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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2017

Protektorat Schweden im Jahr 2037

Isoliert
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Isoliert
von Asa Avdic
erschienen am 1.12.2017 im
Harper Collins Verlag

Protektorat Schweden 2037: Der Eiserne Vorhang
wurde nie geöffnet - nur weiter nach Westen gezogen.
Sechs Menschen auf einer unbewohnten ...

Isoliert
von Asa Avdic
erschienen am 1.12.2017 im
Harper Collins Verlag

Protektorat Schweden 2037: Der Eiserne Vorhang
wurde nie geöffnet - nur weiter nach Westen gezogen.
Sechs Menschen auf einer unbewohnten Insel in einem einsamen Haus.
Ein Kampf um einen Platz im inneren Zirkel der Partei.
Anna Francis hat die Aufgabe ihren eigenen Tod zu inszenieren und
danach die Testpersonen aus dem Verborgenen zu beobachten und zu
bewerten. Doch einer von Ihnen ist ein Spion. Als die einzige Eingeweihte
Person stirbt und dann der erste Kandidat steht Anna vor einer einsamen
Entscheidung.

Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der einen von der ersten Seite
an fesselt und mitnimmt in ein düsteres Szenarium.
Ein totalitärer Überwachungsstaat, der die Ausgrenzung bis hin zur Tötung derer,
die sich den totalen Herrschaftsansprüchen tatsächlich oder möglicherweise widersetzen.
Wie sähe die Welt aus, wenn die Mauer nicht gefallen wäre?
Die Charaktere sind alle sehr lebensnah gezeichnet und voller Überraschungen.
Man lebt und leidet mit Ihnen.
Der Spannungsbogen bleibt bis zum überraschenden Ende erhalten.
Gelungen sind die immer wieder wechselnden Perspektiven
und überraschenden Wendungen.
Mit einer unheimlichen Stimmung bis zum Ende.
Ein Thriller, der auch zum Nachdenken anregt.
Düster, mit einem perfekten Spannungsaufbau.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Eine sehr schöne Geschichte über das Leben in Südfrankreich

In tiefen Schluchten
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Tori Godon ist frisch verwitwet und lebt in der wilden und schönen Landschaft des Vivarais in Südfrankreich. Als nach und nach zwei Menschen verschwinden wird Tori unruhig. Sie fängt an nachzuforschen ...

Tori Godon ist frisch verwitwet und lebt in der wilden und schönen Landschaft des Vivarais in Südfrankreich. Als nach und nach zwei Menschen verschwinden wird Tori unruhig. Sie fängt an nachzuforschen und gerät dabei selber in große Gefahr.

Anne Chaplet hat eine wunderbare Art zu schreiben. Sie nimmt uns mit in das wunderschöne Südfrankreich. Ihre Beschreibungen sind atmosphärisch dicht. Das französische Lebensgefühl und das Flair wird wunderbar lebendig. Die Landschaft wird wunderschön und sehr ausführlich beschrieben und die südfranzösischen Dorfbevölkerung wird sehr authentisch dargestellt.
Die Handlung ist sehr interessant aber leider nur mäßig spannend.
Eine sehr schöne Geschichte über das Leben in Südfrankreich aber kein wirklich spannender Kriminalroman.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Nichts ist so wie es scheint

Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild
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Madame le Commissaire
und das geheimnisvolle Bild
von Pierre Martin
erschienen im Mai 2017 Knaur Verlag

Urlaubsstimmung in Südfrankreich.
Isabelle Bonnet, Madame le Commissaire,
und der Sous-Brigadier ...

Madame le Commissaire
und das geheimnisvolle Bild
von Pierre Martin
erschienen im Mai 2017 Knaur Verlag

Urlaubsstimmung in Südfrankreich.
Isabelle Bonnet, Madame le Commissaire,
und der Sous-Brigadier Apollinaire machen
Betriebsferien Isabelle will das süße Nichtstun
genießen. Ein kleiner Höhepunkt ist der Besuch
einer kleinen Galerie zusammen mit dem
Kunsthändler Rouven Mardrinac. Leider entpuppt
sich der Stolz der Galerie, ein unbekanntes Gemälde von Matisse, als Fälschung.
Unter der Oberfläche des Bildes verbirgt sich ein
verzweifelter Hilferuf.

Der Autor hat eine sehr schöne Art zu schreiben.
Die Charaktere sind sehr gut dargestellt und man kann
sich gut mit ihnen identifizieren.
Der Fall ist ausgeklügelt und ungewöhnlich.
Ein sehr schönes Thema, leider völlig ohne Spannung.
Die Ermittlungen dümpeln vor sich hin.
Bis zum überraschenden Schluss baut sich keine richtige Spannung auf.
Ein solider Krimi, von dem ich mir mehr erwartet habe,
der aber trotz allem zu vergnüglichen Lesestunden gereicht hat.

Veröffentlicht am 17.11.2025

Der Schmetterlingskuss

Großmutters Geheimnis
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Dänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel ...

Dänemark, 2015:
Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,
den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel werden mit Alkohol
und Drogen beiseite geschoben. Zudem mischt sich ständig seine Mutter in sein Leben. Zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit ist sie eher zugeknöpft, erzählt nichts.
Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen.
1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte.
Alexanders Leben wird sehr detailliert wiedergegeben.
Sein unruhiges Wesen, seine Suche nach...Ja, wonach? Nach Antworten?
Er weiß es selber nicht genau. Seine Frau setzt alles daran, ein Kind
zu bekommen. Das wird mehr als anschaulich beschrieben. Alexander aber hat
Angst, Vater zu werden, Verantwortung zu übernehmen.
Erst als er seine Gefühle und Gedanken in Musik
übersetzt, kann er neuen Lebensmut und Stärke gewinnen.
Dazu verhilft ihm seine Großmutter. Sie nimmt ihm die vererbten Traumata
und gibt ihm die erlösende Kraft der Musik.
Erzählt wird in zwei Zeitsträngen.
Wobei die von Alexander teilweise sehr zäh wiedergegeben wird.
Die Charaktere sind spröde und wirken recht hölzern.
Lassen keine Nähe zu.
Ruths Geschichte ist da so ganz anders. Alles ist wunderbar erzählt.
Liest sich spannend und sehr authentisch.
Der Lesefluss wird aber durch Alexanders Teil immer wieder gebremst.
Das ist sehr schade. Denn dieses Thema ist so wichtig.
Die Begegnung von Großmutter und Enkel. Das vorsichtige Kennenlernen,
das besser verstehen. Das alles wird wiederum warmherzig ohne Pathos erzählt.
Bedauerlicherweise endet der Roman dann ziemlich abrupt mit einer
nicht so passenden übertriebenen Harmonie.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Interessantes Thema

Vorsehung
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Auf einem ganz normalen Flug nach Sydney passiert etwas sehr Ungewöhnliches. Kurz vor der Landung steht eine Dame auf und geht langsam durch die Reihen. Bei jedem Einzelnen bleibt sie stehen und gibt das ...

Auf einem ganz normalen Flug nach Sydney passiert etwas sehr Ungewöhnliches. Kurz vor der Landung steht eine Dame auf und geht langsam durch die Reihen. Bei jedem Einzelnen bleibt sie stehen und gibt das Todesdatum und den Grund bekannt. Nach der Landung bleiben die Passagiere verwirrt zurück. Fragen sich, ob die Prophezeiungen stimmen. Kann man dem entkommen? Ist die Dame eine Hellseherin oder gar eine Verrückte? Die Frage stellt sich, ob man sein Todesdatum wissen möchte. Was passiert, wenn man so etwas ungefragt mitgeteilt bekommt? Wie verhält man sich, wenn jemand vorhersagt, wie und wann man sterben wird? Dieses Thema hat die Autorin wunderbar auf die Seiten gebracht. Der Schreibstil ist angenehm, fließend. Die kurzen Kapitel machen das ganze recht spannend. Kleine Cliffhänger geben dem Roman Tempo. Das Lebensgefühl der betroffenen Charaktere ist sehr gut beschrieben. Man lebt und leidet mit ihnen. Allerdings werden sehr viele Handlungsstränge gelegt. Alles wird sehr detailverliebt beschrieben. Das bremst etwas den Lesefluss. Dazu kommen viele Zufälle, die der Hauptcharaktere passieren, dass es schon wieder unglaubwürdig ist. Glückliche Fügungen stehen im Vordergrund. Es ist schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Sie bleibt einem fremd. Am Ende fragt man sich: Ist Hellseherei möglich? Gibt es eine höhere Macht, die das Schicksal der Menschen beeinflusst? Oder ist es doch nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung? Auf jeden Fall regt der Roman zum Nachdenken an und hallt lange nach.

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