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Veröffentlicht am 18.10.2025

Mordserie in Glaubenthal

Helga räumt auf
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Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem ...

Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem Traktor an und graben das Land um, damit sie Mais pflanzen können. Kein netter Schachzug denkt sich Frau Huber. Bald ist auch wieder der letzte Schultag und dort wird immer des jungen David gedacht und an dem Tag findet man den alten Grubmüller tot in seiner Jauchegrube. Das findet Hanni auch nicht nett und auch der Polizist Swoboda ist ratlos. Während noch die Mördersuche im vollen Umfang läuft, wird Uschi Engelbert, die Tochter der Praxlhuberfamilie, tot aufgefunden. Für Frau Huber sieht das nach einer Serie aus und so mischt sie sich ein.
„Helga räumt auf“ von Thomas Raab ist der zweite Band mit der Ermittlerin Frau Huber. Es gibt zwei Hauptgruppen, um die es hier in diesem Krimi geht, die Praxlhubers und die Grubmüllers. Das sind zwei sehr dominante Familien in Glaubenthal und die trifft es sie sehr hart. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn sie sind auch jetzt nicht so sympathisch vom Autor dargestellt. Darauf basiert auch die Story, die der Autor mit sehr viel satirischem Blick erzählt. Manchmal ist es ein bisschen verwirrend, wie und was er erzählt, aber das wird zum Ende hin besser. Es ist so ein bisschen auch ein satirischer Blick auf eine Dorfgemeinschaft und die ist halt auch immer sehr speziell. Die Figuren, die der Autor zeichnet, sind schon sehr nach dem patriarchalischen Blick ausgerichtet und manchmal können einem die Frauen in der Story ein wenig leidtun. Aber das muss auch jeder Leser selber entscheiden. Und so nimmt der Krimi Tempo auf bis zum Ende, wenn man von Tempo hier reden kann, in dem recht gemütlichen Dorfleben, mit all seinem Sodom und Gomorrha. In diesem Verständnis ist der Krimi schon sehr amüsant zu lesen. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall gut entwickelt bis zum Ende.
Mein Fazit fällt sehr unheitlich aus, denn ich mag die Krimis von Thomas Raab, aber er ist halt keine leichte Kost, sondern durch die manchmal verschwurbelten Gedanken etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist was mich ein wenig stört, aber trotzdem gibt es Freunde dieses Genres und für die ist er wirklich lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Ritualmorde

Sündiges Blut (Thriller)
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Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare ...

Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare nehmen die Ermittlungen auf und als sie nicht mehr weiterwissen, nehmen sie Kontakt zu einer Spezialistin für Ritualmorde auf. Sie ist ihnen vom Gerichtsmediziner empfohlen worden. Hier erhalten sie erste Hinweise auf eine spirituelle Verknüpfung, denn bei der Toten wurden lateinische Begriffe gefunden. Doch diese Anhaltspunkte verwirren die beiden. Sie befragen viele Menschen doch sie können nicht verhindern, dass es bald ein neues Opfer gibt mit ähnlichen Brandverletzungen. Auch eine mysteriöse Person aus einer spirituellen Gruppe könnte ihnen weiterhelfen auf der Suche nach dem Mörder.
„Sündiges Blut“ von Gunnar Schwarz ist ein spannender Thriller, der sich um brutale Morde dreht. Schon das Cover ist sehr bezeichnend, denn es zeigt eine aufgehängte Blutkonserve und das deutet schon in eine blutige Richtung. Die beiden Hauptcharaktere Jana und Oliver werden sehr gut beschrieben auch und vor allem mit ihren Sorgen und Nöten. Gerade Jana hat eine therapeutische Behandlung hinter sich und gilt als sehr taff. Oliver ist ihr Kollege und es besteht eine Beziehung zwischen den beiden, die schon manchmal hinderlich ist. Jana ist manchmal nicht sehr kommunikativ, vielleicht liegt es daran, dass der geschiedene Oliver und sie sich persönlich sehr nahekommen. Dieses knistern zwischen den Partnern macht diesen Roman interessant. Die sehr brutalen Darstellungen der Toten ist der Hauptstrang, doch die Jagd nach dem Mörder bringt die beiden schon an ihre Grenzen. Die Taten in einem spirituellen Umfeld haben immer etwas sehr mysteriöses und der Autor baut mit der Spezialistin für Ritualmorde eine interessante Person mit ein. Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und hält sie bis zum Ende hoch. Der Autor erzählt die Story in einer sehr deutlichen Sprache.
Ich finde die Thriller von Gunnar Schwarz sehr spannend und sie haben immer das gewisse etwas. SO wie hier der Ausflug in spirituelle Gefilde. Doch hier habe ich sehr lange gebraucht, um den Inhalt zu fassen und dem Ermittlungsstrang zu folgen.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Zurück in der Heimat

Das Bierkomplott
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Die Staatsanwältin Evi Pflaum ist nach ihrer Trennung wieder zurück in ihrer ländlichen Heimat. Sie lebt wieder in ihrem alten Kinderzimmer, was ihr so gar nicht passt. An ihrem ersten Arbeitstag nimmt ...

Die Staatsanwältin Evi Pflaum ist nach ihrer Trennung wieder zurück in ihrer ländlichen Heimat. Sie lebt wieder in ihrem alten Kinderzimmer, was ihr so gar nicht passt. An ihrem ersten Arbeitstag nimmt sie die Fahrt mit ihrem Jugendfreund Peter in Anspruch, um pünktlich ins Gericht zu kommen. Dort wartet nicht nur der LOST (Leitender Oberstaatsanwalt) auf sie, sondern auch eine Menge Arbeit. Und prompt bekommt sie auch einen Todesfall auf den Tisch, der nun wirklich sehr mysteriös ist. Aber sie lernt auch den Gerichtsmediziner Rosenbeet kennen und nicht nur das. Sie macht sich an die Arbeit und kommt in ihren normalen Rhythmus auch in ihrer Freizeit. Doch neben einigen Kopfschmerzen wartet auch eine weitere Leiche auf sie. Eine herausfordernde Zeit beginnt.
„Das Bierkomplott“ von Carina Heer ist ein Kriminalroman, der in der fränkischen Provinz spielt und sich um das Leben der Staatsanwältin kümmert. Dieses stellt sich als sehr kompliziert heraus und die Autorin lässt in meinen Augen auch kein Klischee aus. Da wäre das alte Kinderzimmer in das Evi wieder einzieht und das Saufen mit der Clique, das ihren Alltag begleitet. Natürlich ist auch ein Liebesstory dabei und die ermüdenden Arbeit einer Staatsanwältin, die gerade neu ist und mit allen Fällen sich beschäftigen muss, die gerade liegen geblieben sind. Aber es sind nicht nur die Toten, die sie interessieren auch häuslich Gewalt liegt auf ihrem Tisch und natürlich, die Vetternwirtschaft wird thematisiert. Es ist so ein kleiner Rundumschlag in die Provinz. Die Story ist leicht erzählt und es blitzen immer wieder Mundart auf und ich kann mir die Szenen, die in diesem Dorf sich abspielen sehr gut vorstellen. Die Spannung ist nicht sehr stark und entwickelt sich bis zum Ende nur marginal. Es ist mehr eine Charakterbeschreibung des dörflichen und kleinstädtischen Lebens,
Ich finde diesen Krimi mäßig spannend, aber die Beschreibungen der Situation, die die Staatsanwältin Evi in ihrer Heimat erlebt sehr interessant und amüsant. Das ist auch etwas, dass für mich typisch an einem regionalen Krimi sein kann. Also lesenswert ja, aber für mich ein wenig zu chaotisch, als das ich ihn in meine oberste Schublade legen würde.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Eine Geschichte mit drei Komponenten

mein vater, der gulag, die krähe und ich
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Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe ...

Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe zusammen und einem Interview mit ihrem Vater, dass sie in ein Buch fassen will.
Das sind die drei Komponenten um die es in dem Buch „mein vater der gulag die krähe und ich, geht. Die Krähe, die auch schon auf dem Cover abgebildet ist, ist der Mittelpunkt des Lebens der Hauptperson. Es sieht, wie ein Roman aus, der sich um die Autorin dreht. Sie ist queer und deshalb ist das ich auch eine wichtige Komponente in ihrem Leben. Das Interview, das die mit ihrem Vater geführt hat, zeigt sein Leben in der Armia Krayova, die Untergrundarmee in Polen und die hat nicht nur gegen Hitlerdeutschland gekämpft, sondern auch gegen Stalins Armeen. Die Krähe ist so ein bisschen, der Glückspunkt im Leben der Autorin, denn sie kümmert sich liebevoll um sie. Die Autorin hat ein sehr speziellen Blick auf sich selber und die Geschichte, die sie sehr genau beschreibt. Die Sprache ist sehr bildhaft und die auch der Text ist sehr besonders, denn sie schreibt ihn fast ohne Punkt und Komma, wenn es um die Geschichte und die Krähe geht. Das sieht man auch schon in der Überschrift, alles klein und ohne Komma und Trennung.
Ich habe gebraucht, um mich in diesen Text einzulesen und zu verstehen, um was es geht. Die meisten Informationen gab es über das Kapitel Gulag, das hat mit gefallen. Auch die Beziehung zur Krähe war interessant. Schwer zu erkennen war der Kleber, der die Geschichte zusammenbringt. Trotzdem finde ich den Roman lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Schwierige Zeiten in Selb

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden
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Die Familie Thalmeier hat nach dem Krieg die Geschäfte zur Produktion von Porzellan wieder aufgenommen, Da der Sohn Ludwig noch nicht aus dem Krieg zurückgekommen ist, übernimmt die älteste Tochter Marie ...

Die Familie Thalmeier hat nach dem Krieg die Geschäfte zur Produktion von Porzellan wieder aufgenommen, Da der Sohn Ludwig noch nicht aus dem Krieg zurückgekommen ist, übernimmt die älteste Tochter Marie die stellvertretende Geschäftsführung. Auf dem Geburtstag ihres Vaters bekommt dieser vom amerikanischen Offizier John McNarney das Angebot Bürgermeister von Selb zu werden. Doch in der Nacht erleidet der Vater einen Herzinfarkt und stirbt. Nun ist Marie alleine in der Verantwortung für das Geschäft. Sie hat Schwierigkeiten mit dem Papierfabrikanten Metsch um das begehrte Kaolin. Außerdem wird Metsch Bürgermeister und macht den Thalmeiers das Leben schwer. Doch Marie besteht viele Probleme und außerdem steht John an ihrer Seite. Allerdings bleiben die Herausforderungen groß und Sophie und ihr Mann Krusskopf stehen ihr bei.
„Die Porzellanmanufaktur – zerbrechlicher Frieden“ von Stefan Maiwald ist ein historischer Roman aus der Nachkriegszeit und beschreibt die Schwierigkeiten, die sich in dieser Zeit für eine Porzellan Manufaktur in Selb ergeben. Selb ist auch wegen seiner Lage, nahe der Grenze zur sowjetisch besetzten Zone ein schwieriger Flecken. In diesem Roman werden nicht nur die wirtschaftlichen Aspekt der Nachkriegszeit dargestellt, sondern beschreibt der Autor auch die Situation von Frauen an der Spitze von Wirtschaftsunternehmen. Es ist eine sehr authentische Beschreibung dieser Herausforderungen und wie sie gelöst werden. Es ist der Blick auf ein Familienunternehmen und die Unterstützung von neuen Ideen auch durch die amerikanische Besatzung. Natürlich darf die Romantik nicht fehlen. Auch die Intrigen, die sich in dieser Zeit spinnen müssen Bestandteil eines Romanes aus dieser Zeit sein. Es werden auch einige weitere Handlungsstränge eingebunden, wie z.B. die Erlebnisse von Joachim in der Kriegsgefangenschaft und seines „Freundes“ Oskar, sowie die Geschichte um den Apotheker Krusskopf, den Ehemann von Sophie. Doch manchmal tauchen diese Stories so plötzlich auf, dass es nicht einfach ist diese einzuordnen. Das der Roman an einem spannenden Zeitpunkt aufhört ist geschickt gewählt.
Ich mag historische Romane und so spricht mich diese Familiengeschichte aus der Nachkriegszeit auch an. Es gibt ein paar Unebenheiten, wie die Geschichte um zwei Personen, die zwar angerissen wird, dann aber einfach aufhört. Lesenswert ist dieser Roman auf jeden Fall.

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