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Veröffentlicht am 10.08.2025

Eine Geschichte mit drei Komponenten

mein vater, der gulag, die krähe und ich
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Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe ...

Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe zusammen und einem Interview mit ihrem Vater, dass sie in ein Buch fassen will.
Das sind die drei Komponenten um die es in dem Buch „mein vater der gulag die krähe und ich, geht. Die Krähe, die auch schon auf dem Cover abgebildet ist, ist der Mittelpunkt des Lebens der Hauptperson. Es sieht, wie ein Roman aus, der sich um die Autorin dreht. Sie ist queer und deshalb ist das ich auch eine wichtige Komponente in ihrem Leben. Das Interview, das die mit ihrem Vater geführt hat, zeigt sein Leben in der Armia Krayova, die Untergrundarmee in Polen und die hat nicht nur gegen Hitlerdeutschland gekämpft, sondern auch gegen Stalins Armeen. Die Krähe ist so ein bisschen, der Glückspunkt im Leben der Autorin, denn sie kümmert sich liebevoll um sie. Die Autorin hat ein sehr speziellen Blick auf sich selber und die Geschichte, die sie sehr genau beschreibt. Die Sprache ist sehr bildhaft und die auch der Text ist sehr besonders, denn sie schreibt ihn fast ohne Punkt und Komma, wenn es um die Geschichte und die Krähe geht. Das sieht man auch schon in der Überschrift, alles klein und ohne Komma und Trennung.
Ich habe gebraucht, um mich in diesen Text einzulesen und zu verstehen, um was es geht. Die meisten Informationen gab es über das Kapitel Gulag, das hat mit gefallen. Auch die Beziehung zur Krähe war interessant. Schwer zu erkennen war der Kleber, der die Geschichte zusammenbringt. Trotzdem finde ich den Roman lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Schwierige Zeiten in Selb

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden
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Die Familie Thalmeier hat nach dem Krieg die Geschäfte zur Produktion von Porzellan wieder aufgenommen, Da der Sohn Ludwig noch nicht aus dem Krieg zurückgekommen ist, übernimmt die älteste Tochter Marie ...

Die Familie Thalmeier hat nach dem Krieg die Geschäfte zur Produktion von Porzellan wieder aufgenommen, Da der Sohn Ludwig noch nicht aus dem Krieg zurückgekommen ist, übernimmt die älteste Tochter Marie die stellvertretende Geschäftsführung. Auf dem Geburtstag ihres Vaters bekommt dieser vom amerikanischen Offizier John McNarney das Angebot Bürgermeister von Selb zu werden. Doch in der Nacht erleidet der Vater einen Herzinfarkt und stirbt. Nun ist Marie alleine in der Verantwortung für das Geschäft. Sie hat Schwierigkeiten mit dem Papierfabrikanten Metsch um das begehrte Kaolin. Außerdem wird Metsch Bürgermeister und macht den Thalmeiers das Leben schwer. Doch Marie besteht viele Probleme und außerdem steht John an ihrer Seite. Allerdings bleiben die Herausforderungen groß und Sophie und ihr Mann Krusskopf stehen ihr bei.
„Die Porzellanmanufaktur – zerbrechlicher Frieden“ von Stefan Maiwald ist ein historischer Roman aus der Nachkriegszeit und beschreibt die Schwierigkeiten, die sich in dieser Zeit für eine Porzellan Manufaktur in Selb ergeben. Selb ist auch wegen seiner Lage, nahe der Grenze zur sowjetisch besetzten Zone ein schwieriger Flecken. In diesem Roman werden nicht nur die wirtschaftlichen Aspekt der Nachkriegszeit dargestellt, sondern beschreibt der Autor auch die Situation von Frauen an der Spitze von Wirtschaftsunternehmen. Es ist eine sehr authentische Beschreibung dieser Herausforderungen und wie sie gelöst werden. Es ist der Blick auf ein Familienunternehmen und die Unterstützung von neuen Ideen auch durch die amerikanische Besatzung. Natürlich darf die Romantik nicht fehlen. Auch die Intrigen, die sich in dieser Zeit spinnen müssen Bestandteil eines Romanes aus dieser Zeit sein. Es werden auch einige weitere Handlungsstränge eingebunden, wie z.B. die Erlebnisse von Joachim in der Kriegsgefangenschaft und seines „Freundes“ Oskar, sowie die Geschichte um den Apotheker Krusskopf, den Ehemann von Sophie. Doch manchmal tauchen diese Stories so plötzlich auf, dass es nicht einfach ist diese einzuordnen. Das der Roman an einem spannenden Zeitpunkt aufhört ist geschickt gewählt.
Ich mag historische Romane und so spricht mich diese Familiengeschichte aus der Nachkriegszeit auch an. Es gibt ein paar Unebenheiten, wie die Geschichte um zwei Personen, die zwar angerissen wird, dann aber einfach aufhört. Lesenswert ist dieser Roman auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

In Syrien unter Druck

Damaskus Station (CIA-Agentin Artemis Procter, Bd. 1)
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In einem syrischen Gefängnis wird die Botschaftsangehörige Val Owens verhört. Die syrischen Beamten sind nicht zimperlich und so wollen sie aus ihr Information herauspressen. Sie erleidet schlimme Qualen ...

In einem syrischen Gefängnis wird die Botschaftsangehörige Val Owens verhört. Die syrischen Beamten sind nicht zimperlich und so wollen sie aus ihr Information herauspressen. Sie erleidet schlimme Qualen und wird am Ende durch den Tod erlöst. Sam Joseph von der CIA war für sie zuständig und so macht er sich große Vorwürfe sie nicht außer Landes gebracht zu haben. Aber auf ihn wartet eine neuer Auftrag. Er soll die hochrangige Mariam Haddad aus einer christlichen Familie aufbauen, um an Geheimnisse aus dem Präsidentenpalast zu bekommen und für Amerika zu spionieren. Aber die Familie ist nicht einer Meinung, denn ihre Cousine Razan gehört zur Opposition und kämpft gegen Assad. Das bringt sie in den Fokus des syrischen Geheimdienstes. In dieser Situation trifft sich Sam mit Mariam und es geht eine merkwürdige Anziehungskraft auf die beiden über. Doch Liebe ist in diesem Fall verboten. Es ist die Frage wie es in diesem Verhältnis weitergeht.
„Damaskus Station“ ist ein Spionage Thriller von David McCluskey, der in der Zeit der Regierung von Assad spielt. Es zeigt den Aufgabenbereich des CIA-Geheimdienstes und seine Methoden, ebenso wie die Handlungen des syrischen Geheimdienstes. Auf der syrischen Seite ist es auch eine Geschichte von zwei Brüdern, die sehr hoch im Geheimdienst verankert sind und sie schon die Brutalität des Geheimdienstgeschäftes leben. Aber auch die Methoden des amerikanischen Geheimdienstes sind alles andere als zimperlich, aber sie bewegen sich auch auf feindlichem Terrain. Es in meinen Augen eine seht authentischer Thriller aus der Sicht eines ehemaligen CIA-Analysten, der sich mit den Handlungen der CIA auskennt. So sind einige Szenen dieses Buches schon sehr brutal und ich schwanke darin, was ist Fiktion und was ist Realität. Das, was ich gehört habe, z.B. die Handlungen Assads gegenüber Teilen seiner Bevölkerung, scheint mir dieser Thriller schon eher im Bereich des möglichen sich zu bewegen. Es ist auch ein bisschen eine verbotene Liebesgeschichte, die diesen Thriller begleitet, doch das gehört natürlich auch zur Spannung dazu, dass sich diese beiden Menschen nahestehen. Zum Ende löst sich der Spannungsbogen gut auf und hinterlässt auch eine gewisse Befriedigung in mir.
Ich finde diesen Thriller äußerst interessant, weil er die politische Situation in Syrien sehr gut beschreibt. Er ist manchmal sehr brutal, doch das scheint das Spionagegeschäft mit sich zu bringen. Alles in allem ist das ein gutes Beispiel für das Genre politische Spionage und daher lesenswert.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Eine Freizeitspionin

Never Trust Your Fake Husband
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Zoe kann sich nicht daran erinnern, warum sie mitten in Paris im Schnee auf der Straße liegt. Ein junger Mann Sawyer findet sie und damit fängt für Zoe das Abenteuer an. Eigentlich sucht Sawyer die Superspionin ...

Zoe kann sich nicht daran erinnern, warum sie mitten in Paris im Schnee auf der Straße liegt. Ein junger Mann Sawyer findet sie und damit fängt für Zoe das Abenteuer an. Eigentlich sucht Sawyer die Superspionin Alex, denn sie hat etwas, dass er im Auftrag eines Geheimdienstes an sich bringen soll. Aber auch der Russe Koslow ist auf der Suche nach dem Stick. SO entspinnt sich in Paris eine Verfolgungsjagd, die auf einem Schiff endet, wo die beiden die Identität von zwei Urlaubern übernehmen und ein Liebespaar spielen müssen. Doch aus Spiel wird immer mehr Zuneigung, doch bis zur Liebe ist noch ein weiter Weg zu gehen.
„Never trust your fake husband“ von Ally Carter ist ein etwas ungewöhnlicher Liebesroman, der um einige Ecken zum Ziel führt. Die Hauptcharaktere sind Zoe, die eine Zwillingsschwester hat, und Sawyer, ein Geheimagent, der für seinen Auftraggeber einen Datenstick finden soll. So weit so gut, und hier beginnen die Komplikationen, die in eine sehr netten Verfolgungsjagd ausartet. Wie auf dem Cover zu sehen ist, findet ein großer Teil in Paris, der Stadt der Liebe statt. Eigentlich möchte Sawyer nur den Stick und auch Zoe möchte am liebsten gleich nach Hause. Das ist schwierig, da sie zu Beginn gar nicht weiß, wer sie ist. Das führt schon zu den ersten Verwicklungen, denen natürlich noch weitere folgen werden, denn darauf ist dieser Roman aufgebaut. Die Autorin hat diese Liebesgeschichte in einen spannenden Agentenkrimi eingebaut und damit eine sehr gut lesbare zweite Story aufgebaut. Damit hat diese Geschichte auch einen nachvollziehbaren Handlungsstrang. Der Rest ist einfach nur ein nette Liebesgeschichte mit ups and downs.
Dieses Buch ist zwar nicht mein bevorzugtes Genre habe mich aber trotzdem gut unterhalten. Sehr amüsante Fassung einer einfachen Geschichte.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Strickschick

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Mette hat einen Traum wahr gemacht, die Eröffnung eines Strickladens, Strickschick, in Lüttjekoog an der Nordsee. Ihre Freundinnen und sie treffen sich einmal pro Woche zu einem Stricktreffen, um die neuesten ...

Mette hat einen Traum wahr gemacht, die Eröffnung eines Strickladens, Strickschick, in Lüttjekoog an der Nordsee. Ihre Freundinnen und sie treffen sich einmal pro Woche zu einem Stricktreffen, um die neuesten Kreationen auszutauschen und zu stricken. Eines morgens ist ihre Freundin Anne, die Pastorin, im Watt unterwegs und macht einen sensationellen Fund, eine goldenen Statue aus der versunkenen Stadt Rungholt. Sie ist so überzeugt davon, dass sie eine Ausstellung in der Kirche machen möchte. Doch dann wird die Statue gestohlen und Mette entdeckt ihre detektivische Ader.
Der Krimi „Mörderisch verstrickt“ von Susanne Oswald ist ein ganz spezieller Krimi. Er spielt an der Nordseeküste in einem lieblichen kleinen Ort, wo jeder jeden kennt und man sich hilft. Das zur Ausgangssituation, denn hier ist der Strickclub zu Hause und alle seine Hauptcharaktere. Die Crimestory nimmt erst in zweiten Teil seinen Hauptlauf, denn dort geht es um das kriminalistisch in diesem Ort geschieht und hier sind auch einige andere Figuren beteiligt. Doch die Teilnehmer des Strickclubs und deren Beschäftigung wird im ersten Teil sehr ausführlich beschrieben. Wenn man keine Ahnung vom Stricken hat, bekommt man einen Einblick, was alles möglich ist. Die spannende Story beginnt mit dem Fund der Figur und den Geschehnissen in diesem Zusammenhang. Hier steckt dann auch noch eine Liebesgeschichte mit drin. Ansonsten ist dieser auch eine Zeichen von Freundschaft und Zusammengehörigkeit in einem Dorf an der Nordsee. Die Sprache ist einfach und verständlich und das Buch ist gut zu lesen. Die Spannung im zweiten Teil ist gut aufgebaut und im Anhang bekommt man auch noch „Strickrezepte“ obendrauf.
Für mich ist dieser Krimi ein gutes Beispiel eines Cozy Crime, wie sie auch aus England und Schottland bekannt sind, es gibt auch Hinweise auf eine andere Serie der Autorin. Ich mag diese Art der Krimis. Ein bisschen viel sind mir die Beschreibungen der verschiedenen Strickmodelle. Ansonsten hat der Krimi alles zu bieten, was dieses Genre ausmacht.

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