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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2025

Gefühle zulassen, annehmen und an ihnen arbeiten

Warum fühl ich mich jetzt so?
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Die Frage im Buchtitel hatte sofort meine Neugier geweckt – und ich wurde nicht enttäuscht. In ihrem Buch vermittelt Alison Clark auf einfühlsame und nachvollziehbare Weise, wie wichtig es ist, die eigenen ...

Die Frage im Buchtitel hatte sofort meine Neugier geweckt – und ich wurde nicht enttäuscht. In ihrem Buch vermittelt Alison Clark auf einfühlsame und nachvollziehbare Weise, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle anzunehmen und ihnen Raum zu geben. Sich mit den eigenen Gefühlen selbst gegenüber schonungslos ehrlich zu sein.

Besonders überzeugend ist ihre Methode, mit schwierigen Emotionen umzugehen: Gefühle sollen zunächst bewusst wahrgenommen, dann benannt und schließlich aktiv bearbeitet werden. Diese klare Struktur bietet Leserinnen und Lesern hilfreiche Werkzeuge für den Umgang mit der eigenen Gefühlswelt.

Ein Gedanke, der mich besonders angesprochen hat, war die Unterscheidung zwischen zwei Arten von Schuldgefühlen – solchen, die berechtigt sind, und solchen, die man sich selbst einredet. Dieser Unterschied kann einen großen Einfluss darauf haben, wie man mit Schuld und Selbstvorwürfen umgeht.

Clark verknüpft ihre Ausführungen in jedem Kapitel mit dem Glauben an Gott, was dem Buch eine spirituelle Tiefe verleiht, ohne belehrend zu wirken. Ihr Schreibstil ist angenehm und gut verständlich – auch für Leserinnen und Leser ohne psychologisches Vorwissen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich intensiver mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen möchten. Es bietet nicht nur praktische Hilfestellungen, sondern regt auch zum Nachdenken über das eigene emotionale Erleben an.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Von guten Mächten

Dietrich Bonhoeffer: Keine Angst vor dem Leben
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Wer kennt nicht Dietrich Bonhoeffer? Ich kannte ehrlich gesagt nur seinen Namen, wusste, dass er zur Zeit des Dritten Reichs lebte und das wunderbare Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ geschrieben ...

Wer kennt nicht Dietrich Bonhoeffer? Ich kannte ehrlich gesagt nur seinen Namen, wusste, dass er zur Zeit des Dritten Reichs lebte und das wunderbare Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ geschrieben hat. Mehr aber auch nicht.

Durch das Buch Biografische Momentaufnahmen von Uwe Schulz habe ich viel über ihn gelernt – vor allem über den Menschen hinter dem Namen. Schulz bringt einem Bonhoeffer sehr persönlich näher, ohne belehrend zu wirken. Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der tief im Glauben verwurzelt war, diesen aber niemandem aufdrängte. Vielmehr bezeugte Bonhoeffer seinen Glauben durch sein Auftreten, durch seine Worte und Taten – klar, ehrlich, konsequent.

Was mir besonders gefallen hat: Zu jeder Begebenheit gibt es einen QR-Code, mit dem man weiterführende Infos aufrufen kann. Das hat mir geholfen, noch tiefer in das Thema einzutauchen.

Bonhoeffer war nicht nur Pastor der Bekennenden Kirche – er war jemand, der sich mutig gegen das NS-Regime stellte. Aus christlicher Überzeugung schloss er sich dem Widerstand an, weil er glaubte, dass es seine Pflicht sei, Hitler zu stürzen, ja sogar zu töten. Und für diesen Glauben, für diese Überzeugung, gab er letztlich sein Leben.

Ich fand das Buch sehr informativ und gleichzeitig bewegend. Es ist für jeden empfehlenswert, der mehr über Dietrich Bonhoeffer erfahren möchte – nicht nur als historischen Namen, sondern als Mensch mit Haltung und Herz.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Tiere sind gute Freunde und Zuhörer

Freundschaft auf vier Hufen
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Dieser Jugendroman überzeugte mich mit einem angenehm lesbaren und bildreichen Schreibstil. Die Emotionen der Figuren waren für mich greifbar macht und haben mich förmlich durch die Seiten fliegen lassen. ...

Dieser Jugendroman überzeugte mich mit einem angenehm lesbaren und bildreichen Schreibstil. Die Emotionen der Figuren waren für mich greifbar macht und haben mich förmlich durch die Seiten fliegen lassen. Für diesen Roman liegt keine Altersempfehlung vor. Ich denke das sich Jugendliche ab 14 Jahren sich von der Geschichte abgeholt fühlen werden. Aber auch ältere Leserinnen und Leser können sich in die Tiefe und Ehrlichkeit dieses Buches einfühlen

Im Mittelpunkt steht Lina, ein junges Mädchen, das unter der Trennung ihrer Eltern leidet. Ihre Welt gerät aus den Fugen: Die schulischen Leistungen sinken, sie beginnt sogar, Unterschriften zu fälschen – ein stiller Schrei nach Halt. Ihre Großmutter Annemie wird zu ihrem rettenden Anker, einer festen Größe inmitten des familiären Chaos.

Annemie, hat einen festen Glauben, den sie in dieser Situation Lina näher bringt. Diese spirituelle Dimension wird sensibel und glaubwürdig erzählt. Besonders berührend ist, wie sich Linas Suche und auch die Wege ihrer Eltern langsam wieder annähern – bis hin zu einem echten Neuanfang. Und dann ist da noch Jonas. Kein Bad Boy, sondern ein einfühlsamer, ernsthaft glaubender Junge, der sich vorsichtig Lina nähert und ihr Herz erobert.

Freundschaft auf vier Hufen von Swantje Schöniger ist dine rundum gelungene Geschichte über Schmerz, Hoffnung, Glaube und Liebe. Sie ist spannend erzählt, emotional bewegend und thematisch vielschichtig. Ich freue mich schon auf Band 2, welcher im Herbst erscheinen wird. Meinerseits gibt es eine klare Empfehlung – nicht nur für Teenager, sondern für alle, die sich für menschliche Beziehungen und die Kraft der Versöhnung interessieren.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Wer suchet der findet und wer anklopft dem wird aufgetan

Das Alle-über-Gott-Projekt
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In diesem Roman entführt die Autorin die Leser in die 1990er Jahre. Ich hatte lebhafte Bilder von Telefonzellen, Telefonbüchern und Telefonkarten. Auch erinnerte ich mich an die Zeit als ich mit meinen ...

In diesem Roman entführt die Autorin die Leser in die 1990er Jahre. Ich hatte lebhafte Bilder von Telefonzellen, Telefonbüchern und Telefonkarten. Auch erinnerte ich mich an die Zeit als ich mit meinen Brüdern gemeinsam wöchentlich die Stadtzeitung meiner Heimatstadt verteilte.

Mia, eigentlich Milkaw, kam nach Deutschland, um mit ihrer Familie vereint zu werden. Doch statt ihre Familie zu finden - fand sie Gott. Völlig unwissend was Glauben heißt, nahm sie alles wörtlich und glaubt kindlich. Geprägt war ihre Kindheit von traumatischen Erlebnissen: Sie erlebte sowohl körperlichen als auch geistigen Missbrauch. Trotz allem war sie vertrauensvoll – fast naiv – und zugleich tief misstrauisch.

Kalle ist ein junger Theologie-Student, der für ein Praktikum in einen Teil Bayerns eingeteilt wurde, der als geistlich tot gilt. Viele seiner Vorgänger haben das Praktikum dort vorzeitig beendet. In der Rolle, für Mia ein geistlicher Lehrer zu sein, fühlt er sich überfordert. Besonders Mias kindliche Erlebnisse schockieren ihn zutiefst. Dennoch wächst in ihm der Wunsch, mehr für sie zu sein.

Die Autorin schreibt in einem verständlichen, flüssigen und leicht lesbaren Stil. Szenen und Landschaften sind so gut beschrieben, dass man sie sich mühelos vorstellen kann.

Insgesamt ist es ein sehr tolles Buch, das sich für mich anfangs jedoch schwer lesen ließ. Besonders mit Mias Wechselhaftigkeit tat ich mich zunächst schwer. Richtig fesselnd wurde das Buch für mich ab dem Moment, als Kalle und Mia sich persönlich begegnen. Mias Kindheit ist schwer zu ertragen und für mich kaum vorstellbar – im Gegensatz zu ihr habe ich Gott für mein behütetes Leben zu danken.

Christina hat es wunderbar geschafft, die Suche nach Gott zu beschreiben und zu zeigen, was der Glaube im Leben eines Menschen bewirken kann. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Bevor man spricht sollte man nachdenken ob man sich selbst mit seiner Aussage wohlfühlt

Einander verstehen lernen
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ERST DENKEN, DANN REDEN …
Diesen Satz habe ich schon oft gehört – doch erst durch dieses Buch wurde mir wirklich bewusst, was er bedeutet.

Denkst du darüber nach, wie das, was du sagst, bei deinem Gegenüber ...

ERST DENKEN, DANN REDEN …
Diesen Satz habe ich schon oft gehört – doch erst durch dieses Buch wurde mir wirklich bewusst, was er bedeutet.

Denkst du darüber nach, wie das, was du sagst, bei deinem Gegenüber ankommt? Fühlst du dich mit dem, was du sagst, wohl?

Diese und ähnliche Fragen beleuchtet Elisabeth Haag in ihrem Buch. Sie beschäftigt sich dabei nicht nur mit Sprache und Kommunikation, sondern auch mit Themen wie Gefühlen, Gedanken, Empathie und Entschleunigung.

Ihren Schreibstil empfand ich als angenehm und gut lesbar. Allerdings wurde mein Lesefluss gelegentlich durch einige wissenschaftliche Begriffe wie „Kohärenz“ oder „diametral“ unterbrochen. In solchen Momenten musste ich oft zum Handy greifen, um die Begriffe nachzuschlagen und besser zu verstehen.

Dennoch konnte ich persönlich viel aus dem Buch mitnehmen. Besonders hängen geblieben ist bei mir die Erkenntnis, dass wir Menschen dazu neigen, vorschnell zu interpretieren – anstatt zunächst einfach zu beobachten. Auch der Gedanke, dass man sich beim Bitten über den tatsächlichen Anspruch hinter der Bitte im Klaren sein sollte, hat mich sehr angesprochen.

Elisabeth erklärt anschaulich, was den Menschen und seine Sprache ausmacht. Sie zeigt auf, dass ein liebevoller Umgang mit anderen nur möglich ist, wenn man mit sich selbst im Reinen ist und sich selbst wertschätzt. Auch das aktive Zuhören wird thematisiert – eine Fähigkeit, die man erlernen kann und die für gelingende zwischenmenschliche Beziehungen essenziell ist.

Im Rahmen meines Studiums habe ich bereits das Konzept der gewaltfreien Kommunikation im Konfliktmanagement kennengelernt. Daher hat mich das Buch – sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf Titel und Klappentext – nicht enttäuscht. Ich finde es sehr wertvoll. Wer gerne Sachbücher mit einem etwas gehobeneren sprachlichen Niveau liest, wird in diesem Buch viele hilfreiche Impulse entdecken.

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