Drei unheimliche Geschichten
Die Maske des Roten Todes. Unheimliche Geschichten„Die Maske des Roten Todes“, erschienen im Reclam Verlag, ist eine Anthologie von drei Kurzgeschichten Edgar Allan Poes. Den Auftakt macht die titelgebende Erzählung „Die Maske des Roten Todes“, eine Schauergeschichte ...
„Die Maske des Roten Todes“, erschienen im Reclam Verlag, ist eine Anthologie von drei Kurzgeschichten Edgar Allan Poes. Den Auftakt macht die titelgebende Erzählung „Die Maske des Roten Todes“, eine Schauergeschichte mit phantastischen Elementen: Sie handelt von Prinz Prospero, der mit seinem Gefolge rauschende Feste feiert, obwohl in seinem Reich die Pest grassiert. Diese Geschichte besticht insbesondere durch ihre atmosphärische Beschreibung der Festivitäten sowie des Handlungsortes (eine alte Abtei). Die zweite Geschichte „Die Tatsachen im Fall Waldemar“ ist eine eher klassische Horrorgeschichte, die stellenweise an „Frankenstein“ erinnert. Im Mittelpunkt steht ein Ich-Erzähler, der den Mesmerismus praktiziert. Getrieben von dem Drang, die dessen Grenzen auszuloten, hypnotisiert er einen Sterbenden. Die Handlung plätschert eher dahin; dennoch fand ich die Ausgangslage der Geschichte interessant. Den Abschluss bildet „Der entwendete Brief“, bei der es sich nach „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ und „Das Geheimnis der Marie Rogêt“ um die dritte Auguste Dupin-Geschichte (und damit um eine Detektivgeschichte) handelt. Die Geschichte dreht sich, wie der Titel schon sagt, um einen gestohlenen Brief, den Dupin auffindbar macht. Sie lässt sich in zwei Teile unterteilen: Im ersten Teil wird Dupin von dem Verschwinden des Briefes sowie erfolglose Wiederbeschaffungsversuche erzählt, im zweiten Teil berichtet Dupin, wie er den Brief aufgefunden hat. Insgesamt also keine übermäßig spannungsgeladene Handlung. Dennoch fand ich „Der entwendete Brief“ spannend zu lesen, da man hier Dupins deduktive Methode erlesen kann, die literarisches Vorbild für kommende Ermittlerfiguren werden sollte. Abgerundet wird „Die Maske des Roten Todes“ durch eine Nachbemerkung, die kurz die drei Geschichten literarisch einordnet.