Ein durchdacht konstruierter Sci-Fi-Krimi
Der letzte Mord am Ende der WeltInhalt: Die Welt hat sich verändert. Ein Nebel hat die Menschheit nahezu ausgelöscht, die wenigen Überlebenden haben sich auf eine griechische Insel zurückgezogen, die mithilfe der Wissenschaft vor dem ...
Inhalt: Die Welt hat sich verändert. Ein Nebel hat die Menschheit nahezu ausgelöscht, die wenigen Überlebenden haben sich auf eine griechische Insel zurückgezogen, die mithilfe der Wissenschaft vor dem Nebel geschützt ist. Hier leben die Bewohner seit Jahrzehnten harmonisch miteinander und arbeiten für die Gemeinschaft; Gewalt kommt nicht vor. Doch dann geschieht das Undenkbare: Die Person, die für den Nebelschutz verantwortlich ist, wird tot aufgefunden; der Nebel nähert sich. Nur, wenn der Mörder gefunden wird, besteht die Hoffnung auf Rettung.
Persönliche Meinung: „Der letzte Mord am Rande der Welt“ ist ein Kriminalroman von Stuart Turton, der in einem Sci-Fi-Setting spielt: Die Menschheit ist dezimiert und lebt in einer landwirtschaftlich geprägten Welt; der wissenschaftliche und technologische Fortschritt ist nahezu verloren gegangen, allerdings finden sich auf der Insel noch einzelne maschinelle Überbleibsel, die allerdings nur von den Ältesten bedient werden können. Erzählt wird die Handlung von einer allwissenden Ich-Erzählerin, die in die Perspektive einzelner Dorfbewohner/Ältester schlüpft – oder besser gesagt: Bereits in ihren Köpfen ist. Was genau es mit dem Ich auf sich hat, will ich hier nicht spoilern. Ich fand diese Erzählweise allerdings sehr interessant – auch wenn sie manchmal schwierig zu lesen ist –, einerseits weil sie recht ungewöhnlich ist, andererseits weil der unklare Status des Ichs für zusätzlich Spannung sorgt. Weitere Spannung kommt auf, da man schnell merkt, dass das Leben auf der Insel nicht so harmonisch ist, wie es zunächst scheint. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Dorfbewohner erwachen morgens mit Schrammen und Wunden, können sich aber nicht daran erinnern, was sie nachts gemacht haben. So auch am Morgen nach dem Mord: Die Erinnerung an die Tat ist gelöscht, keiner weiß, ob er oder sie der Mörder ist, sodass alle verdächtig sind. Der Fall ist dabei durchdacht konstruiert: Immer wieder werden Hinweise aufgefunden, die in die ein oder andere Richtung deuten können. Diese werden am Ende der Handlung aufgegriffen und zu einem stimmigen und auch überraschenden Ende geführt. Insgesamt also ein spannender, interessant konstruierter Sci-Fi-Krimi – allerdings bleibt ein Wermutstropfen. Die Auflösung kam für mich zu rasch, der Fall ist „plötzlich“, eher aus dem Nichts, gelöst. Hier hätte ich intensiveres Ermitteln stimmiger gefunden, um den Roman abzurunden.