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Veröffentlicht am 18.08.2025

Taschentücher, Tränen und Zeitreisen – unser Chaos mit Smaragdgrün

Liebe geht durch alle Zeiten (3). Smaragdgrün
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Herzschmerz, Zeitreisen und ein bisschen Weltuntergangs-Vibes – das war unser Rezept beim gemeinsamen Lesen von Smaragdgrün. Während andere Teenager in dieser Situation vermutlich Netflix durchbingen oder ...

Herzschmerz, Zeitreisen und ein bisschen Weltuntergangs-Vibes – das war unser Rezept beim gemeinsamen Lesen von Smaragdgrün. Während andere Teenager in dieser Situation vermutlich Netflix durchbingen oder tonnenweise Schokolade inhalieren, stolpert Gwendolyn mal eben wieder ins 18. Jahrhundert, kämpft mit Intrigen, geheimen Logen und natürlich mit diesem verflucht charmanten Gideon. Meine Tochter und ich haben beim Lesen mindestens genauso viel diskutiert wie Gwendolyn mit ihrer besten Freundin. "Hätte sie das jetzt wirklich so machen müssen?" – "Ja, aber sonst wäre es doch langweilig!" – "Oh mein Gott, Gideon, ernsthaft?" So ungefähr klang es regelmäßig auf unserem Sofa.

Besonders gefeiert haben wir die frechen Dialoge. Kerstin Gier schafft es einfach, dass selbst in den düstersten Momenten ein Spruch kommt, der uns beide prusten ließ. Und dann wieder diese Szenen, die einen mitten ins Herz treffen – ich sag’s euch, meine Tochter hat mich ausgelacht, als ich die Taschentücher zückte. Aber ganz ehrlich: So soll das sein! Wer will schon eine Zeitreise ohne Gefühlschaos?

Das exklusive Zusatzmaterial war für uns ein echtes Highlight. Gideons Sicht bringt noch mal einen völlig neuen Blickwinkel rein, und das Vorwort von Kerstin Gier hat uns das Gefühl gegeben, direkt neben ihr zu sitzen und über ihre Figuren zu quatschen.

Kurz gesagt: Smaragdgrün ist eine rasante Mischung aus Abenteuer, Humor, Herzschmerz und Fantasy – und im Buddyread hat es gleich doppelt Spaß gemacht. Wir haben uns durch die Jahrhunderte gezickt, gelacht und gefiebert und am Ende beschlossen: Zeitreisen sind gefährlich, aber extrem unterhaltsam. Und ja, Gideon darf bleiben – auch wenn er uns zwischendurch ordentlich Nerven gekostet hat.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Ein Garten voller Geschichten und Trost

Der Gärtner und der Tod
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Manchmal reicht ein Satz, um mitten ins Herz zu treffen: »Mein Vater war Gärtner. Jetzt ist er ein Garten.« – Zack, erwischt. Wer das liest und noch keine kleine Träne verdrückt hat, muss vermutlich aus ...

Manchmal reicht ein Satz, um mitten ins Herz zu treffen: »Mein Vater war Gärtner. Jetzt ist er ein Garten.« – Zack, erwischt. Wer das liest und noch keine kleine Träne verdrückt hat, muss vermutlich aus Stein sein oder braucht dringend mehr Kirschblütenduft im Leben. Gospodinov schreibt hier nicht nur über seinen Vater, er pflanzt ihn quasi zwischen die Seiten. Und während man liest, wachsen überall kleine Erinnerungssträucher im eigenen Kopf.

Das Schöne ist: Trotz des Themas – Abschied, Vergänglichkeit, Tod – hängt über dem Buch kein grauer Trauerschleier, sondern eher ein buntes Flatterband. Da wird gelacht, da wird geflucht, da wird ein Leben gefeiert, das nach Erde riecht und nach Geschichten schmeckt. Der Vater, dieser unverbesserliche Gärtner, hackt und gräbt sich selbst im Krankenhaus noch durchs Leben. Und ich? Ich hab beim Lesen ständig gedacht: Bitte lass mich irgendwann auch so stur, lebenshungrig und voller Witz sein.

Man sollte meinen, so ein Buch macht traurig. Tut es aber gar nicht (okay, ein bisschen schon, aber auf die gute Art). Es tröstet, es stupst einen an, wieder öfter die Hände in die Erde zu stecken oder die eigenen Eltern anzurufen, solange man kann. Gleichzeitig ist es ein großes Dankeschön an alle, die uns beigebracht haben, wie man lebt – und wie man loslässt.

Kurz: Gospodinov hat nicht nur einen Roman geschrieben, er hat einen Komposthaufen fürs Herz angelegt. Alles, was schwer ist, verwandelt er in etwas Fruchtbares, aus dem Hoffnung wächst. Und wenn ich könnte, würde ich diesem Buch nicht fünf, sondern gleich sieben Gänseblümchen-Sterne geben.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Graphic-Novel-Power mit Krallen und Herz

Warrior Cats - Rabenpfotes Weg
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Rabenpfote ist nicht nur irgendein kleiner schwarzer Kater, er ist die Drama-Queen der Warrior-Cats-Welt. Zusammen mit meiner Tochter habe ich dieses Graphic-Novel-Abenteuer verschlungen, und wir haben ...

Rabenpfote ist nicht nur irgendein kleiner schwarzer Kater, er ist die Drama-Queen der Warrior-Cats-Welt. Zusammen mit meiner Tochter habe ich dieses Graphic-Novel-Abenteuer verschlungen, und wir haben uns beim Lesen ständig gegenseitig angegrinst, weil die Bilder so perfekt die Stimmung einfangen. Mal butterweiche Kuschelfelder, wo man am liebsten selbst reinspringen würde, mal zackige Kampfszenen, die aussehen, als würde gleich der Bildschirm explodieren – die Abwechslung ist einfach genial.

Rabenpfote ist für mich sowieso einer der spannendsten Charaktere, weil er eben nicht der typische Held ist, sondern ein bisschen eigen, ein bisschen verletzlich, aber trotzdem loyal bis in die Schwanzspitze. Die drei Geschichten in diesem Band – „Zerstörter Frieden“, „Ein Clan in Not“ und „Das Herz eines Kriegers“ – haben uns so gepackt, dass wir teilweise wie beim Serien-Binge-Watching dagesessen haben: „Nur noch eine Seite, okay?“ (Spoiler: Es blieb nie bei einer.)

Richtig stark fanden wir auch die Dynamik zwischen Rabenpfote und Mikusch. Diese Freundschaft bringt Herz und Witz in die Geschichte und zeigt, dass man nicht immer im Clan bleiben muss, um mutig zu sein. Meine Tochter meinte irgendwann, sie würde am liebsten selbst eine Katze werden und an Rabenpfotes Seite kämpfen – und das sagt eigentlich alles über die Intensität dieser Graphic Novel.

Das Schöne ist: Es liest sich flott, macht optisch richtig was her und trifft genau diese Mischung aus Action, Emotion und einem Schuss Melancholie, die man von Warrior Cats kennt. Für uns beide ein echtes Highlight im Regal, das definitiv öfter mal wieder rausgezogen wird, wenn wir Lust auf epische Katzenabenteuer haben. Rabenpfote, du kleiner Emo-Kater – wir feiern dich!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein wilder Mix aus Romantik, Melancholie und Größenwahn

Die Liebe seines Lebens. Skizze eines Temperaments
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Thomas Hardy hat mich mit diesem Roman ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt – und zwar im allerbesten Sinne. Ich habe mir eine melancholische Schwere erwartet, wie man sie sonst von ihm kennt, und ja, ...

Thomas Hardy hat mich mit diesem Roman ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt – und zwar im allerbesten Sinne. Ich habe mir eine melancholische Schwere erwartet, wie man sie sonst von ihm kennt, und ja, die ist auch da. Aber gleichzeitig hat dieses Buch etwas so Skurriles, Verrücktes und Geniales, dass ich beim Lesen öfter dachte: „Hardy, du kleiner Schlingel, was hast du dir dabei nur gedacht?“ Jocelyn Pierston, dieser Bildhauer mit der fixen Idee von der „einen Liebe“, die sich durch drei Generationen zieht, ist für mich eine der schrägsten, tragischsten und gleichzeitig faszinierendsten Figuren, die mir seit Langem begegnet sind. Mal wollte ich ihn schütteln, mal hab ich ihn gefeiert, und manchmal dachte ich: Junge, du bist ein hoffnungsloser Romantiker mit einer Prise Größenwahn.

Was Hardy hier macht, ist aber nicht einfach nur eine Dreiecks- oder besser gesagt Drei-Generationen-Liebesgeschichte. Er hält uns damit einen riesigen Spiegel vor: Wie oft jagen wir eigentlich selbst nur unseren Idealen hinterher und merken dabei nicht, dass wir die Realität komplett aus den Augen verlieren? Hardy hat das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben, aber es liest sich teilweise wie ein Kommentar zur heutigen Insta-Generation, die ständig auf der Suche nach der „perfekten“ Liebe oder dem „perfekten“ Bild ist.

Und dann diese Sprache! Dank der Übersetzung von Lutz-W. Wolff bleibt dieser Hardy-Sound bestehen, dieses leicht Bittere, aber auch Poetische, das einen sofort packt. Ich liebe es, wie die Landschaften in Wessex fast zu Figuren werden, die mitreden, mitleiden und manchmal auch ganz einfach stumm dastehen, während Jocelyn wieder mal eine grandiose Idee hat, die garantiert schiefgeht.

Kurz: Dieses Buch ist ein wilder Ritt zwischen Sehnsucht, Verzweiflung, Humor und tragischer Schönheit. Ein Abschluss, der Hardys Werk krönt – und mir gleichzeitig gezeigt hat, dass Liebe eben nicht nur Herzchen und Schmetterlinge ist, sondern manchmal auch ein ziemlich chaotisches Kunstwerk.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Traumchaos, Katzenmagie und jede Menge Buddyread-Action

Dream Keeper (Band 3) - Der geheimnisvolle Talisman
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Mitten in einem absolut gemütlichen Leseabend sind wir in dieses Buch reingestolpert – und schwupps, saßen wir beide wie festgeklebt zwischen Traumwelt und Schattenreich. Meine Tochter und ich haben uns ...

Mitten in einem absolut gemütlichen Leseabend sind wir in dieses Buch reingestolpert – und schwupps, saßen wir beide wie festgeklebt zwischen Traumwelt und Schattenreich. Meine Tochter und ich haben uns beim Vorlesen gegenseitig unterbrochen, weil einer von uns unbedingt wissen wollte, was als Nächstes passiert. Dieser geheimnisvolle Talisman hat uns von Anfang an nicht mehr losgelassen. Jedes Mal, wenn eine neue Wendung kam, rief einer von uns nur: „Nein! Das ist jetzt nicht dein Ernst!“

Kiki ist so eine Figur, bei der man einfach mitfiebert, selbst wenn sie mal Mist baut. Als dann ihre Fantasie blockiert wurde, haben wir ernsthaft eine kleine Lesepause eingelegt, um uns zu sammeln – so dramatisch war das für uns. Lilian und sie sind ein unschlagbares Duo, das in diesem Labyrinth der Albträume richtig was aushalten muss. Und dieser schwarze Kater? Ganz großes Kino – wir hätten ihn am liebsten sofort adoptiert.

Besonders cool fanden wir, wie das Buch zwischen Traum und Wirklichkeit hin- und herspringt, ohne dass man den Faden verliert. Manchmal mussten wir uns gegenseitig daran erinnern, tief durchzuatmen, weil die Spannung schon fast greifbar war. Die Illustrationen haben wir uns immer gemeinsam angeschaut, bevor wir weitergelesen haben – kleine Kunstwerke, die die Geschichte noch lebendiger machen.

Wir haben uns oft gefragt, wie wir selbst in so einem Schattenlabyrinth reagieren würden. Meistens laut gelacht, manchmal ungläubig den Kopf geschüttelt. Und natürlich gab es Diskussionen darüber, wer den geheimnisvollen Talisman besser einsetzen könnte – am Ende haben wir uns auf ein Unentschieden geeinigt.

Am Schluss saßen wir beide einfach da, das Buch in der Hand, und wollten sofort den nächsten Teil lesen. Ein Buddyread, der uns nicht nur in eine fantastische Welt entführt hat, sondern auch jede Menge gemeinsame Lacher und Herzklopfen beschert hat.

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