Profilbild von LeseHexe87

LeseHexe87

Lesejury Profi
offline

LeseHexe87 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LeseHexe87 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2025

Wenn Todessehnsucht auf das Leben trifft - ein gelungener Spagat und tolle Unterhaltung!

Wedding People (deutsche Ausgabe)
0

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch ...

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch Phoebe erkennt in einer verrückten Hochzeitswoche, dass das Leben mehr für sie bereithält, als sie noch vor wenigen Tagen dachte.

Alison Espachs Roman wurde im Sommer 2025 auf zahlreichen Kanälen beworben, immer wieder rezensiert und schlussendlich konnte ich nicht anders und wollte mir selbst einen Eindruck verschaffen über dieses sagenumwobene Buch. "Wedding People" hat für mich gute 80 Seiten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Bis dahin ist das Buch für meinen Geschmack zäh, Phoebe versinkt immer wieder in ihrer Depression und das war für mich kein angenehmes Lesen. War dieser Punkt jedoch überwunden, nahm die Geschichte Schwung auf, der Humor wurde direkter, bissiger, teilweise sogar derb.

Phoebe auf ihrer Reise zu begleiten, und mir dabei selbst die Frage zu stellen, wie ich in manchen Situationen antworten würde, gäbe es keinen Grund, mich oder andere vor der Wahrheit schützen zu wollen und hätte ich keine Angst vor der Reaktion oder den Konsequenzen meines Tun und Handelns, war eine wunderbare Gelegenheit, ein sehr ernstes Thema in einem außergewöhnlichen Setting wirken zu lassen. Die Entwicklung der verschiedenen Charaktere, ihrer Geheimnisse und der Seiten, die sie lieber nicht offebar werden lassen wollten, war einfach herrlich und eine außergewöhnliche, tolle Unterhaltung.

Ein wenig Abzug gibt es meinerseits für den schleppenden Einstieg und einen, für meinen Geschmack, in die Länge gezogenen Abschluss sowie leider einige Lektoratsfehler in der deutschen Übersetzung.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein definitiv empfehlenswertes Buch mit außergewöhnlicher Story!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2025

Spannende Idee, jedoch kein Thriller im klassischen Sinne

Die Abschaffung des Todes
0

Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter ...

Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter „Die Abschaffung des Todes“ von Andreas Eschbach.

Ich habe einige Zeit gehadert, ob ich das Buch überhaupt lesen soll – auch wegen der anfangs kritischen und enttäuschten Rezensionen. Mit dem Hinweis „Lies es einfach wie einen Roman, nicht wie einen Thriller“ gab ich dem Schmöker dann doch eine Chance und wurde positiv überrascht.

Eschbach zeichnet eine gewagte, wenn auch nicht neue Idee, die gesellschaftlich, politisch und medizinisch großes Potenzial für Polarisation und eigene Auseinandersetzung mit dem Stoff bietet: Der Upload des menschlichen Gehirns in eine digitale Umgebung.

Die Idee der „Windover View“, einer nachrichtendienst-ähnlichen Zeitung für Superreiche mit höchst elitärem und selektivem Zugang zu den exklusiv erhobenen Informationen, hat mich sehr angesprochen. Ein solches Medium fände wohl auch im echten Leben viel Anklang und die breite Masse der Weltbevölkerung hätte keine Ahnung, was da eigentlich vor sich geht. – Bei genauerem Nachdenken könnte eine solche Publikation auch heute schon existieren, sicher verborgen vor den Augen der breiten Öffentlichkeit.

Dem allgemeinen Lesevergnügen standen mir zeitweise die zahlreichen Charaktere im Wege, die gut auch hätten reduziert werden können, um der Leserin / dem Leser den Überblick etwas zu erleichtern. Auch waren mir persönlich zuweilen die medizinischen Ausführungen für eine belletristische Lektüre zu ausführlich, auch wenn es auf die Glaubwürdigkeit des Unterfangens und der grundsätzlichen Machbarkeit der Idee einzahlt.

Unter dem Strich eine gelungene Lektüre, wenn auch sicherlich kein Thriller, wie die Angabe auf dem Titel verspricht. Mit der Erwartungshaltung an einen in Teilen durchaus spannenden Roman decken sich, meiner Einschätzung, Inhalt des Buches und die Erwartungshaltung der Leser:innen deutlich besser.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2025

Gangsta-Spaß im königlichen Großbritannien

Gangsta-Oma schlägt wieder zu!
0

Ben hat sich nach dem Tod seiner Großmutter wieder gut in sein wenig aufregendes Leben eingefunden. Edna, die Cousine seiner Großmutter, ist zu einer echten Freundin avanciert. Als plötzlich wieder Diebstähle ...

Ben hat sich nach dem Tod seiner Großmutter wieder gut in sein wenig aufregendes Leben eingefunden. Edna, die Cousine seiner Großmutter, ist zu einer echten Freundin avanciert. Als plötzlich wieder Diebstähle stattfinden, die ganz unter dem Zeichen der "schwarzen Katze" - also Bens verstorbener Oma - stehen, ist die Verwirrung groß. Doch Ben wäre nicht Ben, wenn er sich nicht in haarsträubenden Begebenheiten auf die Suche nach der neuen "schwarzen Katze" begeben würde.

Auch Teil zwei der Serie dürfte für abenteuerlustige Kinder ein echter Spaß sein. Ben landet so oft in komplett absurden, übertriebenen Situationen (oder hat glorreiche Ideen, wie er sich in solche manövieren kann), dass absolut keine Zeit für Langeweile ist. Als erwachsene Vorleserin war mir das Buch an einigen Stellen doch etwas zu überzogen, waren die Beispiele etwas zu ausufernd und hat sich jemand bei der Gestaltungs der zig verschiedenen Fonts auf den Seiten etwas zu sehr ausgetobt. Auch waren mir die zum Teil komplett unvermittelten Gefühlsumstürze von Ben nicht nachvollziehbar - ich bin hier aber auch sicher nicht die Zielgruppe


Alles in allem eine schöne (Vor-)Lesegeschichte mit sehr kreativem Kontext.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2025

Humorige Spannung mit britischem Touch

Gangsta-Oma
0

Ben hasst Freitagabende. Dann muss er immer zu seiner langweiligen Oma, weil seine Eltern im "Stars auf dem Parkett"-Fieber andere Prioritäten haben als ihn. Und überhaupt, Ben scheint den Erwartungen ...

Ben hasst Freitagabende. Dann muss er immer zu seiner langweiligen Oma, weil seine Eltern im "Stars auf dem Parkett"-Fieber andere Prioritäten haben als ihn. Und überhaupt, Ben scheint den Erwartungen seiner Eltern, die ihn unbedingt zu einer Profi-Tänzer-Karriere überreden wollen, einfach nicht gerecht zu werden. Aber Ben hat andere Stärken und Talente, die er gemeinsam mit seiner vielleicht doch gar nicht so langweiligen Oma entdeckt.

Mein Mann hat das Buch auf Basis zahlreicher sehr positiver Rezensionen für unseren derzeit 9-jährigen Sohn gekauft, ich habe ihm das Buch dann abends vorgelesen.

Die Story hat ihn direkt angesprochen. Die lustige (und für Erwachsene teils durchaus absurde) Geschichte um Ben und seine Oma, die nach Kohl riecht, kam für meinen Sohn genau richtig daher, für mich persönlich an einigen Stellen etwas "drüber". Das schmälert jedoch nicht, dass wir beim Lesen sehr viel Spaß hatten und dass die zunehmende Spannungskurve zahlreiche Male ein "Bitte noch ein Kapitel!!!" zur Folge hatte. Die Handlung ist gleichermaßen lustig wie spannend, zum Ende wird es, für mich als Erwachsene sehr überraschend sehr nachdenklich und traurig. Meinen Sohn hat das nicht gestört, ich persönlich empfand es als irritierend bis unpassend.

Achtung, ich gehe im nachfolgenden Abschnitt genauer auf diesen Teil des Buches ein, es folgen daher Spoiler!



Bens Oma löst zum Ende der Geschichte, die bis dahin von sehr fantasiereichen kriminalistischen Geniestreichen und einigen Familienthemen geprägt war, auf, dass sie an Krebs erkrankt ist. Es dauert nur wenige Seiten, auf denen Ben zuerst mit Tempo 180 in einen Schock verfällt, seine Oma stirbt wenige Monate später und das Thema Verlust und Trauer sind plötzlich im Fokus der Geschichte. Das war für meinen erwachsenen Verstand doch ein bisschen zu viel thematische Kehrtwende. Zumal es sicher für einige Kinder, die zwar gerne Kinder-Krimis lesen, ein Thema sein könnte, das nicht nur überraschend kommt, sondern auch (zu) sehr unter die Haut geht.



Insgesamt gebe ich dem Buch daher eine gute, jedoch aufgrund der genannten Punkte keine sehr gute Bewertung. Wenn ihr neugierig geworden seid, lest das Buch einfach selbst und bildet euch eure Meinung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2025

Sehr informatives Buch mit provokanten Statements zum Ende

Eine kurze Geschichte der Menschheit
0

Yuval Noah Harari hält mit seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, was der Titel verspricht: Er nimmt die Leserin / den Leser mit auf eine Reise durch die verschiedenen Epochen der Geschichte ...

Yuval Noah Harari hält mit seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, was der Titel verspricht: Er nimmt die Leserin / den Leser mit auf eine Reise durch die verschiedenen Epochen der Geschichte und beleuchtet verschiedenste Aspekte unseres heutigen Daseins und unserer Entwicklung dahin, aus evolutionärer bzw. biologischer, politischer, wirtschaftlicher, religiöser und emotionaler Sicht.

Dabei gelingt es ihm sehr gut, selbst komplexeste Prozesse in recht einfache und verständliche Sprache zu kleiden. Dennoch sollte nicht unterschlagen werden, dass es sich um anspruchsvolles Wissen handelt. Ich finde daher die Aussage, dass sich das Buch lese wie ein Roman doch etwas hoch gegriffen. Es ist und bleibt inhaltlich ein Sachbuch. Ein toll geschriebenes, gut verständliches, aber eben doch anspruchsvolles Sachbuch, das zahlreiche Momente zum Innehalten und Anregungen zum Nachdenken gibt.

Seit der letzten Auflage 2015 ist einiges an Zeit vergangen und es haben Entwicklungen stattgefunden, seien es geopolitische oder auch technologische, die das Buch nicht aufgreift.

Auch wenn es nicht der leichte „Sachbuch-Schmöker“ war, den ich vermutet oder erhofft hatte, ein sehr lesenswertes Buch mit durchaus provokanten Statements ganz am Ende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere