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Veröffentlicht am 03.08.2025

am Anfang recht unglaubwürdig

Wer Verderben sät
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Elza arbeitete als Lesehelferin auf dem Weingut der Familie Wagensonner in einem kleinen Ort in Österreich. Sie ist sogar mit Lorenz Wagensonner eine Vernunftsehe eingegangen. Lorenz ist eher wortkarg, ...

Elza arbeitete als Lesehelferin auf dem Weingut der Familie Wagensonner in einem kleinen Ort in Österreich. Sie ist sogar mit Lorenz Wagensonner eine Vernunftsehe eingegangen. Lorenz ist eher wortkarg, überschüttet sie zwar nicht mit überbordender Liebe, aber er behandelt sie gut. Doch eines Morgens erwacht sie und Lorenz liegt mit Schaum vorm Mund leblos neben ihr im Bett. Elza ist voller Angst, dass die ihr gegenüber misstrauischem Dorfbewohner, die jeglichen Kontakt mit ihr meiden und nur schlecht über sie reden, in ihr seine Mörderin sehen würden. Sie trifft nach Stunden des Grübelns eine Entscheidung….
Das Buch liest sich recht flüssig. Jedoch habe ich Elzas Entscheidungen als nicht ganz nachvollziehbar empfunden. Gleiches trifft auch auf die Arbeit sowohl der österreichischen als auch der ungarischen Polizei zu. Mit welch nichtigen Erklärungen die sich zufriedengegeben haben, empfand ich als unrealistisch.
Natürlich war es spannend sich selbst Gedanken zu den immer wieder bei Elza eintreffenden Zetteln mit „Ich weiß, was du getan hast.“ zu machen. Einige sind als offene Drohung verfasst. Elzas einziger Verbündeter, denn sonst kann sie sich niemandem anvertrauen, ist der nach einem Unfall querschnittsgelähmte Nachbarsohn Rupert. Aber auch er scheint nach einiger Zeit von den Ereignissen überfordert zu sein. Erst im letzten Drittel nimmt die Spannung im Buch so richtig an Fahrt auf. Was unter anderem auch an der unerwarteten Auflösung der Todesfälle liegt. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

gab schon spannendere Fälle mit Jan und Lisa

Der Fädenzieher
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Ich muss zugeben, dass ich die Bände mit Jan und Lisa nicht der Reihe nach gelesen habe. Sie ließen sich auch problemlos ohne die vorherigen Teile lesen. Der Zuschauer und der unbekannte Künstler haben ...

Ich muss zugeben, dass ich die Bände mit Jan und Lisa nicht der Reihe nach gelesen habe. Sie ließen sich auch problemlos ohne die vorherigen Teile lesen. Der Zuschauer und der unbekannte Künstler haben mir ausgesprochen gut gefallen.
Doch in diesem Thriller waren mir die Ermordung der ehemaligen Mitglieder der BKA-MEK-Einheit zu sehr ausgeweitet bis es dann zur Erkenntnis kam, dass jemand alle aus dem Team auslöschen will. Nur warum, ist die zentrale Frage.
Erst ab der Mitte des Thrillers habe ich so richtige Spannung gespürt. Da kam dann das Können des Autors, nämlich mit unerwarteten Wendungen den Leser zu überraschen und zu verblüffen, so richtig zum Tragen.
Als auch noch auf den Direktor der Berliner Polizei, Boris Wolff, ein Anschlag verübt wird, ist es nur noch Jan Theurer aus der ehemaligen Einheit, der unverletzt ist. Somit Jan gerät in den Fokus der internen polizeilichen Ermittlungen. Lisa, seine engste Mitarbeiterin, ist verunsichert und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Ihre noch so frische Partnerschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Ja es wird noch spannend, jedoch hat sich mein Gesamturteil für diesen 3. Teil nur unwesentlich verbessert. Insgesamt gebe ich 3, 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

weniger Hinweise auf Band 1 hätte mir besser gefallen

Aschesommer
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Gruppe 4 wird die neu gegründete Sondereinheit zur Aufklärung von Straftaten mit Serienmuster genannt. Diesmal haben die Ermittler um Mila Weiss und Jakob Krogh einen besonders skurrilen Fall - zwei erfrorene ...

Gruppe 4 wird die neu gegründete Sondereinheit zur Aufklärung von Straftaten mit Serienmuster genannt. Diesmal haben die Ermittler um Mila Weiss und Jakob Krogh einen besonders skurrilen Fall - zwei erfrorene Leichen in einem Kühlraum unter einer Scheune. Gefunden wurden die beiden nur so schnell, weil in der Zeitung eine Todesanzeige für Daniel Wissmer erschien. Todesdatum der Vortag. Doch das sollen nicht die einzigen Morde bleiben. Für das Team beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Auch wenn der Drahtzieher zu diesen Morden recht bald bekannt wird, hat es mir Spaß gemacht zu lesen, wie geschickt er mit seinem Verhalten die Ermittler auflaufen lässt, wie manipulativ er in seinem Verhalten und seinen Äußerungen ist. An manchen Stellen bin ich auch wütend auf ihn geworden, weil er einfach nichts Greifbares von sich gibt. Jedoch kann er die Taten nicht selbst begangen haben. Zentrale Frage für die Ermittler ist also, wer hilft ihm?
Es hat mir gefallen, wie der Autor die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe 4 schildert. Auch wenn sie so unterschiedlich gestrickt sind, hat doch jeder seine Stärken, die es zu nutzen gilt. Ich mochte sie alle, wobei mir die lautstarke und nicht immer rechtskonform handelnde Lucie am besten gefällt. Was mir in diesem 2. Band nicht so gefallen hat ist, dass viel zu oft auf die Handlung aus Teil 1, Krähentage, hingewiesen wurde. Das hat mit dem aktuellen Fall nichts zu tun, hat nicht zu zusätzlicher Spannung geführt und auch den aktuellen Teil nicht aufgewertet. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

aktuelles Thema, bei Spannung noch Luft nach oben

Riot Girl
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Ermittlerin Obalski ist Quereinsteigerin. Nach dem Gender-Studium wurde sie beim BKA zur Forensikerin und Kriminologin ausgebildet. Was sie aber im Besonderen auszeichnet ist, dass sie die Menschen lesen ...

Ermittlerin Obalski ist Quereinsteigerin. Nach dem Gender-Studium wurde sie beim BKA zur Forensikerin und Kriminologin ausgebildet. Was sie aber im Besonderen auszeichnet ist, dass sie die Menschen lesen kann. Das hat die Autorin gleich am Anfang des Buches sehr gut vermittelt. Wie Obalski anhand von Falten am Körper auf Schlafgewohnheiten und bei Füsse trippeln auf Bluthochdruck schließt, hat mich schon beeindruckt. Auf der anderen Seite wurde Obalski aber als selbstzweifelnd dargestellt als sie ihren Job als VE (Verdeckte Ermittlerin) beim Jugendamt antritt. Ja es war ihr erster Job als VE, aber es passte irgendwie nicht zu ihrem Auftritt gegenüber ihren Kollegen bei der Polizei.
Auf jeden Fall kann man sie als sehr engagiert beschreiben. Ich empfand die ihr gestellte Aufgabe, durch ihren Job beim Jugendamt Kontakt und Vertrauen zu den aggressiven Mädchengruppen im Netz aufzubauen und die Drahtzieher zu ermitteln als Herausforderung. Die beschriebenen Challenges sind echt krass, aber durchaus vorstellbar. Vor allem die Sogwirkung, die sie innerhalb der jungen Menschen auslösen. Obalski prüft alle ihr zugängigen Informationen, hört auf ihr Bauchgefühl und findet so einige entscheidende Hinweise für die polizeilichen Ermittlungen. Doch eines wird ihr dabei klar, es sind nicht gewaltbereite Jugendliche, es sind Opfer von Gewalt. Opfer, denen bisher nicht geglaubt und geholfen wurde. Weder durch die Familie, die Polizei oder andere Behörden.
Was mich beim Lesen gestört hat, waren die vielen Abkürzungen. Die Autorin hat im Nachwort erklärt, dass sie die wegen der Authentizität des Buchs hat einfließen lassen und sie wurden auch immer einmal erklärt. Aber es waren zu viele, um sich alle zu merken. Da hätte ich mir eine Gesamtübersicht zum Nachschlagen gewünscht. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Stolz und Schuld – gelungene Familiengeschichte

Wo wir uns treffen
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Die Familie Brooke trifft sich auf dem riesigen Anwesen von Philip Brook anlässlich seiner Beerdigung. Das Anwesen der Brookes befindet sich seit 240 Jahren in Familienbesitz. Es wurde gegründet von Oliver ...

Die Familie Brooke trifft sich auf dem riesigen Anwesen von Philip Brook anlässlich seiner Beerdigung. Das Anwesen der Brookes befindet sich seit 240 Jahren in Familienbesitz. Es wurde gegründet von Oliver Brook. Zu Lebzeiten war der Umgang mit dem Philip kein leichtes Unterfangen. Seine Ehefrau Grace, mit der er drei Kinder hat, musste jahrelang ohne ihn zurechtkommen, während er bei seiner Geliebten in New York war. Grace nimmt es klaglos hin, auch wenn sie mit ihrem Leben nicht zufrieden ist und sich in Philips riesigen Haus nie richtig zu Hause gefühlt hat.
Ich tue mich ein wenig schwer mit der Beurteilung der Handlung. Viel lieber würde ich mit der Autorin oder anderen Lesern darüber diskutieren. Auf jeden Fall sind die Beschreibungen zur Natur und der Rückkehr zur ursprünglichen Bewaldung sehr anschaulich. So ist es auch Ned, der bereits seit 50 Jahren auf einer Lichtung im alten ausgedienten Bus lebt, für mich die interessanteste Figur. Er lebt mir der Natur im Einklang, hat für jedes Wehwehchen ein natürliches Mittel bereit. Er selbst bezeichnet sich als lebenslanger Lehrling des Waldes. Auf mich hat er den Eindruck hinterlassen in sich selbst zu ruhen. Ich denke, das empfinden Philips und Grace Kinder Frannie, Milo und Isa auch so. Denn wann immer sie Probleme oder Zweifel haben, suchen sie seine Nähe und seinen Rat. Bis heute. Man erfährt, wie unterschiedlich die 3 Kinder mit dem despotischen Verhalten des Vaters umgehen. Ohne Spuren bleibt das bei keinem. Doch dann kommt die Tochter von Philips amerikanischer Geliebten zur Beisetzung. Sie ist es, die ein völlig neues Bild der Familiengeschichte der Brooks zeichnet. Nicht allem, was sie ans Licht bringt, würde ich vorbehaltlos zustimmen.
Für mich waren die Naturbeschreibungen an einigen Stellen zu ausgedehnt. Das ging zu Lasten der Beschreibungen der einzelnen Charaktere. Ich hätte mir mehr Einblicke in die Gedanken der drei Kinder gewünscht. Insgesamt ist das ein sehr einfühlsamer Familienroman, dem ich 3,5 Lese-Sterne gebe.

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