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Veröffentlicht am 19.08.2025

Drei Episoden, ein Café

Die Tage im Café Torunka
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Im Café Torunka kann man gemütliche Lesestunden erleben. Bereits das Cover lädt zum Verweilen ein. In drei Episoden treffen jeweils Personen aufeinander, die etwas Vergangenes miteinander verbindet, das ...

Im Café Torunka kann man gemütliche Lesestunden erleben. Bereits das Cover lädt zum Verweilen ein. In drei Episoden treffen jeweils Personen aufeinander, die etwas Vergangenes miteinander verbindet, das nun aufgearbeitet wird.
Das Café wird betrieben von einem Vater und seiner jüngeren Tochter, während die Mutter momentan im Ausland arbeitet. Die Hintergründe zur Familie erfährt man im Laufe des Romans. Ebenso hilft ihnen ein Student aus, dem eine fremde Kundin plötzlich ins Gesicht sagt, sie kenne ihn von früher. Woraufhin sich ein aussergewöhnlicher Verlauf ergibt, bis sich die Hintergründe klären. Die weiteren Episoden sind locker miteinander verknüpft und bauen teilweise aufeinander auf.
Ein weiteres Buch, welches zu den Asiatischen Wohlfühl-Büchern gezählt werden kann. Es ist angenehm modern, schon allein deswegen, weil es diesmal liebevoll zubereiteten Kaffee statt Tee gibt. Zudem ist die Tochter des Besitzers noch im Schulalter, der Vater ist also auch in dieser Hinsicht angenehm zeitgemäß. Die Gäste sind bunt gemischt, wobei das Café etwas versteckt liegt und dadurch so eine Art Geheimtipp im Viertel ist.
Da es nur drei Episoden sind, fallen diese recht lang aus. Der Vorteil ist auf jeden Fall, dass genügend Raum für emotionalen Tiefgang vorhanden ist. In gewisser Weise sind immer Liebe und Verlust im Spiel, Vergangenheit und Gegenwart. Fantastische Elemente kommen im Buch nicht vor.
Die drei Episoden bieten durch die jeweils Beteiligten eine angenehme Abwechslung und man hat Zeit, sich in die Charaktere hineinzuversetzen beim Lesen. Das macht es zu einer äußerst entspannten Lektüre.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Female Rage im Paradies

Bad Tourists
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Willkommen im exklusiven Sapphire Island Resort, genießen Sie ihren Urlaub im traumhaften Paradies der Malediven. Lernen Sie das Frauentrio Darcy, Kate und Camilla kennen, die gemeinsam Darcys erfolgreiche ...

Willkommen im exklusiven Sapphire Island Resort, genießen Sie ihren Urlaub im traumhaften Paradies der Malediven. Lernen Sie das Frauentrio Darcy, Kate und Camilla kennen, die gemeinsam Darcys erfolgreiche Scheidung inmitten des Indischen Ozeans feiern wollen. Machen Sie einen Tauchausflug mit dem Paar Jade und Rob, das hier seine Flitterwochen verbringt. Gönnen Sie sich spannende Lesestunden in atemberaubender Atmosphäre.
Warnhinweis: Mit blutigen Ereignissen muss in diesem Roman gerechnet werden.

„Unsere Freundschaft basiert auf einer entsetzlichen Tragödie, um Himmels willen. Ansonsten kennen wir uns kaum.“ (Zitat)

Der Freundschaft des Frauentrios, welches man in diesem Roman begleitet, liegt ein bewegendes Drama zugrunde, dessen Bedeutung nach und nach deutlich wird. Neben den drei Frauen, die man in verschiedenen Situationen und Zeitebenen kennenlernt, ist auch das Paar in den Flitterwochen interessant, sowohl das Schicksal der Frau als auch der Charakter des Mannes spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Ob und wie die beiden zum eigentlichen Thema des Romans passen ist zunächst nicht abzusehen.
Neben dem Drama in der Vergangenheit, welches die drei Frauen zusammengeführt hat, und den schon bald geschehenden Gewalttaten im Resort, zeigt die Autorin verschiedene Arten toxischer Männlichkeit sowie deren Folgen. Mal mehr, mal weniger deutlich. Wobei sie sich hierbei auf einige Männer beschränkt statt zu verallgemeinern. Zusammenhänge werden angedeutet und laden zum Spekulieren ein, was damals wirklich geschah und wer schuldig sein könnte, sowohl damals wie auch heute. Hier kann ich sagen, hatte ich immer mal wieder Punkte, an denen ich meine Vermutungen zu den Fällen neu überdenken musste. Auch die Charaktere der Freundinnen ließen Spekulationen zu, ob nicht doch etwas Düsteres in einer von ihnen verborgen liegen könnte.
Ein weiterer Aufhänger des Romans ist, was toxische Männlichkeit mit den Frauen macht. Und dass es Frauen gibt, die sich so verhalten, wie die Gesellschaft es durch das in den Köpfen existierende Frauenbild nicht erwarten würde.
Stilistisch abwechslungsreich und spannend gestaltet, bietet es wiederholt Gelegenheit, sich mit den Charakteren zu beschäftigen und sich zu fragen, welche Taten man wem zutrauen würde oder nicht. Die paradiesische Urlaubskulisse wird durch einige Aktivitäten angenehm greifbar und bietet einen schönen Kontrast zu den Gewalttaten. Die Intensität der Spannung wird dadurch zwar wiederholt aufgelockert, macht den Roman so allerdings nicht weniger interessant.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Der Versuch, den Mord an sich selbst aufzuklären

Not Quite Dead Yet
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Seit ihrer Kindheit wurde Jet eingeredet, sie sei ungenügend, faul und am Tod ihrer Schwester verantwortlich. Und jetzt, im Alter von 27 Jahren, versucht jemand, sie brutal zu ermorden. Jet überlebt knapp, ...

Seit ihrer Kindheit wurde Jet eingeredet, sie sei ungenügend, faul und am Tod ihrer Schwester verantwortlich. Und jetzt, im Alter von 27 Jahren, versucht jemand, sie brutal zu ermorden. Jet überlebt knapp, jedoch erwartet sie jetzt ein Tod auf Raten, denn in spätestens einer Woche wird sie tot sein. Eine Woche, die sie nutzen will, um ihren eigenen Mörder zu finden.
In dieser Woche beginnt sie, gemeinsam mit ihrem besten Freund Billy gewisse Dinge mal etwas genauer zu betrachten. Da sie eh nichts zu verlieren hat sieht sie auch keine Notwendigkeit, noch groß Rücksicht dabei zu nehmen. Entsprechend rigoros geht sie auch mal vor, was ich ganz gut dargestellt fand, denn was hat sie schon zu verlieren? Zudem läuft ihr bei ihren Recherchen die Zeit davon. Was sie an teils grenzwertigen Familiengeheimnissen zutage fördert war nicht vorherzusehen und bietet so einiges an Spekulations-Material.
Vom Stil her ist der Roman ähnlich zu den Jugendthrillern der Autorin, die Protagonistin ist zwar mit 27 Jahren älter, verhält sich allerdings in manchen Situationen leider doch wie ein Teenager bzw. eine junge Erwachsene in der Selbstfindungsphase. Ihre bissige Art empfand ich bei ihrem familiären Hintergrund und insbesondere in der aktuellen Situation als durchaus glaubwürdig und gut gewählt, da muss keine Frau lieb und verständnisvoll agieren und es noch anderen recht machen. Zumal sie jede der Personen in ihrem Umfeld auf dem Gewissen haben könnte. Nur an zwei Stellen war ihr Verhalten unnötig verletzend, ihrem besten Freund sowie einem unbeteiligten Teenager gegenüber, das machte sie mir unnötig unsympathisch in den Momenten. Die meisten Charaktere bleiben leider oberflächlich, obwohl Jet diese bereits ein Leben lang kennt. Vielleicht ist es dem Plot geschuldet, durch eine Woche Handlung regelrecht durchzurasen.
Gestört hat mich wie bereits im vorherigen Roman der Autorin der sich einschleichende Superlativ. Obwohl es Jet körperlich zusehends schlechter geht, ist sie stellenweise weiterhin zu körperlichen Höchstleistungen fähig? Obwohl eine Ader im Hirn droht zu platzen? Auch agierten mir einige Personen zu sehr im Sinne der Autorin, die Handlung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Nervig war das Mutter-Klischee, der erwachsenen Tochter in sämtliche Entscheidungen reinzureden, nur um kurz darauf die Mitleidsnummer abzuziehen, welch schlechte Tochter Jet doch sei. Da es solche Personen durchaus gibt werte ich das allerdings nicht negativ.
Die Suche nach dem Täter oder der Täterin sowie dessen Motiv sind spannend und laden zum Miträtseln ein, vor allem durch die vielen Geheimnisse, welche Jet und Billy aufdecken. Als Zielgruppe würd ich das Buch eher für junge Erwachsene oder Jugendliche ab 16 sehen, weniger als Erwachsenenthriller.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Leben Mythen- und Sagengestalten mitten unter uns?

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Willkommen im schönen Hohenburg, einer Kleinstadt mit Sandsteinhöhlen, alten Mythen und Sagen und einem überall auftauchenden Kaninchen mit Glöckchen am Halsband. Dazu gibt es einen lange verschollenen ...

Willkommen im schönen Hohenburg, einer Kleinstadt mit Sandsteinhöhlen, alten Mythen und Sagen und einem überall auftauchenden Kaninchen mit Glöckchen am Halsband. Dazu gibt es einen lange verschollenen magischen Schlüssel, seltsame Monsterspuren und manchmal verschwinden Leute für einige Zeit spurlos. Dem wollen Irida und ihre Freunde auf die Spur gehen.
Irida und ihre Clique haben sich selbst Die Furchtlosen getauft, um gemeinsam gegen Andersartigkeit zusammen zu halten. Bei Irida sind es ihr Humpeln und ihr Stottern in Stresssituationen, welche ihr zu schaffen machen. Dafür ist sie immens stark. Die anderen haben ihre eigenen Besonderheiten, welche zu Beginn erläutert werden.
Angestoßen werden ihre Recherchen dank Iridas Onkel, der ebenfalls ein wenig aus der Rolle fällt und sich für magische Artefakte interessiert. Das Abenteuer erleben sie allerdings ohne ihn. Dank diverser Perspektivenwechsel verfolgt man neben den Abenteuern der Kinder auch eine verdächtige Versammlung im Ort sowie magische Wesen, deren Art zunächst unklar bleibt. Dadurch ergibt sich ein größeres Bild, deren Zusammenhänge es zu klären gilt, welche jedoch bis zum Ende nicht komplett aufgelöst werden. Trotzdem macht diese Abwechslung Spaß, auch das Rätseln, wer in welcher Beziehung zu wem stehen könnte.
Etwas befremdlich empfinde ich den wiederholten Fokus auf dem Aussehen der Kids, Kleidung und Frisuren werden, neben Essgewohnheiten, detaillierter beschrieben als deren Emotionen. Ein unglückliches Wägeverhältnis. Zumal die Kids manchmal erstaunlich abgebrüht wirken, wenn es um Gefahren geht. Auch kann ich Iridas fehlendes fehlendes Zugehörigkeitsgefühl in der Familie nicht nachvollziehen, welches sie wie ihre auffällige Stärke wiederholt betont, denn da herrscht ein sehr tolerantes Klima, welches mir beim Lesen positiv auffiel. Dafür wiederum hat der Autor auf veraltete Geschlechterklischees dankenswerterweise verzichtet, Irida steht den Jungen in nichts nach.
Andererseits gefällt mir der Bezug zum Ort, dass es die vorkommenden Sandsteinhöhlen wirklich gibt und dass das Gefühl der Andersartigkeit von verschiedenen Charakteren unterschiedlich gelebt wird. Ebenfalls werden gewisse Sagengestalten hier erfrischend anders dargestellt als gewohnt und bieten Stoff für Spekulationen. Was das Fantastische betrifft sehe ich hier definitiv Potential. Insbesondere Irida betreffend, ohne mehr verraten zu wollen. Stilistisch würde ich es begrüßen, wenn der Fokus etwas vom Oberflächlichen weg hin zu mehr Emotionen schwenken würde. Eine Anspielung, wohin es im zweiten Band gehen könnte, klingt ebenfalls vielversprechend.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Neue Detektei ermittelt in perfiden Entführungsfällen

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Es ist so weit: Fallanalytiker Max Bischoff und Psychologe Marvin Wagner gründen ihre eigene Detektei WaBi Investigations. Gleich der erste Fall hat es in sich, denn die Entführung des Sohnes eines Richters ...

Es ist so weit: Fallanalytiker Max Bischoff und Psychologe Marvin Wagner gründen ihre eigene Detektei WaBi Investigations. Gleich der erste Fall hat es in sich, denn die Entführung des Sohnes eines Richters weist Parallelen zu einer früheren Kindesentführung auf, dessen Täter allerdings hinter Gittern sitzt. Unerwartete Hilfe bekommen sie von einem Friseurmeister, der in dieser Strafvollzugsanstalt tätig ist. Gemeinsam wird ihnen schnell klar, dass ein größeres Ziel hinter dem Ganzen steckt.
Es war eine gute Entscheidung, Dr. Marvin Wagner in die Ermittler-Reihe mit aufzunehmen, da er mit seiner trockenhumorigen Art einen angenehmen Kontrast zu Max Bischoff liefert. Denn so schlau Max in seinem Fach auch sein mag, sobald es ans Handeln geht, lässt er leider viel zu oft alle Vorsicht ausser Acht. Was mir bereits einige Male missfallen hat und auch diesmal seine unnötige Schwachstelle ist. Der Fall selbst sowie die Hintergründe sind hingegen thematisch gut gewählt. Unterhaltsames Extra ist der Friseurmeister, ein unerwarteter Sidekick, den der Autor nach einer Aktion auf Wunsch basierend auf einer realen Person eingebaut hat. Dies wird im Nachwort kurz erläutert. Leider kam es zu Beginn zu einigen Längen, da die Detektei erst noch eröffnet werden muss, bevor die Handlung wirklich in Schwung kommt. Was sich zwar interessant las, jedoch wenig Spannung aufbaute. Das sollte beim nächsten Band, falls es einen geben wird, nicht mehr der Fall sein. Insgesamt empfand ich den Band als eine gelungene Entwicklung der Reihe.

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