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Veröffentlicht am 20.07.2025

Ein Buch wie ein Sommerregen auf heißem Asphalt

Tage wie Salzwasser
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Manchmal stolpert man nicht nur in eine Geschichte rein – man knallt volle Kanne mittenrein, wie Atlanta in Enza. Und zack: Ich war drin. In einem Buch, das so leise daherkommt, dass es einem das Herz ...

Manchmal stolpert man nicht nur in eine Geschichte rein – man knallt volle Kanne mittenrein, wie Atlanta in Enza. Und zack: Ich war drin. In einem Buch, das so leise daherkommt, dass es einem das Herz ganz nebenbei weichklopft. Keine plumpen Dramen, kein Kitschgewitter – sondern echte Gefühle, in Sätzen, die fast ein bisschen schmecken wie Zitronensorbet mit einem Schuss Espresso: frisch, bitter und belebend. Atlanta, Mathematikerin mit emotionalem Wackelkompass, trifft auf Enza, die lieber zu Hause bleiben würde, aber aus Liebe losfährt. Zwei Frauen, zwei gebrochene Leben – und eine alte Honda Rebel, die fast so viele Kilometer frisst wie mein Kopf beim Lesen Gedanken.

Ich hab gelacht, geschluckt, geseufzt und mich dann wieder in einen Satz verliebt. Maltes geheimnisvolle Notizbuch-Orte? Großes Kino. Der Roadtrip durch halb Europa? Ein Ritt durch Schmerz, Hoffnung und Pizza Margherita. Und irgendwo zwischen Frankfurt, Marseille und dem staubigen Noto habe ich gemerkt: Dieses Buch erzählt nicht, es atmet.

Sita Maria Frey schreibt, als würde sie Sonnenlicht einfrieren und zwischen die Seiten streuen. Leicht, aber mit Tiefe. Komplex, aber nicht kompliziert. Und immer wieder dachte ich: Wow, so kann man also auch über Verlust, Vergebung und Neubeginn erzählen, ohne in die Pathosfalle zu tappen.

Pflichtlektüre für alle, die schon mal weglaufen wollten – und dann an einem Ort ankamen, den sie nie gesucht, aber dringend gebraucht haben.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Auf Schatzsuche mit Keks, Kompass und jeder Menge Chaos

Ich, Captain Hook, und die verfluchte Schatzinsel – Wilde Piraten erzählen
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Ahoi und volle Segel voraus! Dieses Buch hat uns – mich und meine Tochter – direkt ins Piratenfieber gestürzt. Ich sag’s mal so: Wir haben beim Lesen mehr gekichert als ein betrunkener Papagei auf Rumpunsch. ...

Ahoi und volle Segel voraus! Dieses Buch hat uns – mich und meine Tochter – direkt ins Piratenfieber gestürzt. Ich sag’s mal so: Wir haben beim Lesen mehr gekichert als ein betrunkener Papagei auf Rumpunsch. Schon nach den ersten Seiten hat meine Tochter verkündet, sie will jetzt auch Piratin werden. Und ich? Ich hab mich heimlich beim Lesen im Spiegel angeschaut und überlegt, ob mir ein Holzbein stehen würde.

Wir haben uns die Kapitel aufgeteilt wie echte Crewmitglieder – mal war sie Captain, mal ich. Besonders Herbert Hook hat’s uns angetan – so ein knochentrockener Haudegen mit Herz und Hakenhand. Und Jenny? Die hat meiner Tochter glatt den Rang als clevere Meuterin abgelaufen. Ich hab ständig versucht, Billy Hornbeam so cool vorzulesen wie möglich, aber meine Tochter hat mich jedes Mal ausgelacht – “Papa, du klingst wie ein müder Seemann auf Valium!”

Der Mix aus schrägen Figuren, spannenden Wendungen und dieser leicht überdrehten Schatzsuche hat uns komplett mitgerissen. Wir haben beim Lesen diskutiert, gelacht, Theorien aufgestellt (“Ich wette, die Karte ist gefälscht!” – “Quatsch, Papa, das ist ein geheimer Code!”) und uns gefühlt wie zwei Abenteurer auf dem Sofa statt auf See. Die frechen Illustrationen haben uns oft zum Lachen gebracht – und einmal hätte ich fast meinen Tee über die Seite gespuckt (ausgerechnet beim Kakaokeks-Dialog, aber mehr wird nicht gespoilert!).

Und dann noch dieser herrlich schräge Sachteil über echte Piraten – meine Tochter hat den sofort verschlungen und mir später erklärt, warum Störtebeker heute nicht mehr auf TikTok wäre. Also ehrlich: Wenn Geschichte immer so erzählt würde, hätte ich damals in der Schule freiwillig in der ersten Reihe gesessen!

Fazit: Dieses Buch ist wie ein Schatz – man findet nicht nur Gold, sondern auch eine Menge Spaß, Wortwitz und Abenteuerlust. Für unser Vater-Tochter-Team war das ein Buddyread mit Kanonendonner!

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Blut, Biss und bittersüße Liebe – ein Vampirtrip durch die Jahrhunderte

Bury Our Bones in the Midnight Soil
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Ich wollte nur ein bisschen blutige Unterhaltung – und was bekomme ich? Eine episch-düstere Achterbahnfahrt durch fünf Jahrhunderte, in der mir Vampirzähne, Liebesdramen und Gänsehaut wie Pfeile ins Hirn ...

Ich wollte nur ein bisschen blutige Unterhaltung – und was bekomme ich? Eine episch-düstere Achterbahnfahrt durch fünf Jahrhunderte, in der mir Vampirzähne, Liebesdramen und Gänsehaut wie Pfeile ins Hirn jagen. V. E. Schwab hat mich mit „Bury Our Bones in the Midnight Soil“ komplett eingesogen – im wahrsten Sinne.

Drei Frauen, drei Epochen, ein roter Faden aus Blut, Sehnsucht und ziemlich viel Chaos. Maria? Herzzerreißend tragisch. Charlotte? Eine Mischung aus Bonnie, Clyde und Anne Rice auf Espresso. Und Alice? Die moderne Queen of „What the hell is happening to me?“ – absolut herrlich.

Der Stil ist poetisch, aber nie kitschig, düster, aber nicht deprimierend, und gleichzeitig so bildgewaltig, dass ich mich mehrfach beim Stirnrunzeln erwischt habe, weil ich in der U-Bahn plötzlich mitten in einem gotischen Albtraum gelandet bin. Danke auch.

Was ich besonders liebe: Das Buch ist brutal romantisch – oder romantisch brutal? Ich weiß es nicht mehr. Aber es kratzt, beißt, küsst und lässt einen nicht mehr los. Keine Glitzervampire, sondern echte Raubtiere mit Herz, Charisma und inneren Abgründen, tief wie das Mittelmeer.

Die Übersetzung von Petra Huber und Sara Riffel ist übrigens kein bloßes Sprachtransplantat, sondern fühlt sich an, als wäre das Original direkt auf Deutsch geschrieben worden – großes Lob!

Am Ende war ich verliebt. In alle drei. Und ein bisschen in die Autorin. Dieses Buch ist wie ein bittersüßer Biss in den Hals: schmerzhaft, berauschend und verdammt schwer zu vergessen.

Mehr davon. Und zwar schnell. Bevor ich mir selbst einen Grabstein mit Leuchtschrift schnitze.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Zwischen Meisenknödel und Opernsänger – mein Abenteuer im Vogel-Dschungel

Das Buch der Gartenvögel
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Also, ich wollte ja eigentlich nur wissen, welcher Vogel mir ständig auf die frisch geputzte Windschutzscheibe kackt. Was ist passiert? Ich bin in eine kunterbunte Welt voller Piepmätze abgetaucht – mit ...

Also, ich wollte ja eigentlich nur wissen, welcher Vogel mir ständig auf die frisch geputzte Windschutzscheibe kackt. Was ist passiert? Ich bin in eine kunterbunte Welt voller Piepmätze abgetaucht – mit „Das Buch der Gartenvögel“ von Katrin und Frank Hecker sowie Henrike Kelsch. Und ich sag’s mal so: Dieses Buch ist kein langweiliges Ornithologen-Handbuch mit lateinischen Zungenbrechern und grauen Schwarzweißfotos. Nein, das Ding flattert einem beim Aufschlagen quasi direkt ins Herz.

Die Aufmachung? Schick wie ein frisch gebohnerter Meisenknödel. Die Fotos und Illustrationen sind so lebendig, dass ich beim Umblättern fast nach dem Fernglas gegriffen hätte. Und ja – über 100 heimische Gartenvögel sind drin. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele gefiederte Mitbewohner habe! Da wird jeder Zaunkönig plötzlich zum Rockstar.

Und jetzt mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass Spatzen soziale Netzwerker sind oder Amseln heimliche Opernsänger? Ich jedenfalls nicht. Neben spannenden Fakten gibt’s obendrauf auch noch Tipps, wie man den eigenen Garten in ein 5-Sterne-Bird-Resort verwandelt.

Das Ganze ist locker geschrieben, kommt ohne den erhobenen Zeigefinger daher, und ich musste mehr als einmal laut lachen – ja, bei einem Vogelbuch! Ich hab's nicht mal geschafft, das Ding nur auf dem Gartentisch liegen zu lassen. Es ist jetzt Dauerinventar auf dem Klo.

Für Familien, Hobby-Gärtner, Balkonbesetzer oder einfach nur neugierige Typen wie mich: Klare Empfehlung. Ein Buch, das zeigt, dass Vögel viel mehr sind als Federbälle mit Schnabel. Ein echtes Highlight – zum Lesen, Staunen und (heimlich) Verlieben.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Gyoza, Glücksgefühle und ganz viel Umami

Das große Handbuch der japanischen Küche
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Ich hab mir dieses Buch eigentlich nur geholt, weil ich dachte: „Hey, wie schwer kann’s schon sein, mal ordentliche Ramen zu kochen?“ Tja… und dann hat mich dieses Buch direkt in einen Wirbel aus Umami, ...

Ich hab mir dieses Buch eigentlich nur geholt, weil ich dachte: „Hey, wie schwer kann’s schon sein, mal ordentliche Ramen zu kochen?“ Tja… und dann hat mich dieses Buch direkt in einen Wirbel aus Umami, Fischflocken und Reiskunst gesogen. Und ich will nie wieder raus! Sachiyo Harada haut hier nicht einfach nur Rezepte raus – sie gibt dir quasi eine kulinarische Samurai-Ausbildung. Mit scharfer Klinge, aber ganz viel Herz.

Die Bilder? So schön, ich hab mich beim Blättern dabei ertappt, wie ich mit Stäbchen auf die Seiten gepikst hab. Hat nicht geschmeckt, sah aber verdammt lecker aus. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind idiotensicher – und das sag ich mit vollem Respekt gegenüber mir selbst. Ich hab zum ersten Mal Gyoza gemacht, und sie sind nicht auseinandergefallen! Mein innerer Itamae (also japanischer Koch, aber das weißt du nach Kapitel 3 sowieso) jubiliert.

Besonders cool: Man wird nicht einfach ins kalte Miso geworfen. Es gibt echte Hintergrundinfos, richtig charmant erklärt – man versteht plötzlich, warum eine Suppe mehr ist als nur Brühe mit Zeug. Und dass Algen nicht nur Deko fürs Sushi sind, sondern aromatische Raketen!

Die Gestaltung ist der Wahnsinn – das Teil sieht nicht nur auf dem Küchentresen gut aus, es funktioniert auch als stilvolle Ausrede, warum man schon wieder ein Kochbuch gekauft hat („Aber schau mal die Illustrationen!!“). Bonuspunkte für die Zutatenkunde, da hab ich beim nächsten Besuch im Asia-Shop nicht mehr so planlos ins Regal geguckt wie ein verwirrter Panda.

Fazit: Wer die japanische Küche liebt oder einfach nur endlich mal das perfekte Tempura hinbekommen will, braucht dieses Buch. Und wer danach immer noch Fertig-Ramen isst, hat wirklich die Kontrolle über sein Leben verloren.

Fünf Sterne, keine Diskussion. Arigato, Sachiyo – du bist die Queen of Kombu!

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