freundin ...


Billy, Autorin und Restaurantkritikerin - Mitte 40 ist fast pleite und frustriert. Ohne Mann und der Traum vom eigenen Restaurant liegt auf Eis. Zudem hat sie sich noch mit ihrer allerbesten Freundin Lucy verkracht. Kurzerhand packt sie ihre Sachen, lässt das glitzernde New York hinter sich und zieht ins beschauliche Hudson Valley. Doch Problemen kann man nicht davonlaufen - und besten Freundinnen erst recht nicht.

Das Cover des Buches ist wundervoll und sehr ansprechend gestaltet und machte bereits Appetit auf die Geschichte.
Der Schreibstil ist flüssig
Nach den ersten Seiten dachte ich mir jedoch, dass mir die Charaktere nicht gefallen und dass das vermutlich ein echt nervig-seichtes „6 and the City Tussenbuch“ wird.
Ich hatte ernsthaft überlegt ob ich es überhaupt weiterlesen will.
Gott sei Dank hab ich der Geschichte noch eine Chance gegeben - und was soll ich sagen ? Ich wurde doch noch etwas belohnt.
Nach dem holprigen Anfang und den platten Beschreibungen der glamourösen egoistischen Freundinnen von Billy nahm die Geschichte Fahrt auf. Sie lernt den entzückenden jungen Chefkoch Ethan mit seinen Teilhaber/ Freundinnen Marta und Kai kennen.
Nach diversen Missverständnissen und Verwicklungen findet doch noch jeder Topf sein Deckelchen.

Liebevoll erzählt die Autorin die Storys um die einzelnen Personen gespickt mit leckeren Gerichten die Billy kocht und die auch eine Seele zum jeweiligen Problem / Thema haben.

Mein Fazit : „Das Rezept unserer Freundschaft“ von Kelly Killoren ist eine kurzweilige und schnell zu lesende appetitanregende Lektüre für einen entspannten Strandtag. Ich vergebe gute 3,5 von 5 Sternen