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Veröffentlicht am 14.07.2025

Das Heim wird aufgemischt

Donnerstag ist Schnitzeltag
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Helmut Katuschek, Kriminalhauptkommissar a. D., kann aufatmen. Das langweilige Heimleben wird durch den Mord an Heimdoktor Schröter unterbrochen. Helmut kann wieder gemeinsam mit Fr. Dr. Böttcher ermitteln! ...

Helmut Katuschek, Kriminalhauptkommissar a. D., kann aufatmen. Das langweilige Heimleben wird durch den Mord an Heimdoktor Schröter unterbrochen. Helmut kann wieder gemeinsam mit Fr. Dr. Böttcher ermitteln! Da stören eigentlich nur noch die Nörgeleien von Ehefrau Margot und die überaktive neue Heimbewohnerin Elwira, die einen Fitnesswahn hat und allen ihren Lebenswandel vorschreiben will.

Julia Bruns hat mit "Donnerstag ist Schnitzeltag" ihren dritten Krimi rund um die Senioren im Heim geschrieben. Auch hier geht es wieder sehr humorvoll zu. Die neue Bewohnerin Elwira mischt alle auf, nervt zunehmend und Helmut wird immer mehr von Ehefrau Margot bevormundet. Mit ihm hatte ich echt Mitleid, obwohl diese Plänkeleien wirklich witzig sind. Nur gut, daß er noch Frau Doktor und Jutta hat, auf die er bei seinen Ermittlungen zählen kann. Frau Doktor leidet an Demenz, was hier auf humorvolle Art thematisiert wird. Julia Bruns gelingt es, dieses traurige Thema so in die Handlung einzubinden, daß man trotz allem Spaß hat. Hier hat jeder Heimbewohner sein Päckchen zu tragen. Und jeder ist für sich liebenswert. Bei den ganzen Eskapaden rückt der Krimi in den Hintergrund, was aber überhaupt nicht stört. Die Autorin schreibt locker und leicht, so daß man hier wirklich gut unterhalten wird.

Absolute Leseempfehlung für Freunde humorvoller Krimis!

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Ein modernes Märchen

Das Licht in den Wellen
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Inge Martensen lebt auf der kleinen Nordseeinsel Föhr. Ihre Familie bereitet ihren 100. Geburtstag vor, doch Inge hat andere Pläne. Sie macht mit ihrer Urenkelin Swantje eine Schiffsreise nach New York. ...

Inge Martensen lebt auf der kleinen Nordseeinsel Föhr. Ihre Familie bereitet ihren 100. Geburtstag vor, doch Inge hat andere Pläne. Sie macht mit ihrer Urenkelin Swantje eine Schiffsreise nach New York. Dort hat Inge lange gelebt. Jetzt will sie noch einmal die vertrauten Orte wiedersehen. Sie hofft, daß ihre Geschichte Swantje helfen wird, mit mehr Mut in die Zukunft zu blicken. Deshalb erzählt Inge ihr auf der Überfahrt von ihrem Leben in New York. Wie sie als junges Mädchen von einem kleinen Dorf auf Föhr nach Manhattan kam, ohne ein Wort englisch zu sprechen. Bis zu ihrem großen Erfolg als Chefin eines Luxusrestaurants, in dem John F. Kennedy ihren "magic potatoe salad" gegessen hat, war ein langer Weg. Doch Inge ist ihn unbeirrt gegangen. Nur ein Geheimnis hat Inge stets gehütet. Und das will sie nicht mit ins Grab nehmen.

Janne Mommsens Liebe zur Nordseeküste und den Inseln, ganz besonders zu Föhr, ist bekannt. Deshalb nimmt sein neuer Roman "Das Licht in den Wellen" auch von Föhr seinen Weg auf und führt bis nach New York. Die Lebensgeschichte der Hauptperson Inge ist ungewöhnlich und interessant. Doch irgendwie geht mir dabei alles zu glatt. Alle sind sehr erfolgreich, werden wohlhabend und treffen nur auf herzensgute Menschen. Das wirkt auf die Dauer zu weichgespült. Ich war echt erleichtert, daß sich wenigstens eine Person dann doch als Fiesling entpuppt hat. Dabei wird die Geschichte recht flott erzählt. Das Lesen macht Spaß, denn Konflikte gibt es kaum. Erst zum Schluß wird die Handlung etwas dramatischer. Zum entspannen genau die richtige Lektüre!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Wunderbare Reise um die Welt

Das Buch der Mythen und Märchen
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Yoshi Yoshitani hat in ihrem Buch "Das Buch der Mythen und Märchen" 78 Geschichten aus aller Welt vereint. Die Mythen und Märchen behandeln die Themen Freundschaft, Familie und Natur und sind rund um den ...

Yoshi Yoshitani hat in ihrem Buch "Das Buch der Mythen und Märchen" 78 Geschichten aus aller Welt vereint. Die Mythen und Märchen behandeln die Themen Freundschaft, Familie und Natur und sind rund um den Erdball angesiedelt. Hier finden sich u. a. nordische Mythologie, afrikanische Legenden und irische Sagen neben chinesischer Mythologie und Legenden der Aborigines und Inuit. Dies macht das Buch vielseitig und abwechslungsreich. Gleichzeitig entdeckt man, wie ähnlich sich doch manche Legenden aus den verschiedenen Ländern sind. Hier merkt man, daß die Geschichten früher von Dorf zu Dorf weitergetragen wurden - ohne Rücksicht auf Landesgrenzen und sich dadurch über die Welt verbreitet haben. Jede Geschichte besteht aus einer ganzseitigen, wunderhübschen Zeichnung, die mich jedesmal neu begeistert hat. Auf der gegenüberliegenden Seite dann der dazugehörige, ebenfalls einseitige Text. Dies gibt dem Buch Struktur und Übersichtlichkeit. Der eine Seite umfassende Text birgt jedoch Vor- und Nachteile. Einerseits haben die Geschichten eine angenehme Länge, andererseits wirken sie oft sehr zusammengestrichen und man merkt, daß es halt lediglich eine Kurzform ist. Aber um die Geschichten überhaupt kennenzulernen reicht dies vollkommen aus und als Nebeneffekt bekommt man Lust, sich mit den ausführlichen Geschichten zu beschäftigen.

Dieses Buch eignet sich hervorragend dazu, in die Welt der Mythen und Märchen hineinzuschnuppern. Ich habe hierdurch festgestellt, daß ich mich noch tiefer mit dieser Welt beschäftigen möchte!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Kein Thriller, aber spannend

Das Waldhaus
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Hannah kehrt in ihr Elternhaus zurück, um ihren demenzkranken Vater zu pflegen. Dort erwartet sie eine Überraschung: Ihr Vater hält sie für ihre Mutter, die Jahre zuvor auf mysteriöse Weise starb und bittet ...

Hannah kehrt in ihr Elternhaus zurück, um ihren demenzkranken Vater zu pflegen. Dort erwartet sie eine Überraschung: Ihr Vater hält sie für ihre Mutter, die Jahre zuvor auf mysteriöse Weise starb und bittet sie immer wieder um Verzeihung. Hannah vermutet, daß er mehr über die damaligen Geschehnisse weiß, als er je zugegeben hat, oder vielleicht sogar Schuld am Tod der Mutter ist. Um die Wahrheit herauszufinden, schlüpft sie in die Rolle ihrer Mutter und ahnt nicht, daß sie damit die düsteren Geheimnisse der Vergangenheit heraufbeschwört.

"Das Waldhaus" ist das erste Werk von Liz Web. Da mir "Die Bucht" extrem gut gefiel, mußte es jetzt "Das Waldhaus" sein. Und ich wurde nicht enttäuscht! Ich war sofort mitten im Geschehen und wurde förmlich in die Handlung eingesogen. Die Autorin hat einen Schreibstil, der es dem Leser einfach macht, in das Buch hinein zu finden. Locker, leicht und flüssig vermittelt sie ein Gespür für die Atmosphäre, die Hannah umgibt. Diese ist zwar ruhig, aber doch mysteriös und geheimnisvoll, so daß man sie richtig auf der Haut spürt. Auch die Nachbarn wirken geheimnisvoll, man fragt sich, was sie damals mitbekommen haben und bis heute verheimlichen. Liz Webb spielt hier mit überraschenden Wendungen, führt den Leser in die Irre und läßt ihn miträtseln. Dadurch steigt der Spannungsbogen immer mehr an und das Buch gipfelt in einem Finale, das spannender kaum hätte sein können. Hannah wird hier sehr gut dargestellt. Sie ist nicht diejenigen, der die Herzen sofort zufliegen, aber sie entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter und stellt sich tapfer den Geschehnissen. Dafür habe ich sie sehr bewundert. Mich hat dieses Buch begeistert zurückgelassen und ich empfehle es gern weiter!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Düster und atmosphärisch

Der Pfad
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Abby lebt seit 10 Jahren in Cutter's Pass, North Carolina. Der Ort birgt ein düsteres Geheimnis, denn immer wieder verschwinden Wanderer spurlos im Gebirge. Eines Nachts taucht ein Fremder im Dorf auf, ...

Abby lebt seit 10 Jahren in Cutter's Pass, North Carolina. Der Ort birgt ein düsteres Geheimnis, denn immer wieder verschwinden Wanderer spurlos im Gebirge. Eines Nachts taucht ein Fremder im Dorf auf, der das Schicksal seines Bruders aufklären will, denn auch er verschwand auf dem Pfad in die Wildnis. Abby unterstützt ihn bei seinen Recherchen und sie stoßen bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens.

"Der Pfad" von Megan Miranda ist ein gelungener Thriller rund um ein abgelegenes Dorf. Die Autorin beschreibt diese einsame und düstere Atmosphäre sehr gekonnt. Man erhält ein Gespür dafür, wie es sich anfühlt, dort zu leben. Die Dorfbewohner waren mir allesamt suspekt, über den Weg getraut habe ich niemandem. Sie alle, inklusive Abby, wirken sehr geheimnisvoll. Abby lernt man Stück für Stück kennen, ohne dabei zu viel von ihr zu erfahren, was für die Handlung und den Spannungsbogen extrem wichtig ist. Die Spannung selbst steigert sich nämlich erst im Laufe der Geschehnisse, dann jedoch erfährt man nach und nach Details, die zum Teil aus der Vergangenheit stammen und zu einem überzeugenden Gesamtbild zusammenfließen und in einem überraschenden Ende münden. Bis dahin kann man prima rätseln, welches Geheimnis das Dorf und seine Bewohner birgt. Mir hat dieser Thriller spannende Lesestunden beschert, auch wenn er etwas Anlaufzeit benötigt.

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