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Veröffentlicht am 17.09.2025

Very British

Nightingale
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Kurz nach ihrer Heirat mit Lord Nigel Nightingale zieht die in Boston aufgewachsene Lydia in das Schloss ihres Mannes im südenglischen Städtchen Whispering Pines. Das Glück als englische Lady währt nicht ...

Kurz nach ihrer Heirat mit Lord Nigel Nightingale zieht die in Boston aufgewachsene Lydia in das Schloss ihres Mannes im südenglischen Städtchen Whispering Pines. Das Glück als englische Lady währt nicht lange, denn schon am nächsten Tag wird ihr frisch angetrauter Ehemann des Mordes an seiner Ex-Geliebten verdächtigt und landet im Gefängnis. Mit Unterstützung des loyalen Butlers Godfrey macht sich Lydia auf, um die Unschuld ihres Mannes zu beweisen.

Mit viel Humor und detaillierten Beschreibungen werden wir in die Welt des britischen Landadels entführt. Besonders der Familienbutler Godfrey, der in seinem Köfferchen immer die richtige Medizin und eine Flasche Sherry für seine Herrschaft dabei hat, und Lydias Schwiegermutter, der exzentrischen und immer um Contenance ringende Lady Charlotte, sind mir ans Herz gewachsen.

Die Handlung wird aus Lydias Perspektive erzählt. In inneren Monologen kommentiert sie, oft in ironischer Weise, das Geschehen. So erfahren die Leser, was sie wirklich denkt, aber nicht ausspricht. Das macht sie besonders sympathisch und lebendig.

Der Schreibstil ist erfrischend, einfach zu lesen, die Handlung überaus spannend und lädt zum Miträtseln ein. Am Ende findet ein richtiger Showdown statt und ich habe das Buch nicht mehr aus den Händen legen können. Ein kleiner Teaser lässt hoffen, dass bald der 2. Band erschienen wird.

Fazit: Ein gelungener Start der Cosy Crime Reihe mit Lady Lydia Nightingale und Familienbutler Godfrey als Ermittlerduo.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Vielleicht braucht man manchmal gar nicht die richtigen Worte, sondern bloß die richtige Stille.

Himmel ohne Ende
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"Zu still, zu dumm und zu komisch", so beschreibt sich Charlie am Anfang des Buches Himmel ohne Ende von Julia Engelmann.

Charlie ist 15 Jahre alt und zutiefst verunsichert. Ihr Vater hat die Familie ...

"Zu still, zu dumm und zu komisch", so beschreibt sich Charlie am Anfang des Buches Himmel ohne Ende von Julia Engelmann.

Charlie ist 15 Jahre alt und zutiefst verunsichert. Ihr Vater hat die Familie verlassen als sie sieben war, doch darüber wird nicht gesprochen. In der Schule ist sie eine Außenseiterin. Ihre beste Freundin kündigt ihr die Freundschaft. Sie findet nie die richtigen Worte, um auszudrücken, was sie wirklich fühlt. Wie in einem Aquarium getrennt von den anderen, so sieht sie sich. Doch mit Pommes, dem neuen Schüler in ihrer Klasse, ändert sich alles.

Ein wunderbares Buch vom Erwachsenwerden, der Suche nach der eigenen Identität und der Frage nach der wahren Freundschaft ist Julia Engelmann hier gelungen. Der Schreibstil ist unglaublich poetisch und lebensnah. Ich habe mich selbst an vielen Stellen des Buches als Jugendliche wiedererkannt. Manchmal hat es richtig weh getan zu lesen, wie sehr sich Charlie selbst abwertet und wie stark sie von ihren Ängsten beherrscht wird.

Es ist eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Langatmig aber faszinierend

The Second Death of Locke
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Das Cover ist glatte 5 Punkte wert! Die goldene Schrift und der wunderschöne Farbschnitt machen den Roman zu einem Hingucker. Ich wurde mehrfach darauf angesprochen, was ich denn da für ein schönes Buch ...

Das Cover ist glatte 5 Punkte wert! Die goldene Schrift und der wunderschöne Farbschnitt machen den Roman zu einem Hingucker. Ich wurde mehrfach darauf angesprochen, was ich denn da für ein schönes Buch lese.

V. L. Bovalino beschreibt eine Welt, die von Krieg und Magie geprägt ist. Um Magie zu wirken, werden immer zwei Menschen benötigt: Ein Magier und seine Quelle. Die Hauptcharaktere des Buches Kier und Grey sind solch ein Paar. Sie kennen sich schon von Kindheit an und sind zusammen aufgewachsen. Im Zentrum des Kriegsgeschehens steht die Suche nach dem Erben der Insel Locke, deren Zerstörung den Krieg ausgelöst hat. Ohne diese Insel stirbt auch die Magie, denn die Wurzel der Quelle liegt auf der Insel.

Der Einstieg in das Buch ist mir anfangs schwer gefallen. Die Handlung ist komplex, schwer zu begreifen und entwickelt sich nur sehr langsam. Anfangs hatte ich sogar einmal die Tendenz, das Buch zur Seite zu legen. Doch es hat sich gelohnt, dabei zu bleiben.

Kapitel für Kapitel hat mich das Buch immer mehr in seinen Bann gezogen. Es ist nicht unbedingt die Spannung, die mich zum Weiterlesen bewogen hat, denn teilweise flacht diese durch ausführliche Beschreibungen und langatmige Dialoge wieder ab. Doch nach und nach werden die Zusammenhänge deutlicher und faszinieren mich. Die Dialoge sind zwar langatmig, doch authentisch und die ausführlichen Beschreibungen sorgen dafür, dass ich diese Welt vor meinen Augen sehen kann. Die Protagnisten gewinnen an Tiefe und ich kann mit ihnen mitfühlen. Die Beziehung zwischen Kier und Grey ist kompliziert und am liebsten möchte ich ihnen einen Schubs in die richtige Richtung geben. Die Handlung mit all ihren Kämpfen erinnert mit mich an einen historischen Roman. Die Kampfhandlungen sind sehr genau beschrieben, teilweise sehr blutig und sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Für mich ist die Handlung am Ende des Buches abgeschlossen. Es soll noch weitere Bände geben, aber inhaltlich ist das eigentlich nicht notwendig.

FAZIT: Ein Buch mit einem etwas zähen Anfang, aber es lohnt sich, dabei zu bleiben.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Kleopatra erzählt ihre Lebensgeschichte

Kleopatra
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Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst ...

Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst zu Wort, wodurch der Leser die Geschehnisse aus erster Hand und aus ihrer ganz persönlichen Sicht erlebt.

Die historischen Hintergründe wurden für dieses Buche sehr genau recherchiert, das macht die Autorin in ihrem Vorwort klar und davon zeugen auch die umfangreiche Quellenangabe am Schluss des Buches. Hervorragend werden historische Abläufe mit fiktiven Elementen kombiniert, so dass ich manchmal das Gefühl habe, ein Sachbuch in Romanform zu lesen.

Kleopatra erhält in diesem Roman eine Stimme und ein zutiefst menschliches Gesicht. Die Ich-Perspektive ermöglicht es uns als Leser, ihre Ängste, Zweifel und geheimsten Gedanken hautnah zu erleben. Wir begegnen ihr als Mutter, Geliebte, Freundin und als strategisch denkende Herrscherin, deren unbeugsames Herz unerschütterlich für ihr Volk und ihr geliebtes Ägypten schlägt.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Spannungsbogen, der sich mitunter in den detailreichen Beschreibungen historischer Kleidung, Orte und Bräuche verliert. Obwohl diese Schilderungen das alte Ägypten unglaublich lebendig werden und mich tief eintauchen lassen, geschieht dies leider oft auf Kosten der narrativen Spannung.

Das Finale des Romans ist überraschend und unkonventionell, doch gerade diese Eigenwilligkeit verleiht der gesamten Erzählung einen stimmigen Abschluss, gekrönt von einem unerwarteten Plot-Twist.

FAZIT: Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der zwar an manchen Stellen etwas an Spannung vermissen lässt, aber dennoch eine klare Leseempfehlung verdient!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Komplex, spannend, grausam

Dogma der Wahrheit
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Das Buch Dogma der Wahrheit beschreibt eine Dystopie, die unter die Haut geht. Die Menschen erleben die Wirklichkeit nur noch durch virtuelle Brillen. Nachwuchs wird nicht gezeugt, sondern künstlich erschaffen. ...

Das Buch Dogma der Wahrheit beschreibt eine Dystopie, die unter die Haut geht. Die Menschen erleben die Wirklichkeit nur noch durch virtuelle Brillen. Nachwuchs wird nicht gezeugt, sondern künstlich erschaffen. Menschen mit einem Bauchnabel sind eine Seltenheit und werden gejagt. Gewalttätige Übergriffe finden täglich statt und werden über Streams zur Schau gestellt. Mord und Grausamkeit wird damit zur Normalität. Die geschilderten Gewaltdarstellungen sind nicht einfach zu ertragen und betonen nochmals die Verrohung der Gesellschaft.

Der Schreibstil ist von Anfang an nicht einfach. Es ist ein Buch, das ich sehr konzentriert lesen musste, damit ich nicht den Faden verliere. Viele Handlungen finden in unterschiedlichen Zeitebenen statt, was man erst im Nachhinein erfährt. Manche Passagen waren für mich sehr schwer zu verstehen. Es wird mit der Realität gespielt. Oft ist nicht zu erkennen, ob eine Szene nun wirklich oder nur in der Vorstellung der Protagonisten stattfinden soll. Die Handlung ist gespickt von neuen Wortschöpfungen, die das Verständnis zumindest am Anfang wirklich erschweren. Ich hätte mir ein Glossar gewünscht, damit hätte ich sicherlich schneller in das Buch rein gefunden.

Die Protagonisten sind tiefgründig, doch bleiben sie distanziert. Eine wirkliche Beziehung brauche ich nicht zu Ihnen auf. Sie bleiben wir bis zum Schluss fremd.

Die vom Autor erschaffene Welt hat mich fasziniert und gleichzeitig abgestoßen. Diese Welt ist komplex und durchdacht aufgebaut und keine, in der ich leben möchte. Auch wenn die Schilderungen extrem sind, manche Parallelen zu unserer Wirklichkeit kann ich darin erkennen, was erschreckend ist.

Die Handlung ist sehr spannend und birgt einige Plottwist, die ich so nicht erwartet hätte. Der Höhepunkt kommt zum Ende und runden die ganzen Geschichte ab.

FAZIT: Eine nicht einfach zu lesende Dystopie, spannend und komplex. Gewalt wird sehr bildhaft dargestellt.

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